Der nächste Ryanair-Streik kommt

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Am Mittwoch werden die Maschinen von Ryanair nicht abheben. Foto: Lieue Marine / unsplash.com

Das ist ja fast wie bei „Täglich grüßt das Murmeltier“ ...

Wer billig fliegen will, muss halt irgendwie den Preis dafür bezahlen – und damit wir als Passagiere günstig durch Europa jetten können, geht das oft zu Lasten der Board-Crew. Nachdem der irische Billigflieger erst vergangenen Monat mehrere Flüge in ganz Europa aufgrund von diversen Streiks des Board- und Bodenpersonal streichen musste, droht nun die nächste Arbeitsniederlegung.

Wie die Piloten-Vereinigung Cockipit erklärte, wollen die etwa 400 Piloten der Billigairline die Arbeit am Mittwoch für 24 Stunden niederlegen. Damit wären so gut wie alle Flüge von Ryanair, die in Deutschland starten, von dem Streik betroffen.

Ähnlich wie bei dem ersten Arbeitskampf Mitte August geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der bislang ohne Tarifvertrag fliegenden Piloten des größten Billigfliegers in Europa. Parallel rief die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di rund tausend Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland ebenfalls für Mittwoch zum Streik auf. Das könnte zu einem riesigen Chaos an Deutschlands Flughäfen führen.

In der Zwischenzeit hat das Unternehmen mit einigen nationalen Pilotengewerkschaften separate Abschlüsse vereinbart, etwa in Italien und Irland.

Die sind aber für die deutschen Pilotengewerkschaft unzureichend. In Irland seien etwa noch keine Vereinbarung über Vergütung und allgemeine Arbeitsbedingungen geschlossen worden. Selbst neue Streiks seien dort noch denkbar. In Italien seien strukturelle Fragen bei Arbeitszeit und Vergütung unzureichend geregelt.

Die Parteien konnten sich auch nicht auf einen Schlichter einigen, wie es Ryanair zur Konfliktlösung vorgeschlagen hatte. Laut Cockpit beharrte das Management auf einem Mediator aus Irland, der nicht über die für Deutschland notwendigen Rechtskenntnisse verfüge. Umgekehrt habe Ryanair mehrere von der Cockpit vorgeschlagene Schlichter abgelehnt. Klingt verflixt.

Bei dem bis dato letzten Streik im August wurden etwa 400 Verbindungen in ganz Europa abgesagt. Betroffen waren rund 55.000 Passagiere. Ein Drittel der Flüge in Deutschland konnte damals stattfinden, weil die Maschinen aus dem nicht bestreikten europäischen Ausland gekommen waren. Auch die österreichische Laudamotion musste damals eine Reihe von Flügen absagen, da sie auf Leihmaschinen von Ryanair angewiesen ist.

[Text: Zusammen mit dpa] ­

Quelle: Noizz.de