Bloß zu Hause bleiben – das ist das neueste Credo.

Eine neue Umfrage zeigt Erschreckendes: Nur noch fünf Urlaubsregionen halten die Deutschen für ungefährlich. Dazu zählen:

1. Deutschland (77 Prozent der Befragten finden es hier „ungefährlich“)

2. Österreich (71 Prozent)

3. Schweiz (69 Prozent)

4. Skandinavien (53 Prozent)

5. Italien (52 Prozent)

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitutes GfK durchgeführt, Auf den Plätzen folgen Regionen, die alle von der Mehrheit der Teilnehmer als gefährlich eingestuft wurden. Darunter neben ehemaligen Urlaubs-Klassikern (Ägypten, Türkei), offensichtlichen Ländern (Ukraine, Russlan) auch Spanien, Kanada und Großbritannien. Länder also, die für viele jetzt nicht gerade einen gefährlichen Eindruck machen. Spanien ist schließlich das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen.

Warum?

Was auf den ersten Blick erstaunlich wirkt, folgt einer gewissen Logik: Durch den Terror, welcher sich in den vergangenen Jahren leider auch in Europa zeigte, haben sich Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung merklich verstärkt. „Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden“, sagt Ulrich Reinhardt, der Leiter der Studie.

Und so erklärt er auch das Ergebnis für Spanien: Der Terroranschlag im August in Barcelona, eine erhöhte Terrorwarnung für Mallorca und die Konflikte in Katalonien, hätten viele Menschen verunsichert. Sicherheit spielt eine zentrale Rolle. Dazu haben „viele Urlauber das Gefühl, in Spanien nicht mehr jederzeit willkommen zu sein.“ Auch die Diskussionen über eine Touristensteuer und öffentliche Demonstrationen gegen zu viele Urlauber, würden nicht ohne Folgen bleiben.

Lasst euch nicht verbiegen

Doch mal ehrlich: Was ist das für ein trauriges Bild unserer Gesellschaft? Nur weil ein paar Arschlöcher grässliche Anschläge verüben, die für die Betroffenen und Angehörigen schlimme Folgen haben, darf (!) sich unsere Wahrnehmung, unser Lebensgefühl nicht verändern. Und natürlich: Diese Vorkomnisse sind grässlich. Das steht außer Frage.

Die oft zitierte „Angst“, die islamistische Terroristen durch ihre Morde verbreiten wollen, darf nicht entstehen. Es wäre ein Zurückschrecken, eine Abkehr von der Normalität, ein Einknicken vor diesen Arschlöchern. Denn genau das wollen sie erreichen.

Doch indem wir diese Gründe „fehlende Sicherheit“, „Angst“, „Panik“ aufführen und unser Leben daran anpassen, kreieren wir eine neue inakzeptable Normalität. Eine Normalität, die geprägt ist von Anschlägen, Terror und beginnender Paranoia. Und auch wenn Anschläge in Europa leider häufiger geworden sind, sind sie eben kein Alltag, keine Routine!

Es ist 814-mal wahrscheinlicher mit dem Auto einen tödlichen Verkehrsunfall zu erleiden. Lassen wir deswegen das Auto stehen? Natürlich ist das ein trauriger Gedanke. Aber er ist wichtig! Terror darf nicht alltäglich werden, denn er ist es nicht. Nicht auf den Straßen und besonders nicht in den Köpfen der Menschen! Egal, ob es sich um Österreich, Spanien oder Kanada handelt. Wir dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen. Und: Anschläge kann es leider überall geben, da machen Ländergrenzen keinen großen Unterschied.

Doch leider geht die Umfrage noch weiter: Für 77 Prozent der Befragten ist Deutschland ein sicheres Urlaubsland. Das bedeutet: Für 23 Prozent eben nicht. Fast ein Viertel der Deutschen fühlt sich nicht einmal im eigenen Land sicher.

Da gibt es nur noch eins: Ab in den eigenen Keller, den Riegel vorschieben, Schlüssel wegwerfen, den Urlaub absagen. Die Antwort: Nein, nein und noch einmal nein! Wenn eine solche Haltung salonfähig wird, haben wir wirklich ein gewaltiges Problem! Dann haben wir eine Massenpanik, Dauerpsychose der Gesellschaft, Stagnation statt Entwicklung!

Stattdessen: Durchatmen, entspannen und in den Süden fliegen. Wir empfehlen: Spanien, wirklich ein schönes Land!

Quelle: Noizz.de