Zahnschmuck in Form von Stickern und Kristallen waren in den frühen 2000ern das Ding – jetzt feiern sie ihr Comeback. Wie wird der Zahnschmuck angebracht – und was muss man beachten? Eine Zahnärztin hat uns die wichtigsten Fragen beantwortet.

Model und Aktivistin Adwoah Aboah trägt schon seit Jahren ein Accessoire, das man eigentlich ganz gut als Grillz light beschreiben kann: Ihren linken Vorderzahn ziert ein kleines, dafür umso auffälligeres Chanel-Logo.

Anders als Grillz, die metallischen Kappen, die gerne von Rappern über die Zähne gestülpt werden, werden die Sticker und Steinchen einfach auf den Zahn geklebt. Das geht relativ schnell und schmerzfrei – und kann vom Zahnarzt easy wieder entfernt werden, wenn man sie nicht mehr fühlt.

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Mayas und Mick Jagger: Woher kommt der Zahnschmuck?

Was wir heute vor allem als nostalgisches Revival eines Trends aus den frühen 2000ern kennen, hätte wahrscheinlich schon den Mayas gefallen: Sie waren um das Jahr 900 die Ersten, die ihre Zähne mit Schmucksteinen verzieren ließen. Historiker*innen gehen aber davon aus, dass die gemusterten Verzierungen nicht als reine Zierde diente, sondern auf Zugehörigkeit von Religion oder Stämmen schließen ließen.

Prominenter Vorreiter des Zahnschmucks war in den 70ern übrigens Mick Jagger. Der Musiker ließ schon vor knapp fünfzig Jahren einen seiner Frontzähne mit einem Schmuckstein verzieren, wie der Musikexpress berichtete: Zunächst mit einem Rubin, später mit einem Smaragd, dann mit einem Brillanten. Kann man sich schon mal gönnen, als Rolling-Stones-Frontman. Der Dazzler, wie der filigrane Zahnschmuck auch genannt wird, war geboren.

Aber was muss man beachten, wenn man selbst ein nices Steinchen oder süßes Playboy-Bunny auf den Zähnen tragen will? Dr. Diana Svoboda ist die ärztliche Leiterin der diPura Fachklinik für Zahnästhetik und Implantologie in Essen – und hat Antworten für uns.

Zahnärztin erklärt: Das musst du beachten, wenn du deine Zähne zum Glitzern bringen willst

NOIZZ: Frau Dr. Svoboda, Zahnschmuck feiert aktuell ein Revival. Was kosten die funkelnden Steinchen und Sticker?

Diana Svoboda: Es kommt darauf an, welchen Zahnschmuck man auswählt. Von Swarovskisteinchen bis zum Brilli sind die Preisunterschiede mitunter groß. Daher können die Kosten stark variieren – mit 50 Euro aufwärts inklusive Anbringung ist aber schon zu rechnen. Da die Zahnsteinchen unter die rein ästhetischen Behandlungen fallen, übernehmen die Krankenkassen diese Kosten nicht.

Wie bringt man den Zahnschmuck an?

Diana Svoboda: Für die Anbringung muss die Zahnsubstanz, auf die das Steinchen gesetzt werden soll, zunächst gereinigt werden. Nachfolgend wird sie mit einer speziellen Säure angeätzt, abschließend wird das Steinchen mit einem dünnflüssigen Kleber angebracht – ähnlich wie bei Brackets. Und genauso einfach kann man sie später wieder entfernen, sollte der Zahnschmuck nicht mehr länger gefallen.

Gibt es gesundheitliche Risiken?

Diana Svoboda: Nein, ernsthafte gesundheitliche Risiken gibt es nicht. Jedoch kommt es darauf an, wie groß die Steinchen sind und wie es um die jeweilige Mundhygiene bestellt ist. Ähnlich wie bei den Brackets kann sich Plaque rund um den Zahnschmuck bilden, wenn man nicht gründlich genug reinigt. Dabei wird auch Säure abgegeben und es kann zu Schädigungen der Zahnsubstanz kommen. Nach Entfernung der Steinchen bleibt dann zunächst ein sichtbarer Rand zurück, dort, wo die durch Plaque entstandene Säure gewirkt hat. Daher sind eine besonders sorgfältige Pflege sowie regelmäßige professionelle Zahnreinigungen unabdingbar, um Plaque und die Entstehung von Karies zu verhindern.

Was ist beim Thema Zahnschmuck momentan angesagt?

Diana Svoboda: Die Geschmäcker sind natürlich sehr verschieden, aber unter dem Zahnschmuck, der auf den Zähnen angebracht wird, sind derzeit vor allem Dazzlers, Skyces und Twinkels gefragt. Bei den Dazzlers handelt es sich um eine Goldfolie oder Formen, wie z. B. Herzchen, die dauerhaft auf die Zähne aufgeklebt werden. Unter Skyces versteht man kleine Kristallsteinchen oder sogar Diamanten mit verspiegelter Rückseite, die einen Lichtreflex erzeugen. Die Twinkels sind die teuerste Variante – hierfür wird 24-karätiges Gold oder Weißgold verwendet. Die Halbreliefs in verschiedensten Formen werden mit speziellem Kleber am Zahn befestigt.

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Quelle: Noizz.de