Warum Prada schlimmer als Primark ist

Larissa Königs

Design, Trends, Social
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Shoppen bis zum Umfallen – gerne! Aber bitte bei den richtigen Labels. Foto: Noizz.de

Luxuslabels haben zum Teil schlechtere Arbeitsbedingungen als Billigketten.

Bei Primark einkaufen ist grundsätzlich keine gute Idee. Glaubte ich bisher immer. Aber tatsächlich ist es viel schlimmer, in die 3000-Euro-Handtasche von Prada zu investieren. Denn die großen Designer legen überhaupt keinen Wert auf faire Arbeitsbedingungen.

Das sagt zumindest die neue Bewertung von Rank A Brand, einem Unternehmen, das soziale Missstände bei der Textilproduktion aufdeckt.

Rank A Brand bewertet die Mode-Unternehmen nach verschiedenen Kategorien, je nachdem wie empfehlenswert das Label ist. Untersucht werden soziale Missstände, Fairness, Klima- und Umweltschutz. Die schlechteste Bewertung ist „nicht empfehlenswert”. Genau da dachte ich, würde Primark stehen. Aber falsch gedacht, denn in der miesesten Kategorie findet man Luxuslabels wie Dior, Givenchy, Kenzo, Hermès, Chloé, Valentino und Marc Jacobs.

Primarks 3-Euro-Shirts sind besser als das 300-Euro-Top von Givenchy

H&M und Zara sind hingegen schon bedingt empfehlenswert, was eigentlich schon fast ein Lob ist. Schließlich haben beide Unternehmen in den letzten Jahren sehr an ihrem Image gearbeitet, indem sie die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter deutlich verbessert haben und viel mehr auf den Umweltschutz achten.

Primark ist immer noch kein Paradebeispiel für Fairness und auch nur eine Kategorie besser als die Luxuslabels. Damit bleibt es „kaum empfehlenswert” – aber der Textil-Discounter verkauft seine T-Shirts auch für 3 Euro und nicht für 300.

Warum also schneiden die High-Fashion-Marken so schlecht ab?

H&M gehört zu unserem Alltag – Dior nicht

Das Problem ist, dass Marken wie H&M und Zara eine sehr große Rolle in unserem Alltag spielen. Fast jeder hat dort schon eingekauft. Deswegen schockiert es uns besonders, wenn eines dieser Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen hat.

Automatisch fühlt man sich schlecht, weil man dort eingekauft hat und geht eventuell nicht mehr dort hin. Deswegen achtet zum Beispiel H&M sehr darauf, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Dior hat solche Probleme nicht, denn Luxuslabels sind für den Großteil der Gesellschaft einfach gar keine Option. Deswegen hoffen diese Marken darauf, dass sie einfach unbemerkt bleiben. Das ist ein Problem, denn gerade diese Labels haben das Geld, um auf faire Arbeitsbedingungen zu achten. Doch das tun sie nicht.

Stattdessen müssen in der Toskana zehntausend Chinesen unter schrecklichen Umstände Tag und Nacht für die Luxus-Unternehmen arbeiten. 2013 starben in einer solchen Fabrik sieben Arbeiter bei einem Feuer. Sie lagen in einem illegalen Schlafraum.

Alles, damit die Gewinnspanne der High-Fashion-Marken noch weiter wächst.

Quelle: Noizz.de

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