Sogar die neuen Sneaker enthalten typische Westwood-Elemente.

Die britische Designerin Vivienne Westwood macht gemeinsame Sache mit der Sportschuh- und Bekleidungsmarke Asics. Ende April sollen die ersten zwei Teile einer limitierten Kollektion erscheinen, die Sneaker und anscheinend auch Accessoires und Kleidung umfasst. Der Rest wird über das Jahr verteilt über Westwood, Asics-Stores und Onlineshops verkauft.

>> Asics bringen Anime-Sneaker raus

Am Dienstag wurde auf der Instagram-Seite von Westwood das erste Bild der Kollaboration gepostet. Zu sehen sind sogenannte weiße „Mid-Top GEL-Mai-Sneaker“, die eine abgewandelt Form ihres berühmten „Squiggle-Designs“ in rot zieren. Die Schuhe bestehen aus Mesh, Leder und werden durch Gummizüge geschnürt. Dazu trägt das Model bunte, lange Socken und eine grüne, glänzende Hose. Asics-Tiger-Sneaker werden als Designvorlage verwendet.

Westwood hat in den 70ern den Punk erfunden. Von ihr stammt das berühmte Choker-Halsband, sowie der Mountain-Hat. Sie macht Mode, die sich sonst keiner traut. Die Kollabo mit Asics passt eigentlich gar nicht zur Modequeen – enthält trotzdem die typischen Westwood-Elemente und ist so alles andere als Mainstream.

>> Adidas droppt „Beavis & Butthead“-Sneaker

Jede Modenschau von ihr ist ein politisches Statement. Vor Kurzem zeigte Westwood ihre neue Kollektion in London. Sie setzt sich für eine grüne Wirtschaft ein und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt zu retten. Zu ihren berühmtesten Entwürfen gehört ein Print, auf dem zwei Schlangen sich gegenseitig auffressen. Die eine Schlange symbolisiert die Wirtschaft, die andere die Umwelt. Beide kreisen um ein Dollarzeichen. Damit bröselt Westwood komplexe Sachverhalte auf und macht sie durch Mode verständlich.

So sitze ich selbst gerade in ihrem „Motherfucker“-Shirt vor meinem PC und schreibe diesen Text. „Mother“ ist die Erde. „Fucker“, naja – das sind wir, die Menschen. Westwood nimmt sich selbst nicht zu ernst, unseren Planeten jedoch schon. Sie hat immer eine Meinung. Sie sagt, was sie denkt. Sie scheut sich nicht davor, andere vor den Kopf zu stoßen. Kurzum: Ich finde Westwood genial! Auch mit 77 ist sie für mich ein Punk.

>> Worst of: die 22 dämlichsten Sneaker-Kollabos 2018

Im Dezember launchte Vivienne zusammen mit dem italienischen Modedesigner Riccardo Tisci eine Kollektion für Burberry. Solche Kooperationen sind gute Möglichkeiten, um den Wert der Marke Westwood oben zu halten. Mit circa 46 Millionen Euro Umsatz im Jahr gehört sie jedoch zu den kleineren Labels. Der Grund dafür ist einfach: Westwood möchte nicht weiter expandieren. Während ihr Team weitere Stores eröffnen möchte, wehrt sie sich dagegen. Sie möchte die Kontrolle behalten. Immerhin gehört ihr das komplette Unternehmen. Westwood gehört zu keinem Großkonzern, wie Louis Vuitton oder Miu Miu oder das kürzlich von Michael Kors übernommene Versace. 

>> Asos hat ein neues veganes Mode-Label

Die kommende Kollektion mit Asics wird bestimmt wunderbar werden – da bin ich mir sicher. Erst einmal schafft sich Westwood damit wieder einen Spot im kommerziellen Markt. Streetwear ist cool. Westwood bringt die Punkattitüde mit. Für beide Labels ist das eine Win-Win-Situation. Die Preise der Kollaboration mit Asics sind leider noch nicht bekannt, über 250 Euro sollten die Stücke aber nicht kosten. 

Übrigens: In ihren „World’s End“-Läden in Berlin und London verkauft Westwood auch noch ihre alten Designs. Verbrannt oder weggeschmissen wird nichts. Danke dafür, liebe Vivienne. Du zeigst der Mode, wie es gehen kann. Für eine grüne Wirtschaft, eine grüne Umwelt und grüne Mode. 

Quelle: Noizz.de