Sie ist cool und deep zugleich.

Die Erwartungen an Virgil Abloh waren hoch, als der Star-Designer im März 2018 zum Chef-Designer der Männerlinie von Louis Vuitton wurde – der erste schwarze „Artistic Director“ einer altehrwürdigen Luxusmarke überhaupt. Zuvor hatte er Off-White zur schlechthinnigen Hype-Brand gemacht; jetzt sollte er das französische Traditionshaus zurück in die Gegenwart holen – eine Gegenwart, die von Rap als prädominanter Popkultur bestimmt wird und in der das ästhetische Vokabular der Straße selbst die höchste Mode unterwandert.

Schon vergangenen Sommer zeigte er vor dem Palais Royal in Paris seine Luis-Vuitton-Kollektion für den Frühling/Sommer 2019. Das Ergebnis: So Straße war Louis Vuitton noch nie. Schrille Farben, ausgefallene Materialien, die typischen Off-White-Ketten in allen Formen, das zum Wiedererkennungszeichen gewordene Virgil-Abloh-Orange, Hoodies, Sneaker, Nasa-Poncho. Und: Männer, die unterschiedlicher nicht aussehen könnten.

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Jetzt kommt die Kollektion endlich in die Stores, begleitet von Ablohs Werbekampagne.

Insgesamt sieht man Abloh den Willen an, mehr als „nur“ Mode zu machen, nämlich Kunst. Allein schon die Protagonisten seiner Kampagne: Kinder. Ein Dreijähriger, ein Siebenjähriger, ein 16-Jähriger. „Ich habe die Kampagne auf die männliche Kindheit ausgerichtet, nicht auf Herrenbekleidung. Was macht Männer aus? Die verschiedenen Stadien ihres Lebens, von der Kindheit über das Teenager-Alter, die Jugend, hin zum Dasein als Jung-Erwachsener und schließlich Erwachsener“, sagte der Designer dem Fashion-Magazin „WWD“.

Aber auch die Kollektion selbst präsentiert sich höchst künstlerisch, vor allem durch ihren Rückgriff auf ein Kunstwerk der höchsten Machart: den Zauberer von Os. Die gelbe gepflasterte Straße auf dem Pulli, die Silhouette von Hauptdarstellerin Judy Garland – immer wieder taucht der Filmklassiker von 1939 auf.

Kein Wunder, warum alle Virgil Ablohs Louis-Vuitton-Kollektion lieben. Wir müssen gestehen: Wir lieben sie auch.

Quelle: Noizz.de