Es gibt jetzt UGG-Sneaker – und das macht's leider nicht besser

Luisa Hemmerling

Deutschrap, Kultur, Interviews
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Egal wie cool das Design - an der Art der Herstellung ändert das nichts. Foto: Heison Ho / Hypebae

Why tho und: Wer trägt überhaupt noch UGGs?!

Als ich in der achten Klasse war, konnte man meine Klassenkameradinnen und mich in zwei Kategorien aufteilen: Die mit echten UGGs und die mit der Primark-Version für sieben Euro. Ich gehörte zur Zweiten, weil ich mit meiner Schuhgröße 38,5 noch in die Größe 37 von Primark gepasst habe und mich das unheimlich glücklich gemacht hat. Ach ja, und: Weil mein Taschengeld nicht für die echten UGGs gereicht hätte.

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Das gemeinschaftlich uniforme Winter-Outfit sah dann ungefähr so aus: UGGs, schwarze Leggins, Hoodie und übergroßer Schal. Muss ich die Longchamp-Tasche eigentlich noch erwähnen, um das Bild komplett zu machen?

Das war im Jahr 2010. Seitdem haben UGGs das gleiche Schicksal erlitten wie Bleistift-dünne Augenbrauen und Bauchnabel-Piercings. Das modische Relikt vergangener Zeiten, das heute nur noch verpönt auf versteckten Snapshots sein Dasein als peinliche Erinnerung absitzt. Doch die Firma UGG will das offenbar nicht so richtig wahrhaben.

Uggs: orthopädisch ungesund, das Ergebnis von Tierquälerei und dazu noch absolut aus der Mode geraten. Das mag einerseits an einem wachsenden Bewusstsein für das Wohl unserer Fußsohlen liegen, die in den rutschigen UGG-Boots mehr zu platten Stampfern mutieren, oder aber an der Verbreitung von PETA-Berichten zugunsten süßer Lämmer, auf deren Nacken von Firmen wie UGG Profit gemacht wird.

Die Firma UGG hätte jetzt die geniale Möglichkeit, einen PR-Stunt der Extraklasse hinzulegen und ihre Firma bis in die letzte Ecke durch eine Green-Washing-Anlage zu schicken. Tun sie aber nicht. Stattdessen springen sie auf den Sneaker-Trend-Zug und geben uns, was wir nie gewollt haben: den UGG-Sneaker.

Muss das wirklich sein?

Die Sneaker hat die Firma UGG zusammen mit dem Modelabel BAPE entworfen. Insgesamt gehören zu der Kollektion fünf Paar Schuhe – und eine Jacke, als wäre das nicht genug. Ein Release-Datum gibt es noch nicht. Muss das sein? Brauchen wir wirklich diese hässliche Erinnerung an unsere Teenie-Sünden?

Für UGG dürfte die Kollektion ein Hoffnungsschimmer sein, doch noch in die Streetfashion der Moderne zurückzukehren. Für mich ist es einfach nur eine schmerzhafte Erinnerung daran, nie wieder Leggins zu tragen, und dass es nach wie vor nicht cool ist, wie alle anderen auszusehen. Oder süße Lämmer zu quälen. Da kann selbst das gelungenste erzwungene Streetwear-Design meine Augen nicht von den Tatsachen abwenden. Liebe UGG-Designer: Es ist Zeit für einen authentischen Image-Wandel – nicht für einen Streetwear-Sneaker.

Quelle: Noizz.de

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