Chinesischer Drache, Schmetterling, Bauch-Tattoos? Diese Stellen und Motive sind gerade besonders beliebt.

Dass Trend-Tattoos eigentlich ein großer Witz sind, wissen wir (spätestens) seit Mandalas und Unendlichkeitszeichen. Schließlich lassen sich Tattoos – anders als die hippe 70s-Schlaghose, die nach einer Saison nicht mehr angesagt ist – nicht einfach wieder abstreifen. Außer man hat Bock auf aufwendiges Covering oder Lasern.

Trotzdem ist es immer wieder interessant zu sehen, wie sich Tattoo-Trends mit rasanter Geschwindigkeit auf Instagram und Co. verbreiten und wie sie unseren Zeitgeist spiegeln. Waren es im vergangenen Jahr noch Ignorant-Styles wie Stacheldraht, langstielige Rosen und Messer-Motive, geht es 2019 ganz schön tierisch zu. Wer noch Inspiration braucht, aufgepasst – hier kommen drei Underground-Tattoo-Trends, die dieses Jahr richtig groß werden!

>> Was muss ich beim ersten Tattoo beachten?

Trend 1: Drachen-Tattoos für Girls

Das Fabelwesen scheint gerade das Trendmotiv der Stunde zu sein. Wirft man einen Blick auf Instagram, rankt sich die fantastische Echse fröhlich auf Dekolleté, Rücken, Hüften und Armen vieler Girls. Woher die plötzliche Drachen-Manie kommt? Schwer zu sagen. Am chinesischen Kalender kann es nicht liegen, schließlich schreiben wir das Jahr des Erd-Schweins, nicht das des Drachen.

Dennoch ist das Motiv ganz klar aus Fernost übernommen. Wir kennen die schlanke, schlangenartige Körperform mit opulenter Halskrause und kleinen Flügelchen aus dem traditionellen Asia-Style. Dort wird eigentlich bunt gestochen, die neuen Drachen-Motive kommen dagegen mit minimalistischen Outlines in Schwarz oder Rot und eventuell mit gleichfarbiger Schattierung daher. Das lässt das starke Motiv moderner und minimalistischer wirken.

Zu beachten gilt: Wer sich entscheidet, zum „Girl with the Dragon Tattoo" zu werden, darf zwar an Farbe sparen, aber nicht am Platz. Ein mächtiger Drache in Regenwurmgröße kommt nicht gut. Think big!

Und was bedeutet das Motiv? In China gilt der Drache als Urahn der Menschen und als Beherrscher des Wassers. Er symbolisiert Reichtum, Glück, Güte und Intelligenz. Ein krasses Symbol also – und ein Teil chinesisches Kulturgut. Ohne zu sehr Moralapostel spielen zu wollen, sollte man sich als White Girl – trotz der geilen Ästhetik – zweimal überlegen, ob man sich ein Tattoo mit derartiger Symbolkraft wirklich ohne schlechtes Gewissen stechen lassen kann. Cultural Appropriation ist schließlich nicht nur in der Mode ein Thema.

Eins ist sicher: Wer sich traut, ein derartiges Bad-Ass-Tattoo zu tragen, fühlt sich sicher wie die nächste Khaleesi. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch der anhaltende Game-of-Thrones-Hype "schuld" am explosionsartigen Anstieg der Drachen-Liebe?

Trend 2: Boys tragen Schmetterlinge auf der Brust ( ... oder dem Hals)

Frühlingsgefühle? Schmetterlinge im Bauch? Darf man 2019 ruhig zeigen, auch als Mann. Und was bricht starre Geschlechternormen besser auf als ein hübsches Tierchen, das bisher Diven wie Mariah Carey vorbehalten war? Eben. Bisschen Stacheldraht und Totenköpfe tätowieren lassen? Kann ja jeder. Mut zeigt, wer sich plakativ das am weiblichsten behaftete Insekt aller Insekten auf die Brust tätowieren lässt.

Wie beim Drachen funktioniert auch der Schmetterling am besten in besonders schlichter Form – ohne Farbe und Klimbim. Gut kommt er als Chest Piece auf der Brust, absolutes No-Go ist die Schulter. So tiefgründig wie den Drachen lässt sich das liebliche Flattervieh nicht beleuchten, außer man steht auf ein bisschen Esoterik: Durch seine Verwandlung von der "hässlichen" Larve im Kokon zum zarten Falter kann er als Sinnbild für die Wiedergeburt gesehen werden. Ein bisschen wie der Phönix, der aus der Asche aufsteigt, nur nicht ganz so melodramatisch. Im antiken Griechenland dachte man übrigens, Schmetterlinge seien die Seelen der Toten!

Trend 3: Lieblingsstelle? Unterer Bauchraum!

Klar, die beliebtesten Stellen für Tätowierungen sind immer noch Arme, Beine und Rücken. Gesichtstattoos werden längst von allen Cloudrappern getragen, mit Hals- oder Handtattoos schockt man heute auch nicht mehr unbedingt. Was bleibt? Der empfindliche Bauchraum.

>> Gesichts-Tattoos sind das neue Arschgeweih

Bei Frauen zeichnet sich der Trend zu großflächigen Tattoos zwischen Schambereich und Bauchnabel schon seit Längerem ab. Fast ein bisschen lustig, dass es eigentlich genau die gleiche Stelle ist, wo einst das Arschgeweih saß – nur eben auf der anderen Seite des Körpers. Ein Scham-Geweih? Streicht dieses Wort ganz schnell aus dem Kopf, wir wollen euch ja nichts verderben. Cool schaut das Tattoo nämlich schon aus – jedenfalls bis zum ersten Kaiserschnitt. Und auch das Präsentieren ist gar nicht so einfach, geht eigentlich nur lässig in Unterwäsche oder Bikini und krass in Pose geworfen.

Bei Männern darf's dagegen ruhig etwas höher sitzen. Vorteile hat der Bauch als Canvas sicherlich, immerhin bietet die Stelle viel Platz für große Tattoos, die man gleichzeitig ganz einfach verstecken kann. Ganz nach Yakuza-Manier: Mitglieder der japanischen Mafia sind schließlich auch großflächig tätowiert, ohne dass diese in Alltagskleidung erkennbar wären. Für sie sind die aufwendigen Tätowierungen etwas Privates, was man nicht in der Öffentlichkeit zeigt. Vielleicht sollen wir uns darauf in unserem Instagram-Zeitalter auch wieder zurückbesinnen.

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Quelle: Noizz.de