Wer hätte gedacht, dass Tribals und kultige Comicfiguren so gut zusammenpassen?

Jede Woche wollen wir euch in unserem „Tattoo Talk“ inspirierende Tattoo-Artists vorstellen, denen wir begeistert auf Instagram folgen – weil sie uns mit ihrer Message, ihrem Stil oder ihrer Persönlichkeit umhauen!

Heute mit Dennis Bebenroth, der ziemlich geile Traditionals sticht. Dennis ist ein alter Hase im Business, seit 16 Jahren tätowiert er schon, seit vier Jahren in seinem eigenen supercoolen Studio „Sorry Mom“ in Braunschweig.

Dennis Bebenroth

Bock, die Stadt zu verlassen, hatte der 39-Jährige eigentlich nie. Das entspannte Miteinander und die hohe Dichte an guten Tätowierern hält ihn dort nämlich bis heute. Also liebe Leute, vielleicht solltet ihr dringend mal darüber nachdenken, für's nächste Tattoo einen Trip nach Niedersachsen zu wagen? Wir wären safe dabei.

NOIZZ: Dennis, wie hat sich dein Tattoo-Stil über die Jahre entwickelt?

Dennis: Ich tätowiere Traditionals, momentan mixe ich oft Tribals mit Comic-Charakteren. Dass Tribals wiederkommen würden, war nur eine Frage der Zeit. In Verbindung mit Comicfiguren bieten sie unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten, die inhaltlich sehr fresh kommen. Das satte Schwarz der Tribals tut hellen Figuren sehr gut – wie beispielsweise dem gelben Homer Simpson. Dazu kommt, dass ich, als ich mit dem Tätowieren anfing, fast täglich Tribals tätowieren musste. Das hat mir damals nicht viel Spaß gemacht, war aber ein guter Einstieg in die Tätowierwelt. Heute sehe ich die Teile mit mehr Humor.

Das Schönste am Tätowieren ist …

Dennis: Sowohl das Erarbeiten der Designs, als auch der handwerkliche Prozess des Tätowierens machen mir super viel Spaß. Der Austausch mit anderen Tätowierern bei Guestspots oder Conventions ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit geworden, den ich erst sehr spät entdeckt habe. Auch Instagram spielt eine immer wichtigere Rolle bei meiner Arbeit und fängt mir mittlerweile auch an Spaß zu machen.

Ich habe angefangen zu tätowieren, weil…

Dennis: … ich viel Glück hatte und zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung getroffen habe.

Was war dein skurrilstes Tattoo-Request?

Denis: Ich wundere mich jedes Mal, dass es immer noch Anfragen für Unendlichkeitszeichen gibt.

Was sagt deine Familie zu deinem Job?

Dennis: Meine Kinder Neo (6 Jahre) und Momo (4 Jahre) sind mit Tattoos aufgewachsen. Ein großer Teil meines Freundeskreises ist tätowiert und bei mir und meiner Frau kamen in den letzten Jahren auch immer wieder neue Tattoos dazu. Das wird natürlich hart kopiert! Klebetattoos finden beide cool. Und besser noch: Eigene Tattoos mit Filzern malen.

Das würde ich niemals stechen:

Dennis: Tattoos, die ich technisch nicht umsetzen kann, oder die nicht zu dem Kunden passen.

Wenn ich heute kein Tattoo-Künstler wäre, wäre ich

Dennis: … bestimmt Astronaut oder Paläontologe, also Dinoforscher.

Was war für dich die bisher riskanteste Entscheidung?

Dennis: Die Entscheidung, vor vier Jahren meinen eigenen Laden „Sorry Mom" aufzumachen, hat mir eine 50-Stunden-Woche eingebracht, aus der ich bis jetzt noch nicht wieder rauskomme. Zum Glück macht mir mein Job super viel Spaß. Schwierig ist nur der Spagat zwischen Arbeits- und Familienleben. Ich wünsche mir oft mehr freie Zeit.

Dennis vor seinem Tattoostudio „Sorry Mom“

Was nervt dich an der Community am meisten?

Dennis: Gibt es überhaupt eine Stil-übergreifende Community? Im Traditional-Bereich überwiegen die positiven Momente. Der regelmäßige Austausch bei Guestspots ist dabei eine der schönsten Erfahrungen.

Was war dein erstes Tattoo?

Dennis: Das war ein Tribal auf meinem Oberarm. Ist aber „leider“ schon gecovert.

Und wie sah das erste Tattoo aus, das du gestochen hast?

Dennis: Meinem ersten Kunden habe ich damals drei Chinazeichen auf'n Unterarm gestochen.

Wo findest du Inspiration?

Dennis: Meine Frau Sabrina inspiriert mich sehr. Sie tätowiert zwar nicht selbst – wobei ich sicher bin, dass sie eine hervorragende Tätowiererin wäre – aber wir reden sehr viel über Tattoos und daraus ergeben sich die meisten Motivideen. Ansonsten auf Instagram, im Internet, durch Kollegen und Kunden oder durch Magazine.

Was ist das Härteste an deinem Job?

Dennis: Die physische Belastung. Sitzende Tätigkeiten sind ja im Allgemeinen nicht so gut für den Rücken. Viele Tätowierer, darunter auch ich, arbeiten oft sehr verkrampft und das führt bei vielen zu Problemen mit dem Rücken, mit den Handgelenken oder zu Kopfschmerzen. Ohne sportlichen Ausgleich hat man wenig Chancen, diesen Beruf lange schmerzfrei auszuüben. Ich fahre jeden Tage 20 km Rad zur Arbeit. Das hilft.

Welchen Rat würdest du Leuten geben, die sich das erste Mal tätowieren lassen?

Dennis: Besucht das Studio und lernt den Tätowierer kennen. Lasst Euch beraten und lasst Euch nur dann tätowieren, wenn ihr Euch wirklich wohl bei ihm/ihr fühlt.

Was steht noch auf deiner Bucket-List?

Dennis: Das ist schwer zu sagen, Interessen verschieben sich ständig. Vielleicht einen Raketenstart live ansehen.

Diesen Kollegen gebe ich Props:

Dennis: Castor Raubadler, Nick Colin Corbett und die Halunken

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Quelle: Noizz.de