Joint, Koks und Titten: Alex macht's dir.

Alle 14 Tage wollen wir euch in unserem „Tattoo Talk“ inspirierende Tattoo-Artists vorstellen, denen wir begeistert auf Instagram folgen – weil sie uns mit ihrer Message, ihrem Stil oder ihrer Persönlichkeit umhauen! Heute mit Alex Berger, der in Köln sein Unwesen treibt. Denn bei ihm bekommt ihr nicht nur schwarze Farbe, sondern auch extra schwarzen Humor unter die Haut.

Der 27-Jährige beschreibt seinen Stil selbst als „Fresh-Ignorant“: Comic-hafte Motive mit überraschenden Inhalten. „Ich versuche den Menschen mit Provokation und schwarzem Humor vor den Kopf zu stoßen, das liegt ja irgendwo in der Natur dieses Handwerks.“ Passend dazu seine Insta-Bio: „No art, just vandalism on your skin.“

NOIZZ: Alex, wie bist du zum Tätowieren gekommen?

Alex: Ich habe durch einen befreundeten Tätowierer angefangen, selbst zu stechen. Jedes Mal, wenn er mir etwas Neues unter die Haut gebracht hat, sagte er zu mir: „Man, you should really do tattoos“, und das machte ich dann auch. Das Studium blieb durch diese Entscheidung etwas auf der Strecke.

Das Schönste am Tätowieren ist …

Alex: Wenn ich anderen Männern sage, dass sie ihre Hose ausziehen müssen.

Ich habe angefangen zu Tätowieren, weil

Alex: Ich arbeite gerne mit meinen Händen und zeichne schon seit meiner Kindheit. Während meines Design-Studiums habe ich aber gemerkt, dass mir die Aussicht, den ganzen Tag in einer Agentur vor dem Computer zu sitzen, keine Befriedigung bereitet.

Was war dein skurrilstes Tattoo-Request?

Alex: In der Regel versuche ich, dem Kunden ein gutes Gefühl zu vermitteln und das Bewerten der gewünschten Motive zu unterlassen. Jedenfalls, bis die Person zur Tür heraus ist.

Was treibt dich an?

Alex: Club Mate.

Das würde ich niemals stechen ...

Alex: Mit der richtigen Argumentation lässt sich alles verkaufen. Mir wurde tatsächlich noch nie ein Motiv vorgeschlagen, das ich aus persönlichem Empfinden heraus nicht stechen wollte. In der Regel tätowiere ich am liebsten sarkastische oder vom illegalem Schaffen beeinflusste Motive. Von politischen Sachen lasse ich generell meine Finger.

Wenn ich heute kein Tattoo-Künstler wäre, wäre ich

Alex: ... der Traffic King auf der S-Bahn S11 zwischen Bergisch Gladbach und Düsseldorf Flughafen.

Was hast du für das Tätowieren riskiert?

Alex: Meine Rente.

Was nervt dich an der Community am meisten?

Alex: Diese ganzen ungeschriebenen Tattoo-Regeln aus der Vergangenheit. Ich habe viele Tätowierer getroffen, die viel zu versteift auf die sich wandelnde Szene blicken. Bestes Beispiel: das Zeichnen auf dem Ipad. Hier spalten sich die Gemüter. Und Künstler, die ihre Werke fast ausschließlich digital entwerfen, dürfen sich von der alteingesessenen Szene einiges anhören. Ich sehe die Digitalisierung als Mittel zum Zweck, um sich das Leben einfacher zu machen. Regeln sind da, um gebrochen zu werden. The future is now old man!

Was war dein erstes Tattoo?

Alex: Ein Chicano Gangster Lettering auf meinem Arm.

Und wie sah das erste Tattoo aus, das du gestochen hast?

Alex: Mein erstes selbst gestochenes Tattoo war der Rolling-Stones-Mund mit einer Kippe auf meinem inneren Oberschenkel. Es war nicht unbedingt meine schönste Erfahrung.

Wo findest du Inspiration?

Alex: Inspiration beziehe ich meistens aus dem Alltag. Situationen, die ich lustig oder traurig finde und gesellschaftliche Themen natürlich. Diese ganze Political-Correctness-Geschichte hat die Meinungsfreiheit eingeschränkt, das müssen wir wieder ändern. Humor ist ein guter Weg, um Menschen auf problematische Themen aufmerksam zu machen und man darf niemals seinen Humor verlieren, insbesondere nicht in Bezug auf sich selbst.

Was ist das Härteste an deinem Job?

Alex: Wenn ich anderen Männern sage, dass sie ihre Hose ausziehen müssen.

Welchen Rat würdest du Leuten geben, die sich das erste Mal tätowieren lassen?

Alex: Mach dir nicht so viele Gedanken über das erste Tattoo. In fünf Jahren bist du sowieso von Kopf bis Fuß bedeckt.

Was würdest du dir selbst niemals stechen lassen?

Alex: Irgendetwas in Farbe.

Was steht noch auf deiner Bucket-List?

Alex: Mit dem transsibirischen Express fahren, das Nordlicht sehen und auf einer illegalen Grasplantage in Kalifornien beim Trimmen helfen.

Diesem Kollegen gebe ich Props:

Alex: @benedikt_long, @lowlife_lindur, @arthur_voss, @carinamoontropic und @nikita.tts [Mehr dazu: Tattoo Talk mit Nikita Sofine]

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Quelle: Noizz.de