Es geht um Markenrechte in Europa.

Das New Yorker Streetwearlabel ist bekannt für exklusive Kleidung und noch exklusivere Kollaborationen. So hat Supreme New York bereits mit Louis Vuitton, The North Face und Nike zusammengearbeitet. Zuletzt wurde die Marke auf eine Milliarde Dollar geschätzt.

Wie das Licht nun einmal die Mücken anzieht, zieht Erfolg seine Nachahmer an. Supreme hat mit Fakes zu kämpfen, die sogar legal sind. Der Grund: In Amerika sichert sich derjenige das Recht an einer Marke, der das Produkt zuerst auf den Markt bringt. In Europa ist das anders. Man muss sich den Namen rechtlich zusichern und die Marke einschreiben lassen. Wer das macht, hat die Rechte.

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Da James Jebbia, der Supreme-Gründer, dies nicht getan hat, haben sich in Italien, Spanien und sogar in China andere die Markenrechte gesichert und dürfen dort Supreme-Produkte verkaufen. Ganz legal. Oft zu günstigeren Preisen und niedrigerer Qualität. Die Designs sind häufig an die Originale angelehnt, wenn nicht sogar zu 100 Prozent kopiert.

CNN ging der Affäre auf den Grund und fragte bei den zuständigen Behörden nach. In Italien sind Dokumente aufgetaucht, die beweisen, dass Jebbia vor den Fakern einen Antrag auf die Sicherung der Marke stellte. Allerdings bekamen die anderen die Zusicherung am Namen Supreme.

Einen Antrag stellte er jedoch nicht in Spanien. Dort sagt man, dass die Designs zu unterschiedlich seien, um die legalen Fakes zu verbieten – dabei wird eins zu eins kopiert. Außerdem habe Supreme NY sich eben nicht als Marke registrieren lassen.

In Asien gibt es solche legalen Fakes ebenfalls. Sogar ein Tech-Gigant wie Samsung wollte zuletzt mit einem solcher Unternehmen eine Kooperation eingehen. Bei einer Pressekonferenz im Dezember stiegen die Inhaber des asiatischen Supreme-Fakes sogar auf die Bühne. Im Februar ließ Samsung den Deal platzen.

Neben Spanien und China sind 52 weitere Fake-Supreme-Labels eingetragen. Supreme klagt gegen die Faker – bisher mit wenig Erfolg.

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Die Erfolgs-Story

Supreme hat im Jahr 1994 mit weißen T-Shirts und Skateboards angefangen. Der erste Store eröffnete in der Lafayette Street in Manhattan. Vier Jahre später folgten drei Stores in Japan. Anschließend expandierte James Jebbia in den USA und nach Europa. Vom Skater-Label zum popkulturellen Phänomen.

Der Supreme-Schriftzug wurde mit der Beliebtheit der Marke berühmt. Promis wie Justin Bieber und Rihanna trugen die Sweatshirts und wurden darin abgelichtet. Damit folgten auch die Nachahmer.

Die originalen Supreme-Kollektionen sind in der Regel innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und demnach auch schwer limitiert. Das sichert die Exklusivität der Marke und bringt dem Träger Coolness und Aktualität.

Dadurch steigt wiederum die Nachfrage. Originale Supreme-Teile werden im Internet für das Zehnfache gehandelt. Und an dieser Stelle kommen die Fakes ins Spiel. Problematisch ist, dass viele gar nicht wissen, dass sie Fakes kaufen. In Italien, Spanien und China dürfen die legalen Fakes Shops eröffnen. Wenn die einen Shop haben, kann das doch kein Fake sein, oder?

Leider doch. Und darunter leidet die originale Marke: Supreme. Ein Label, das 1994 aufgebaut wurde und einen immensen Einfluss auf die Popkultur hat. Genauso haben Luxuslabels wie Gucci, Louis Vuitton und Prada mit Fälschungen zu kämpfen.

Quelle: NOIZZ-Redaktion