„Je mehr Hass du trägst, desto weniger kümmert er dich.“

Unübersehbar prangt das Schimpfwort „Faggot“ („Schwuchtel“) auf der Rückseite einer Bomberjacke der Luxusmarke Diesel, die gerade für ziemliche Furore im Internet sorgt. Empörte Twitter-Nutzer rufen zum Boykott der provokanten Jacke auf, nicht wenige fühlen sich durch die offensichtlich zur Schau gestellten Homophobie verletzt oder sind angeekelt.

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Verständliche Reaktionen – oder nicht? Denn eigentlich hatte es das Modeunternehmen nur gut gemeint: Die Jacke ist Teil der aktuellen „Hate-Couture“-Kampagne, mit der Diesel auf Cyber-Mobbing aufmerksam machen möchte. Unter dem – ziemlich gewöhnungsbedürftigen – Slogan „Je mehr Hass du trägst, desto weniger kümmert er dich“ zeigten sich im dazugehörigen Werbeclip unter anderem Nicki Minaj, die Schauspielerin Bella Thorne und Plus-Size-Model Barbie Ferreira ganz unbekümmert in Kleidungsstücken mit provokanter Botschaft.

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Auch die „Faggot“-Jacke hat ihren Auftritt: getragen vom „Tote Mädchen lügen nicht“-Star Tommy Dorfman.

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Doof nur: Die Kleidungsstücke funktionieren zwar in der Theorie gut, weil sie im Werbespot erklärt werden und somit nicht missverstanden werden können. Sieht man sie aber losgelöst von diesem Kontext und kennt die Message hinter der Kollektion nicht, wirken sie – wie im Falle der „Faggot“-Jacke – falsch und verletzend.

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Auch dass das kontroverse Kleidungsstück für schlappe 400 Euro angeboten wird, stoßt vielen wütenden Social-Media-Nutzern böse auf. Der Vorwurf, den langen Kampf der LGBTQ-Bewegung gegen Anfeindungen aus rein kapitalistischen Motiven unterstützen zu wollen, ist schließlich (leider) berechtigt.

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Mit der Aktion ist Diesel in das gleiche Fettnäpfchen getreten, in das im Sommer auch schon der Onlineshop Revolve tappte: Zusammen mit Body-Positivity-Aktivistinnen, darunter auch Lena Dunham, hatte das Unternehmen beleidigende Online-Kommentare auf Sweatshirts gedruckt. Dass ein Pulli mit dem Spruch „Fett sein, ist nicht schön, es ist eine Ausrede“ nicht gut ankommt, wenn ihn ein superdünnes Model trägt, zeigte schnell der darauf folgende Shitstorm.

>> „Fett sein ist nicht schön, es ist eine Ausrede“: Online-Shop schockt mit Fat-Shaming-Sweater

Eigentlich hätte Diesel aus dem Revolve-Fall lernen können. Ob die „Schwuchtel"-Jacke nach dem Protest tatsächlich noch Abnehmer findet, bleibt abzuwarten.

  • Quelle:
  • Noizz.de