Ein Affenanhänger mit roten Lippen sorgte am Wochenende für Aufregung.

Das Schöne an der Modebranche ist ja, dass eigentlich alles erlaubt ist. Eigentlich. Denn sobald das Sprichwort „seiner Fantasie freien Lauf lassen“ rassistische oder diskriminierende Züge annimmt, ist eine Grenze überschritten.

Im Jahr 2018, in dem das kollektive Bewusstsein für kulturelle Aneignung und „Blackfacing" glücklicherweise so weit geschärft ist, dass eine Verletzung eben dieses Tabus zu Shitstorms und Boykotten führt, müssten, so denkt man, große Modemarken doch längst hypersensibel für genau diese Gefahr sein.

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Anscheinend nicht, wie ein neuer „Blackfacing“-Skandal der italienischen Luxusbrand Prada zeigt. Der Marke wird vorgeworfen, besonders rassistische Schlüsselanhänger zu verkaufen: kleine affenähnliche „Fantasiefiguren" mit dunkler Haut und dicken, roten Lippen. Das große Problem an der Sache: Wie Affen sehen die Figuren nicht unbedingt aus – eher wie die stereotypischen Karikaturen schwarzer Menschen aus dem 19. Jahrhundert.

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Kein Wunder, dass das Modelabel sich jetzt einem ausgewachsenen Shitstorm ausgesetzt sieht: Auf Twitter überschlagen sich die Kommentare wütender Nutzer über so viel Ignoranz.

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„Ich kann eure Produkte nicht mehr tragen. Alles, was ich von Prada besitze, wird verkauft, weggegeben oder landet im Müll. Ihr könnt das nicht mit uns machen“, schreibt ein User empört:

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Andere Twitter-Nutzer prangerten an, dass ein derartiger Skandal durch mehr Diversität im Unternehmen hätte verhindert werden können. Denn in den Führungspositionen großer Modemarken sitzen in den meisten Fällen, welch eine Überraschung, weiße Männer – obwohl die Unternehmen auf internationaler Ebene agieren.

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„Wenn du in deiner Marketingabteilung keine einzige schwarze Person hast, die deinem Arsch Millionen von Dollar an Umsatzverlust erspart“, trifft einer der Tweets den Nagel auf den Kopf:

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Das Unternehmen hat sich mittlerweile in einer Pressemitteilung entschuldigt, die Figuren würden aus dem Verkauf gezogen werden, dementsprechend dekorierte Schaufenster wurden zeitweise verdeckt.

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Ob diese Art der Schadensbegrenzung wirklich hilft, bleibt abzuwarten: Erst vor wenigen Wochen hatte das (ebenfalls italienische) Label Dolce & Gabbana mit einem rassistischen Werbeclip und äußerst diskriminierenden Bemerkungen gegenüber Chinas für Schlagzeilen gesorgt. Das Ende des Lieds: Ladenschließungen, Gewinneinbrüche und ein herber Imageverlust. Sieht nicht gut aus für Prada.

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Quelle: Noizz.de