Wohl kaum einem Kleidungsstück haftet so viel Streber-Image an wie dem Pullunder. Haftete, muss man wohl sagen – denn diesen Herbst feiert er sein Comeback und ist plötzlich richtig Fashion. Wie man ihn trägt? Wir haben da einige Tipps.

Der Pullunder hat ungefähr so viel Swag wie das Wort "Swag": peinlich wenig. Warum? Weil wir ihn irgendwie immer noch mit Männern Typ Olaf Schubert, alten Politikern, Lehrern oder Lehrerlieblingen verbinden. Vielleicht auch, weil er so dysfunktional ist und trotzdem Alman-Funktionalität ausstrahlt: Das ärmellose Kleidungsstück ist weder Weste noch Pullover. Man muss ihn umständlich überstülpen, was ihm mehr Ähnlichkeit mit einem Eierwärmer gibt, als einer Jacke.

Und trotzdem feiert das Ding gerade ein hartes Revival – vielleicht gerade weil er so unangepasst anders ist als das, was wir sonst so in unseren Kleiderschränken haben. Wir haben uns die schönsten Pullunder-Looks angeschaut und fünf sehr gute Wege gefunden, einen Pullunder zu tragen, ohne sich lächerlich zu machen:

#1: Klassisch über dem Herrenhemd

Wie nimmt man einem Kleidungsstück seine Spießigkeit? Entweder, indem man es gezielt mit anderen Elementen "bricht" – oder indem man die Spießigkeit auf die Spitze treibt. Zweitens funktioniert super, wenn man den ärmellosen Pullover mit einem klassischen weißen Herrenhemd paart. Generell gilt ja, das kennen wir schon von Cordhose, Regenjacke und Socken-in-Sandalen: Was an Opa altmodisch aussieht, kannst du im Jahr 2020 easy tragen.

Pastellfarbene Pullunder über weißen Hemden

#2 Betont oversized

Man kennt's von Hoodie, Jeans und generell allem aus der Streetwear-Bubble: Was "normal" geschnitten vielleicht ein bisschen basic aussieht, wirkt direkt lässig, wenn wir es einfach ein paar Größen größer tragen. Funktioniert auch gut beim Pullunder: Was körperbetont gerne nach Vorstadt-Alman aussieht (no front, wenn das dein Look ist), schaut gleich viel besser aus, wenn alles ein bisschen lockerer sitzt.

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Was beim Spiel mit der Silhouette zusätzlich hilft: Layering. Zum Beispiel, wenn der Look zusätzlich mit einer gecroppten Jacke oder einem extra langen Shirt kombiniert wird.

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#3: Pullunder auf nackter Haut

Womit lässt sich Biederkeit easy bekämpfen? Genau, mit nackter Haut. Wer dem Pullunder die Tristesse nehmen will, trägt ihn einfach mit ansonsten so wenig Kleidung wie möglich – zum Beispiel als Minikleid oder Oberteil-Ersatz.

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Pullunder

#4 Als Stilbruch zum Kleid oder Rock

Was gehört zum klassischen Pullunder-Look? Meistens sieht der so aus: Herrenhemd, Pullunder obendrauf, Jackett dazu – und damit's an den Beinen nicht zu kalt wird, eine klassische Bundfaltenhose. So sahen zumindest durch die Reihe alle meine Chemie-, Physik- und Geographielehrer im Gymnasium aus. Was ist das größtmögliche Gegenteil dazu? Genau: ein Kleid – je farbenfroher und greller, desto besser. Das ist im Optimal-Fall aus einem shiny Material wie Satin, glitzert oder ist aus (Kunst)-Leder.

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Das macht den Pullunder feminin, verspielt, jung – also alles, was man dem Ding so dringend an Modernität verpassen will. Was du besser im Schrank lassen solltest: Das graue, wadenlange Strickkleid, denn das ist ungefähr genauso schlimm, wie der Bundfaltenhosen-Look selbst.

#5 Ton-in-Ton oder Muster über Muster

Wer Pullunder trägt, kann sich zwischen minimalistisch und hypereklektisch entscheiden. Heißt: Wer auf Skandi-Look und schlichte, monochrome Outfits steht, trägt einen Pullunder im gleichen Farbton wie die Hose, Jacke oder das Oberteil, das man darunter anhat.

Pullunder Ton in Ton mit dem restlichen Outfit

Und wer auf bisschen ein mehr Aufregung à la Gucci steht, kombiniert einfach wild miteinander: Karo zu Blumenprint, Pastellfarben zu Neon, Logos und Pailletten. Das Schöne an Fashion ist ja, dass man einfach man selbst sein kann.

Pastellfarbene Pullunder über weißen Hemden
  • Quelle:
  • NOIZZ