Das Air-Force-1-Remake kommt an Halloween raus.

Mit exakt dem gleichen Schuhdesign immer und immer wieder verkaufsstarke Remakes herauszubringen, ist finanziell gesehen ein schlauer Schachzug von Nike. Dabei sind die Ergebnisse dieser sogennanten Remakes oft ziemlich lame. So zum Beispiel ihr neuer „Skeleton“-Sneaker.

Ein stinknormaler weißer Air Force 1 mit einer Sohle, die im Dunkeln leuchtet, und Skelett-Aufdruck – Tada!, der „Halloween“-Sneaker ist da, und Nike gibt seinen Kunden einen Grund, genau dasselbe Modell, das sie schon x-mal besitzen, erneut zu kaufen ... weil jetzt ein Skelett von seiner Flanke prangt.

Sieht aus wie ein normaler Air Force 1.

Eigentlich ist die Idee eines thematisch neu designten Sneakers ziemlich cool. Doch genau in dieser Behauptung liegt der springende Punkt. Denn „neu designt“ ist an vielen Remakes von Brands wie Nike, Puma und New Balance fast gar nichts mehr.

Denn für die Sneaker-Brands gehört zu einem gelungenen „Remake“ nicht mehr als ein paar experimentelle Farbkombinationen, hier und da eine aufgedruckte Grafik und ein kreativer Name, und schon gibt es ihn: den „Game of Thrones“-Sneaker, den „Pepsi Cola“-Sneaker oder den „Anime“-Sneaker; den „Hot-Dog“-Sneaker und den „Playstation“-Sneaker.

Geleakter Sneaker aus der Adidas x „Game of Thrones“-Kollabo

Wieso begeistern wir uns noch für diese unnötigen Remakes, die noch nicht mal wirklich welche sind? Eine neue Farbpalette sollte nicht gleich „Remake“ heißen, nur weil sie an ein pop-kulturelles Ding erinnert. Eine ziemliche Beleidigung an die Sneaker-Kultur, die für wahre Schuh-Innovationen steht. Die ist doch auch eigentlich gar nicht so schwer, die wahre Innovation.

Der Air Jordan wurde für den Basketball-Spieler Michael Jordan im Jahr 1984 von Peter Moore, Tinker Hatfield und Bruce Kilgore designed. Er sollte der „Michael Jordan“-Sneaker sein, also DER Basketball-Sneaker schlechthin. Seitdem gab es immer wieder neue Versionen des Air Jordan. Und zwar wirklich neue. Dazu gehörten auch der ein oder andere gestaltungstechnische Reinfall wie der Air Jordan XV, so wie legendäre Erfolge wie der Air Jordan XI. Der neueste Air Jordan soll sogar ganz ohne Schnürsenkel funktionieren.

So sieht der neue Air Jordan 33 aus.

Der Air Jordan schafft es als pop-kulturelles Produkt, einer Sneaker-Brand durch zahlreiche Neuauflagen hindurch ständig Neues zu zeigen. Offenbar ist innovatives Sneaker-Design für Nike demnach keine Schwierigkeit. Trotzdem scheinen sie sich mittlerweile darauf festgefahren zu haben, ihre neuen Designs an der „Air Force 1“- oder „Air Max 97“-Struktur zu orientieren, während sie dem Ganzen oberflächlich eine minimale Veränderung verpassen.

Einem weißen „Air Force 1“-Modell lediglich einen Skelett-Fuß aufzudrucken, es am 31. Oktober, also an Halloween, zu releasen und es den „Skeleton“-Sneaker zu taufen wäre so, als würde H&M jedes Jahr das gleiche Pulli-Design produzieren nur mit einem anderen peinlichen französischen Schriftzug. Obwohl warte – das tun sie ja auch!

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Vielleicht wäre es mittlerweile mal Zeit für ein wirkliches „Sneaker-Remake“. Wie wäre es mit Sneakern, die Feuer spucken? Oder unsichtbare Sneaker oder verwandelbare Sneaker? Oder Hover-Sneaker? Wir hätten da ein paar Ideen ...

  • Quelle:
  • Noizz.de