Die neue Kampagne mit Lana Del Rey macht es nicht besser.

Rapper lieben Gucci. Passt zugegebenermaßen auch verdammt gut. Die italienische Marke ist ein gewisses Statussymbol und ist nicht gerade dezent. Aber schon vor allen Rappern wusste ein anderer Alleskönner das Label bereits zu schätzen: Jared Leto.

Seitdem 2015 Alessandro Michele das Sagen bei Gucci hat, sehe ich den 30-Seconds-To-Mars-Frontmann, Schauspieler und ja auch Model in nichts anderem mehr als, richtig, Gucci. Wirklich. Er trägt es immer und überall. Auf der Bühne. Bei Interviews. Wahrscheinlich auch in seinem Haus, wenn er im Blümchen-Seiden-Gucci Pyjama mit Schlangen-Samt-Slippern den Müll in L.A. rausbringt. Sofern Leto so etwas tut.

Okay, Leto und Michele könnten auch Brüder sein. Einzige Ausnahme: Bei einem Konzert zu Ehren der Band Fleetwood Mac trug er einen Anzug von Designer Shayne Oliver aus dem Hause Helmut Lang. Oh mein Gott! Dabei ist Jared Leto das Gesicht von gleich mehreren Gucci-Kampagnen bis dato.

Er ist ein Gucci-Superfan.

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Ich meine, es passt ja auch vom Stil her. Trotz der Tatsache, dass Leto ein ziemlich durchgeknallter Vogel ist und die ein oder andere fast schon beängstigende Rolle gespielt hat – er versteht es sich Fashion-technisch immer neu zu erfinden. Und Gucci lässt ihm da alle Freiheiten: Mal Blümchen, mal glänzend, mal Kettenlook. Und vor allem: Gucci ist edel und hat kein Problem mit weiblicher Akzentuierung, auch in der Männermode. Das spielt Leto geradezu in die Karten. Der wohl perfekte Look für ihn.

Letos Superfan-Dasein ist allerdings ein bisschen übertrieben. Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob Leto nicht mittlerweile Guccis hauseigenes Maskottchen geworden ist.

Er ist der Axel Schulz mit Fackelmann-Käppi- Nur eben mit Gucci.

Ich weiß noch nicht mal, ob er wirklich Geld bekommt für seine privaten Gucciexzesse oder es einfach nur geil findet, oder aber mit so vielen Klamotten des Luxuslabels zugeschüttet wird, dass er eben gar nichts anderes mehr im Schrank hat.Vielleicht sieht er es aber auch einfach nicht ein, sich noch irgendetwas anderes zu kaufen, wenn er Klamotten im Wert von Tausenden von Dollars geschenkt bekommt – nicht, dass das beim millionenschweren Leto eine große Rolle spielen dürfte.

Seiner Rolle als Markenbotschafter kommt er jedenfalls sehr gut nach, fast besser als jedes weibliche Fashiongesicht. Egal wo er auf seinen Look angesprochen wird oder man mit ihm über Style spricht: Das G-Wort fällt auf jeden Fall. Und wie tolle er es findet, und wie gerne er Blümchen trägt und wie toll das zu seinem Lebensgefühl passt.

Puh. Das mag alles sein und stimmen. Aber muss eine Marke die öffentliche Wahrnehmung einer Person derart dominieren? Jetzt kommt auch noch der neuste Clou der Markenliebe: Jared Leto ist gemeinsam mit Lana Del Rey das neue Gesicht für das Parfum „Guilty“. Da kann er den G-Spirit und das Lebensgefühl gleich noch mehr ausleben.

Beide leben den American Dream, suhlen sich an ikonischen Retro-Orten der Hollywoodmythen des 20. Jahrhunderts, sehen schick aus und tragen von Kopf bis Fuß Gucci. Erstaunlicherweise passen beide super gut zusammen, optisch und ästhetisch ist dieser Werbeclip der Wahnsinn, aber ich denke nur wieder: Uff, schon wieder Gucci?

Ich will lieber einen Song von Jared und Lana. Keine Gucci-Werbung.

Von Jared Letos Band 30 Seconds to Mars hat man bereits länger nichts mehr gehört, Lana Del Rey hingegen sprudelt gerade so über für kreativen Input. Vor gut einer Woche veröffentlichte sie den feministischen Song „hope is a dangerous thing for a woman like me to have – but i have it“.

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Dabei handelt es sich wahrscheinlich nicht nur um einen der längsten Songtitel aller Zeiten, die Veröffentlichung ist außerdem der erste Vorbote ihres kommenden Albums „NORMAN FUCKING ROCKWELL“. Das von Jack Antonoff produzierte Album hat noch kein festes Veröffentlichungsdatum.

Bis dahin müssen wir uns Lana und Jared eben noch ein bisschen länger als Prunk-Gucci-Paar im American-Vintage-Look anschauen. Juhey. 

Quelle: Noizz.de