Alles, was ihr über die Met Gala 2019 wissen müsst.

Die Met Gala ist bekanntlich das Event auf dem sich Mode und Kunst einen innigen Zungenkuss verpassen: Das New Yorker "Metropolitain Museum of Art" veranstaltet jährlich eine Benefiz-Gala, um Spenden für das "Costume Center" des Met-Museums zu sammeln.

Keine Geringere als Vogue-Oberchefin Anna Wintour hat hier an vorderster Front ihre strengen Finger im Spiel: Sie richtet seit 1995 die Gala und die Mode-Ausstellung aus – und entscheidet, wer bei dem wohl wichtigsten Event des Fashion-Jahres auf der Gästeliste landet. BesucherInnen wie Beyoncé, Rihanna, Pharell Williams, Kanye West und Gattin Kim sowie jede/r mit Rang und Namen der High Society geben sich die Ehre.

Mit der Met Gala wird außerdem die erwähnte Ausstellung eingeläutet – der Dresscode orientiert sich hierbei an einem jährlich neuen Thema. "Camp – Notes on Fashion" wird 2019 den modischen Ton angeben. Der Titel bezieht sich auf einen Text der amerikanischen Intellektuellen und Wissenschaftlerin Susan Sontag "Notes on Camp".

Die 1964 veröffentlichten Aufzeichnungen beschäftigen sich mit einem ästhetischen Stil namens "Camp". Da weder der Begriff noch sein Inhalt besonders gut fassbar sind, versuchte Sontag anhand loser Notizen, das Phänomen einzugrenzen. Liest man sich die Notes durch, entsteht eher ein Gefühl für diese Form der Ästhetik, als dass man tatsächlich versteht, was "Camp" genau ist. Fest steht allerdings: Die Kunstform kann sich in allem und jedem widerspiegeln – Mode, Möbel, Musik oder sogar im Design der Pariser Métroeingänge. Camp ist besonders pompös, übertrieben, dekorativ aber gleichzeitig auch herausfordernd. So lassen sich Tiffany-Lampen aber auch die Queer-Szene seit den Achtzigern als "campy" bezeichnen.

Sich nach diesem Dresscode zu kleiden bedeutet für die BesucherInnen der Met Gala also erstmal Interpretationsarbeit – denn so eindeutig wie katholische Heiligenbilder vom letzten Jahr ist es dieses Mal nicht (wer außer uns fand Rihannas Mitra auf dem Kopf vorhersehbar?!). Wenn man sich Beispiele von Camp und die letzten Jahre der Met-Gala allerdings so ansieht, fragt man sich, ob die legendäre Verantaltung nicht selbst längst zum Symbol für Camp geworden ist. Hochtürmende goldene Kopfbedeckungen, meterlange gelbe Schleppen, silberglänzende Uniformen, Kronen, Bling-Bling und von allem ein bisschen zu viel des extravaganten Unpraktischen. Ehrlich gesagt: Trifft alles ziemlich gut zu auf die "Notes on Camp". Wir haben ein bisschen Angst, was bei einem solchen Motto 2019 zu erwarten ist – noch mehr des Guten? Leider müssen wir uns bis Anfang Mai des nächsten Jahres gedulden. Dann erst präsentieren sich die Stars und Mode-Gurus in ihren Camp-Outfits. Bis dahin schwelgen wir in Erinnerungen an die letzten Jahre.

Quelle: Noizz.de