Mehr Nachhaltigkeit, keine Fashionshows mehr im Rahmen der internationalen Modewochen und ein Fokus auf Tokio und Shanghai: In der Menswear von Louis Vuitton wird gerade richtig viel geändert. Virgil Abloh feiert das als Neubeginn nach Corona.

Auch wenn sich nach den letzten Monaten voller Lockdown-Stillstand, Quarantäne und Social Distancing gerade vieles wieder Richtung Normalität bewegt: Normal ist nach der Corona-Pandemie noch gar nichts – vor allem nicht in der Modebranche. Doch Fashion wäre kein Kreativ-Business, würden sich die Akteur*innen nicht lauter tolle Lösungen zu ausgefallenen Modeschauen und ausbleibenden Kollektionen einfallen lassen. Bestes Beispiel: Das Luxushaus Dior, das seine Haute-Couture-Kollektion gerade in Form von Miniatur-Entwürfen gezeigt hat. Oder auch die Londoner Fashionweek, die als erste Modewoche komplett auf ein digitales Angebot umgeschwenkt ist.

Ein bisschen wie Gucci: Louis Vuitton will sich nicht mehr an Fashion Weeks orientieren

Auch Louis Vuitton hat jetzt krasse Änderungen bekannt gegeben: Ähnlich wie Gucci will die Brand ihre Menswear ab sofort nicht mehr einem strikten Schauen-Plan unterwerfen. Statt zweimal jährlich im Rahmen der Pariser Fashionweek präsentiert zu werden, sollen die Kollektionen ganz unabhängig von bestimmten Seasons in Form von Runway-Shows in verschiedenen Städten weltweit gezeigt werden. Die beiden ersten Austragungsorte: Tokio und Shanghai.

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Kreativdirektor Virgil Abloh

Mehr Nachhaltigkeit in der Menswear

Die kommende S/S 2021 Kollektion, die den geheimnisvollen Namen "Message in a Bottle" trägt, soll allerdings erst noch im Rahmen der Digitalen Pariser Fashion Week gezeigt werden: In Form eines Kurzfilms. Im August soll die Kollektion dann IRL in Shanghai präsentiert werden – zusammen mit einer neuen Nachhaltigkeitsinitiative des Labels. Die Kollektion soll nämlich Outfits enthalten, die aus Recycling-Materialien bestehen, aber auch mit Bestandteilen der vergangenen H/W 2020 Kollektion spielen.

Eine neue Ära für die Modebranche?

Virgil Abloh selbst hat die kommende Show gegenüber dem Modemagazin "WWD" als größte Veränderung bezeichnet, die er vorgenommen hätte, um ein neues System zu erschaffen – und das Beste: Er beschreibt die Veränderung als ein vollständig ineinandergreifendes Konzept, von den Kleidern über die Handwerkskunst dahinter bis zum gezeigten Kurzfilm. Auch krass: Er sieht die weltweite Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf die Mode als etwas Positives: "Anstatt alles schwarzzusehen und in Panik zu verfallen, sehe ich die aktuelle Situation als eine Art neue Front, die wir uns in der Mode doch schon lange gewünscht haben. Wir sind in einer neuen Ära angekommen."

Die neue Kollektion soll das erste Mal am 10. Juli gezeigt werden.

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Quelle: Noizz.de