Immer mehr Stimmen kritisieren den verstorbenen Modeschöpfer.

Am Dienstag gab das französische Modehaus Chanel den Tod von Karl Lagerfeld bekannt. Der Modedesigner starb im Alter von 85 Jahren in Paris – an den Folgen einer Krankheit. 36 Jahre lang hatte Lagerfeld das Erbe von Coco Chanel weitergeführt; für viele Menschen ist er eine Inspiration und wichtige Persönlichkeit gewesen.

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Doch nicht für alle. Lagerfeld hat neben Sätzen wie „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“ auch für negative Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem wegen Sätzen wie „Was ich hasse, sind hässliche, kleine Männer“ und „Ich habe die Schnauze voll von #MeToo.“ Außerdem äußerte er sich kritisch zu islamischen Flüchtlingen und der Flüchtlingspolitik Angela Merkels.

Entsprechend werden jetzt auch immer mehr Stimmen laut, die den Modezar nicht nur für sein Lebenswerk loben. Eine Diskussion hat dabei vor allem Jameela Jamil via Twitter ausgelöst. Die britische TV-Moderatorin und Schauspielerin kritisierte Lagerfeld kurz nach seinem Tod. Sie retweetete einen Artikel des wearyourvoicemag, in dem Lagerfeld als Frauenfeind bezeichnet wird.

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Dazu schreibt sie: „Ich bin froh, dass es jemand gesagt hat. Auch wenn es noch ein bisschen früh ist. Ein skrupelloser, Fett-phobischer Frauenfeind sollte nicht überall im Internet als Heiliger dargestellt werden. Sicherlich talentiert, aber nicht der beste Mensch.

Gegen diese Aussage wehrt sich Model Cara Delevingne. Sie setzt sich für Lagerfeld ein. Was folgt, sind mehrere Tweets, in der Jameela Jamil immer wieder betont, dass man den Chanel-Designchef für sein Lebenswerk nicht nur loben dürfe.

Die Schauspielerin von „The Good Place“ scheint jedenfalls nicht die Einzige zu sein, die Lagerfeld kritisiert. Wie sie finden auch viele andere User im Netzt die Medien-Trauer gegenüber Lagerfeld heuchlerisch. Kritik gab es dabei auch von deutschen Stars wie Rapperin Nura. Sie schrieb – laut Screenshots von raptastisch – in ihrer Instagram-Story: „Karl Lagerfeld. Möge der alte rassistische Mann in Frieden ruhen, hoffe im Himmel sind keine Flüchtlinge, die ihn nerven werden …“

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Am Ende hat Lagerfeld trotz Sexismus-, Body-Shaming- und Rassismus-Vorwürfen aber mehr Menschen, die ihn für sein Lebenswerken ehren, anstatt ihn zu kritisieren. Ob man über Sätze wie „Runde Frauen will niemand sehen!“ aber einfach ignorieren sollte, sei dahingestellt. Die Frage ist vielleicht, ab wann die Trauer vorbei und Kritik angemessen ist. 

Quelle: Noizz.de