Ist das der Beginn der Post-Posty-Tattoo-Ära?

Die unspektakuläre Nachricht, Justin Biebers Bubi-Gesicht ziere ein neues Tattoo, schwirrt schon seit Wochen durch die Medien. Genauer gesagt seit November 2018, als Star-Tätowierer Jonboy droppte, dass er dem Popstar und seiner frisch vermählten Frau , Model Haley, Partner-Tattoos gestochen habe. Was man halt so machen lässt, als das Promi-Paar des 21. Jahrhunderts.

Und dass man Liebesbekundungen als ernst zu nehmender Dude mittlerweile nicht mehr klassisch auf dem Oberarm trägt, sondern am besten richtig plakativ in der Fresse, machten Lil Xan, Offset und 6ix9ine ja schon vor: Ersterer trägt den Namen seiner Mama auf der Wange, Zweiter den seiner Tochter Kulture, Dritter vor lauter Selbstliebe seinen eigenen Künstlernamen.

>> Rapper Offset lässt sich ein Gesichtstattoo für seine Tochter stechen

Keine Überraschung also, dass Bieberboy – dessen BBF Post Malone mehr oder weniger Pionier hässlicher Cloudrap-Tätowierungen ist – nun mit einem neuen Gesichtstattoo nachzieht. Eine Überraschung ist dagegen, wie das neue Tattoo des 24-Jährigen aussieht: Denn statt den plakativen Ignorant-Style-Tattoos, die wir von seinen Musiker-Kollegen kennen, ist die bieber'sche Körperzierde so klein und filigran, dass man sie eher auf dem Handgelenk eines Tumblr-Models vermutet, als auf einem Typ, der seinen ganzen Körper mit großformatigen Motiven zugekleistert hat.

Denn über Justins Augenbraune steht seit Kurzem das englische Wort „Grace“ (auf Deutsch: Anmut, Gnade) – aber in so dünner Schnörkelschrift, dass man dem Guten sehr nah kommen muss, um den feinen Schriftzug überhaupt zu entdecken.

Könnte es sein, dass Justin, genau wie wir, genug vom plakativen Facetattoo-Trend hat? Ist das filigrane Tattoo ein symbolisierter Mittelfinger an alle Wannabe-Rapstars, die sich eher mit auffälligen Tattoos als mit ihrer Musik zu profilieren versuchen? Ein Statement á la „Ihr-seid-ja-so-2017“? Entdeckt der Junge gerade seine feminine Ader? Oder hat vielleicht Mrs. Hailey Bieber die Finger im Spiel? Oder doch Justins Pfarrer?

Ganz egal, was der Auslöser für das minimalistisch-anmutende Motiv war: Es ist eine ziemliche Erfrischung zwischen den wahllos vollgehackten Gesichtern, die uns gerade sonst so von Albumcovern und auf Social Media entgegengrinsen – und wirkt damit fast wie die Einleitung einer nächsten Stufe des Tattootrends. Denn auch wenn Gesichtstattoos im Jahr 2019 sicherlich nichts Revolutionäres mehr haben – die Ästhetik, die der Sänger gewählt hat, hat es. Wenn er sich jetzt noch den White-Trash-Schnauzer abrasiert, können wir ihn auch fast (wieder) ernst nehmen.

>> Gesichtstattoos sind das neue Arschgeweih

Quelle: Noizz.de