Das Hypebeast unter den deutschen Fußball-Profis designt nämlich seit drei Jahren Brillen.

Dass Jérôme Boateng das größte Hypebeast im deutschen Fußballuniversum ist, wissen wir spätestens, seit er Ende 2018 sein eigenes Lifestyle-Magazin "Boa" launchte. (Ja, davor hatte er auch schon ordentlich abgeliefert ...). Dem geht es Gerüchte halber zwar nicht mehr allzu gut, es schlug in unsere Fashion-Herzen aber dennoch ein wie Virgil-Abloh-Möbel in Ikea-Filialen. Und wie heißt es nicht ohne Grund: Schönheit vergeht, Stil besteht.

Jérôme Boateng Foto: Edel-Optics

Boateng hat nicht nur den FC Bayern München aufgecoolt wie vor ihm kein zweiter und Stilsünder wie Franck Ribéry und Arjen Robben mit seinem Swag überstrahlt; auch das schwarz-weiße Dress der deutschen Nationalelf wurde durch ihn plötzlich zu einer Fashion-Preziose à la Gosha Rubchinskiy. Vor diesem Hintergrund ist Jérôme Boatengs Abgang aus der Nationalelf vor allem auch ein modischer Verlust. Und als diesen Sommer darüber spekuliert wurden, wohin Boa wohl wechseln könnte – die Zeichen standen deutlich auf Aufbruch –, waren wir bei NOIZZ uns sicher, dass eigentlich nur der 1. FC Hype in Frage kommen würde: namentlich Paris Saint-Germain.

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Wer genauer hinschaut, dem muss aufgefallen sein, dass Boateng sich schon seit Jahren in Fashion-Gefielden bewegt. 2015 kürte ihn die "GQ" zum bestangezogenen Deutschen, seit 2016 designt er gemeinsam mit der Hamburger Brillenmarke Edel-Optics eigene Brillen: "JB by Jérôme Boateng" heißt dort unverschnörkelt seine Sub-Brand, die vergangenen Sommer bereits ihre vierte Kollektion vorstellte. Diese umfasst fünf neue Seh- und Sonnenbrillen in je vier verschiedenen Farben, die zwischen 179 Euro und 199 Euro kosten. Man kriegt sie entweder in den Edel-Optics-Geschäften oder im Online-Store des Brillenherstellers.

Jérôme Boateng und seine eigene Brillen-Kollektion Foto: Edel-Optics

Und da man Sonnenbrillen mittlerweile auch im Winter trägt (es geht bei ihnen ja nicht um Sonne, sondern um eine Lebenseinstellung), haben wir die Gelegenheit genutzt, um mit Jérôme Boateng über Brillen, Mode und Stil zu sprechen!

NOIZZ: Jérôme, was macht für dich guten Stil aus?

Jérôme Boateng: Ich mag es, wenn man Basics gut kombiniert und durch Accessoires so sehr aufwertet, dass es wieder einen total neuen Look mit individuellem Touch bekommt. Zu Basics zähle ich schlichte Shirts, Jeans aber auch einen schwarzen Anzug – wenn man hier noch richtige Akzente setzt und somit was Eigenes draus macht, dann finde ich das schon sehr stilsicher.

Wenn du dich morgens einkleidest, worauf achtest du besonders?

Jérôme: Das kommt natürlich darauf an, was an dem Tag geplant ist. Wenn ich zuhause mit den Kindern bin oder Training habe, ziehe ich natürlich was Bequemes an. Für Events gebe ich mir auch gerne Mühe und ziehe was Schickes an, das ist immer sehr tagesformabhängig bei mir und ich muss da auf meine Laune vertrauen. (Lacht)

Jérôme Boateng Foto: Edel-Optics

Hast du eine Lieblings-(Sonnen-)Brille? Wenn ja, welches Modell?

Jérôme: Ich habe durch die Zusammenarbeit mit Edel-Optics natürlich die Chance, Brillen ganz nach meinem Geschmack zu designen. Ich mag sie alle aber klar, habe ich auch Favoriten unter ihnen. Die JB Visionary und die Boavista trage ich am liebsten und am häufigsten, würd ich sagen.

Welche Brillen sind zurzeit ein Must-have?

Jérôme: Runde Brillen, am besten mit goldenem Rahmen – das geht immer und sieht zu jedem Outfit gut aus.

Was macht eine Brille interessant?

Jérôme: Formen und Colourways. Wenn das zusammenpasst, finde ich eine Brille interessant. Wir haben in der aktuellen Kollektion mit Edel-Optics ein Modell designt, das sehr an die 90er Jahre erinnert. Von der Form her, aber auch die Farbkombinationen.

In Bezug auf Mode allgemein: Woran erkennt man Qualität?

Jérôme: Ich würde sagen, das hängt auch davon ab, was einem wichtig ist. Generell sind Unterschiede aus meiner Sicht: Wie aufwändig ist das Design? Wie individuell ist die Gestaltung? Was sind die Details? Steckt vielleicht eine Geschichte hinter dem Produkt? Dann auch die Frage, ob hochwertige Materialien verwendet werden, wie gut ist die Verarbeitung. Halten die Sachen lange oder sind sie nach ein paar Monaten abgetragen? Am Ende ist natürlich entscheidend, dass man sich mit dem Produkt wohl fühlt und es gern trägt.

Du giltst als Stilvorbild. Ziehst du in Erwägung, bald auch selbst Mode zu kreieren, abseits der Brillenkollektion?

Jérôme: Ich schließe nichts aus und habe Lust auf das Designen. Mir macht das Spaß, und gerade bei den Brillen bin ich nach vier Kollektionen jetzt schon fast ein richtiger Profi. (Lacht) Mode selbst zu kreieren, macht auch viel Spaß und würde ich in Zukunft auch wieder machen.

Jérôme Boateng Foto: Edel-Optics

Wer ist dein Stilvorbild?

Jérôme: Es gibt viele Männer, die sich meiner Meinung nach gut anziehen und deren Stil ich richtig fresh finde – David Beckham ist für mich immer gut angezogen. Auch Pharrel Williams hat einen guten Style.

Hat sich dein Blick auf Mode verändert, seitdem du Vater geworden bist? Denkst du praktischer?

Jérôme: Sportler sind ja eh immer sehr praktisch und bequem unterwegs – Hoodie und Jogger habe ich oft an, deswegen musste ich nicht viel umstellen, um zum Beispiel auf den Spielplatz mit den Kindern zu gehen. Schaue aber jetzt auch durch die Kinder auf Kindermode, das habe ich davor nicht getan. (Lacht)

Inwiefern beeinflusst die Hip-Hop-Szene deinen Stil?

Jérôme: Man sieht den Einfluss auf jeden Fall in meinem Stil, an den Goldketten, den Sneakern und auch an den Accessoires wie den Brillen und Caps. Ich würde schon sagen, dass Hip-Hop einen großen Einfluss auf meinen Style hat.

Gab es Kleidungsstücke, die du als Kind haben wolltest und dir erst als Erwachsener leisten konntest?

Jérôme: Ich glaube, dass ich das Gefühl am meisten bei Schuhen habe. Ich habe schon immer diesen Schuhtick, und jetzt kann ich den auch ausleben. Deswegen platzt mein Schuhzimmer auch immer aus allen Nähten, aber ich kann es einfach nicht lassen. Sneakersüchtig. (Lacht)

Quelle: Noizz.de