Umwelt vs. Gewissen – das ewige Battle.

Gucci will kein Pelz mehr, Prada will kein Pelz mehr, Chanel will kein Pelz mehr – die momentane Modebewegung setzt ein klares Zeichen für das Wohl der Tiere und gegen echte Pelze. Stattdessen benutzen die Marken Fake-Fur, oder auch Faux-Fur genannt: Tierfell-Imitat, das aus Plastik besteht. Der neue Trend ist zwar gut für Tiere doch ziemlich schlecht für die Umwelt. Ist Fake-Fur also wirklich besser als tote Tiere?

Gerade jetzt nach der New York Fashion Week haben Designer sich dazu bekannt: Echtes Tierfell ist out, Fake-Fur ist in. Fast jeder Designer will darauf verzichten, als Tiermörder angefeindet zu werden, doch niemand will auf die Ästhetik eines gut-designten Pelzes verzichten. So zum Beispiel Vetements, die knöchellange Fellmäntel zeigen – und dafür kein einziges Tier haben sterben lassen.

Lobesam, und doch für die Umwelt ein Graus. Denn das gute Gewissen darüber, kein Tier umgebracht zu haben, lenkt davon ab, was für verheerende Folgen Fake-Fur eigentlich für die Umwelt haben kann.

Fake-Fur ist ein synthetischer Stoff, der zum größten Teil auf Petroleum basiert. Tierwohl hin oder her, ist es wirklich gut, in der jetzigen Zeit noch Methoden zu finden, NOCH mehr Plastik in die Welt zu bringen?

Das Problem daran, dass die Mäntel aus Plastik bestehen, ist nicht nur ihr extrem langjähriger Abbauprozess. Auch das von den Mänteln verlorene Mikroplastik wird in die Welt freigelassen. Das landet in unseren Meeren, in unserem Trinkwasser und in Meerestieren. Laut der Naturschutz-Seite "Ocean Crusadors" tötet Mikroplastik um die 100.000 Tiere jedes Jahr. Bis 2050 soll der Ozean mehr Plastik als Fische enthalten. Das ist aber nicht alleine die Schuld von Fake-Fur-Mänteln – sondern die der gesamten Fast-Fashion-Industrie, die davon lebt, Klamotten ein nur kurzes, trend-aktuelles Leben zu verpassen.

Insofern scheint echtes Fell tatsächlich die umweltfreundlichere Alternative zum Fake-Fur zu sein. Trotzdem ist die ganze Angelegenheit ein zweischneidiges Schwert. Denn während sich echtes Fell leichter abbauen lässt, sind beide Stoffe in ihrer Herstellung toxisch. Echtes Fell braucht zum Beispiel Salz- und Schwefelsäure bei der Herstellung, Fake-Fur braucht Chemikalien aus fossilen Brennstoffen.

Es gibt also keine richtige Antwort – aber erträgliche Alternativen. Die versucht zum Beispiel die Marke House of Fluff zu bieten, die Fake-Fur aus 37 Prozent Bio-Materialien herstellt.

Auch Vintage-Fur, für das niemand mehr sterben muss und keine weiteren Ressourcen verbraucht werden muss, ist eine Möglichkeit für Menschen, die einfach nicht auf die Tier-Ästhetik verzichten wollen.

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Quelle: Noizz.de