Manches ist schlau, manches PlayStation.

Weniger Verpackungen, Klima-Investments oder Spielzeug-Verbote – im Moment überschlagen sich die News über fette Unternehmen, die jetzt nachhaltiger produzieren wollen. Bei vielen kaufst sicher auch du regelmäßig ein und damit du den Überblick nicht verlierst, kommt hier deine Rettung: eine Liste der bekanntesten Labels, die jetzt etwas für den Planeten tun. Oder fürs Image. In den meisten Fällen einfach beides. Viel Spaß damit.

1. Ikea will bis 2030 klimapositiv werden

Das ein oder andere Tischlein hat sich wohl jeder schon einmal bei dem Möbelriesen gegönnt. Okay, seien wir ehrlich: Shoppingtouren durch die Ikea-Filialen enden bei den meisten mit ordentlich viel unnötigem Kleinkram, der in Plastik verpackt ist.

Das kann doch nicht nachhaltig sein – oder? Jein. Ikea setzt bei seinen Plänen zum Umweltschutz nicht etwa beim Verpackungswahnsinn an, sondern bei erneuerbarer Energie. Schon 2,8 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen nach eigener Aussage in den letzten Jahren in Solar- und Windenergie gesteckt – und will noch mehr investieren.

Ikea plant, noch vor dem Ende des Jahres mehr erneuerbare Energie zu produzieren, als seine Filialen verbrauchen, und will bis 2030 klimapositiv werden. Der Geschäftsführer der Ikea-Holding-Firma Ingka, Jesper Brodin, sagte dazu: "Klimafreundlich zu sein ist kein zusätzlicher Kostenpunkt. Tatsächlich ist es schlaues Business und das Business-Model der Zukunft. Alles rund um fossile Brennstoffe und den schlechten Umgang mit unseren Ressourcen wird auf Dauer teuer sein." Damit wäre das Verpackungsproblem zwar noch nicht gelöst – ein guter Ansatz ist es trotzdem.

2. Sonys neue PlayStation verbraucht weniger Energie

Sony hat die neuen Features der PlayStation 5 bekannt gegeben – und siehe da, sie soll viel weniger Energie verbrauchen, als die PlayStation 4. Das Modell kommt 2020 auf den Markt und schreibt sich Nachhaltigkeit auf die Fahne. "Wenn nur eine Million User dieses Feature aktivieren, spart das die Menge an Strom, die 1.000 US-Haushalte durchschnittlich verbrauchen", sagte der CEO der Firma, Jim Ryan.

Weiter sagte er, dass Sony den CO2-Fußabdruck seiner Spieledienste errechnen lassen und seine Kunden über weitere energiesparende Maßnahmen informieren will. Alles schön und gut – doch kaufen sich alle Zocker aus Umweltgründen die neue Konsole und schmeißen die alte weg, ist das sicher kein großer Gewinn für die Umwelt. Eher Immage-Schutz, als Umweltschutz?

3. Keine Plastik-Spielzeuge mehr im Kids-Menü von Burger King

Irgendwie herzerweichend: Eine 7- und eine 9-jährige Britin starten eine Petition gegen Plastikspielzeug in Burger Kings Kids-Menü – und eine halbe Million Menschen unterschreiben. Jetzt gibt es in den britischen Filialen der Fast Food-Kette keine Spielsachen aus Plastik mehr in dem Menü. 320 Tonnen des umweltschädlichen Stoffes werden die 500 britischen Filialen der amerikanischen Fast-Food-Kette damit nun pro Jahr einsparen, so "Food Service".

Fast Food-Rivale McDonald's reagiert ebenfalls und will in Großbritannien den Kunden nun, wie bereits in Deutschland üblich, eine Wahl zwischen einem Spielzeug und Obst geben. Ganz verbannt wird das überflüssige Plastik bei der Kette dort also noch nicht.

4. KitKat Japan verpackt seine Riegel in Origami-Papier

Nestlé-Kritik hin oder her – die Firma hat auf jeden Fall die kreativste Lösung gefunden, um den Verpackungswahnsinn zu stoppen. Denn bis 2025 will der Schweizer Riesenkonzern komplett auf recyclebare Verpackungen umzusteigen und hat sich dafür ordentlich was einfallen lassen.

Nestlés Niederlassung in Japan tauscht nun nämlich die Plastik-Verpackung seiner Mini-KitKat-Riegel gegen Origami-Papier. Und nicht nur das: Für alle japanischen Schoko-Lover, die sich nicht mit der Faltkunst auskennen, steht auf dem Papier auch eine Anleitung zum Falten eines Kranichs. Das macht nicht nur den Konsumenten Spaß, sondern auch der Erde – durch die neue Verpackung spart Nestlé 380 Tonnen Plastik pro Jahr!

Das neue KitKat-Origami-Papier Foto: Nestlé Japan

Die neue Kranich-Verpackung kommt Ende September auf den Markt. Außerdem plant der Konzern, ab 2021 seine normal großen KitKat-Riegel in Papier zu verpacken. Grüne Daumen hoch – auch wenn es das Plastik-Problem ohne Konzerne wie Nestlé wahrscheinlich nicht in dem Ausmaß gäbe.

5. Zara will bald komplett nachhaltige Mode produzieren

Fast Fashion ist eines der größten Probleme, die sich der Nachhaltigkeit in den Weg stellen. "Kaufen, Mülltonne, kaufen, Mülltonne" ist das Motto unter dem die Kleidungsindustrie gerade noch steht – doch das könnte sich bald ändern. Die spanische Modekette Zara möchte bis 2025 Mode produzieren, die zu 100 Prozent nachhaltig ist.

Und nicht nur das. Die zugehörigen Büroräume, Fabriken und Ladengeschäfte sollen zu 80 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Darüber hinaus will die Kette ihren Müll reduzieren. Weitere Firmen, die zu dem Riesen-Textilunternehmen Inditex gehören, wie Pull & Bear und Massimo Dutti, sollen in Sachen Nachhaltigkeit ebenfalls nachziehen.

Sieht nach einem Lichstrahl am dunklen Himmel der Fast Fashion-Industrie aus.

6. Starbucks versucht (ein bisschen) auf Plastik zu verzichten

Auf Plastik-Strohhalme verzichten zu wollen, klingt doch erst mal gut – Starbucks hat aber trotzdem einen Weg gefunden, diesen Vorsatz zu verkacken.

Vor etwa einem Jahr kündigte die Kaffeekette an, bis 2020 aus allen 28.000 Filialen weltweit Einweg-Strohhalme zu verbannen. Umwelt und so. Kurz darauf entdeckten Kunden in den Filialen auch Papierstrohhalme, aber – jetzt kommt's – in Plastik verpackt! Darauf muss man erst mal kommen. Denn die Verpackung bedeutet sogar noch mehr Plastikmüll.

Die Skandal-Strohhalme waren aber nicht die endgültige Alternative zum Plastikstrohhalm, die Starbucks bis 2020 einführen will. Vielmehr handelte es sich dabei um eine limitierte Edition, die es in den USA und Kanada zu kaufen gab und die nach Ananas oder Karamell schmeckte. Auch wenn sich der Schock durch diese Info erst einmal legte – das Prinzip bleibt fragwürdig. Einerseits eine große Nachhaltigkeitsinitiative starten und dafür Lorbeeren ernten. Andererseits noch mehr Plastik produzieren, als sowieso schon. Schwach, Starbucks, sehr schwach.

7. Nike startet Zero-Waste- und CO2-Initiative

Ja, auch Klimaschutz-Projekte können egoistisch wirken, beweist Nike. Die Sportmarke hat ihre Pläne bekannt gegeben, ein Null-CO2- und Zero Waste-System zu entwickeln – "um die Zukunft des Sports zu schützen". Die neue Initiative namens "Move to Zero" ist laut Nike eine Reaktion auf Klimawandel-Faktoren, die den Sport beeinträchtigen. Als Beispiel nennen sie höhere Temperaturen, die Sportler schwächen oder den Wintersport unmöglich machen.

Nike hat gleich mehrere Klima-Vorsätze, die auf erneuerbarer Energie, dem Einsparen von Müll und der Wiederverwertung von Plastik basieren. Halleluja! So kann die Marke hoffentlich noch in 70 Jahren Wintersport-Zubehör verkaufen.

Das war sie, die mehr oder weniger ruhmreiche Liste von Riesenkonzernen, die ihr Immage ein wenig aufpolieren wollen – und als kleinen Nebeneffekt auch den Planeten mitsäubern. Manche ganz kreativ und manche einfach viel zu offensichtlich. *Hust* Starbucks *Hust*.

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Quelle: Noizz.de