Sie ist ganz dem Harlem der 80er verpflichtet.

Ja, nach Supreme ist Gucci die neue überteuerte Marke, die jeder haben muss. Seitdem Chefdesigner Alessandro Michele eine zukunftsweisende Richtung für die Italiener vorgegeben hat, explodieren die Umsätze der erfrischten Marke. Für jedes noch so teure neue Teil findet sich genügend kaufkräftige Kundschaft, die nicht widerstehen kann. Herzlichen Glückwunsch, Gucci, du hast uns in den Bann gezogen!

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Die frisch erschienene Dapper-Dan-Kollektion soll jetzt eine Art Throwback zum Rap der 80er Jahre sein, nach Harlem, woher der Designer stammt. Bisher ist sie auch exklusiv in New York erhältlich.

Wer Dapper Dan nicht kennt: Er ist der Pionier der Plagiate. Dan kreierte seine ganz eigenen Visionen von Louis Vuitton, Fendi und Gucci. Seine Schnitte und Ideen waren stets ganz dem Hip-Hop verpflichtet. „Hip-Hop aus Harlem wurde zum weltweiten Phänomen. Ich habe den Style zur Musik kreiert“, sagt er. „Den Look von Leuten wie Pharrell oder A$AP Rocky würde es heute nicht geben, wenn wir uns das damals in Harlem nicht ausgedacht hätten.“

Dass Rapper für die Fashion-Welt eine so große Rolle spielen wie nie zuvor, wissen wir. Dass sich Rapper gerne von Streetwear-Marken wie Adidas und Nike sponsern lassen, auch. Doch was soll diese Gucci-Welle?

Capital Bra trägt „nur noch Gucci“, Lil Pump ist in der „Gucci Gang“ und einige Rapper wie Fler, Greeny oder Ufo361 sind regelrecht verliebt. In Instagram-Storys feiern die Rapper die Marke, als würde Gucci sie dafür bezahlen. Dass sie stattdessen ihren Vorschuss im Gucci-Store verballern, halten wir für etwas wahrscheinlicher.

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Wer jetzt modetechnisch seinen Lieblingsrappern nacheifern will, muss neben all den Sneaker-Releases, die ständig anstehen, noch 350 Euro für Gucci-Baumwollshirts hinblättern. Oder 3.980 Euro für eine Bomberjacke. „Made in Italy“, von chinesischen Leiharbeitern in der Toskana hergestellt.

Schick ist das alles natürlich schon, doch jetzt mal ehrlich: Wer kann sich das leisten? Die Kids aus dem Harlem der 80er, deren Geist die neue Kollektion vorantreiben soll, sicher nicht. Dass Gucci sich auf diese Weise die Urban-Sportswear-Zielgruppe erschließen will, finden wir: ganz schön schäbig.

  • Quelle:
  • Noizz.de