Sein Brief an den Modekonzern sorgt landesweites für Aufsehen.
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Henri Leroy ist 72 Jahre alt und Bürgermeister des Städtchens „Mandelieu-la-Napoule“ an der Côte d’Azur. Der konservative Politiker fordert in einem Schreiben die örtliche H&M-Filiale auf, den Mitarbeiterinnen das Kopftuchtragen zu untersagen.

Grund seien Beschwerden von Kunden und anderen Angestellten. Sie sollen sich vom Kopftuchtragen der Verkäuferinnen gestört fühlen.

Leroy begründet seine Forderung auf dem französischen Arbeitsrecht und die eruopäische Rechtsprechung. Tatsächlich urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) im März diesen Jahres, dass Arbeitgeber ihren Angestellten das Tragen von religiösen Symbolen verbieten können. Hierunter zählen auch Kopftücher.

Die Richter des EuGH betonten jedoch, dass eine solche Regelung einheitlich für alle Mitarbeiter gelten muss.

H&M äußerte sich gegenüber der Zeitung „Figaro“, dass sich jeder ihrer Mitarbeiter kleiden dürfe, wie er wolle – solange er damit nicht gegen geltendes Recht verstoße. Was vom Gesetz nicht verboten sei, werde auch nicht von H&M verboten.

Kein Wunder: H&M warb bereits im Herbst 2015 mit einem Kopftuch-Model.

Der Fall erinnert an das „Burkini-Verbot“ des vergangenen Sommers. Nach dem ein Islamist mit einem LKW ein Attentat in Nizza verursachte, verboten mehrere Bürgermeister das Tragen der Ganzkörperschwimmanzüge an den Stränden an der Côte d’Azur.

Auch ein französischer Ausschuss des Premierministers, welcher die Trennung von Staat und Religion kontrolliert, kommentierte Leroys Aktion auf Twitter klar und deutlich: „Zur Wahrung der Neutralität sind öffentliche Einrichtungen verpflichtet, nicht jedoch private Unternehmen.“

Quelle: Noizz.de