Viele Beauty-Trends kommen und gehen ohne Wirbel zu erzeugen – anders beim "Foxy Eyes"-Trend: Was von mehrheitlich weißen Influencer*innen und Stars seit Beginn des Jahres als der neuste Shit im Bereich Beauty gefeiert wird, wird jetzt immer lauter als normalisierter Rassismus und kulturelle Aneignung kritisiert. Das sind die Gründe.

"Foxy Eyes" – wer sich online mit Beauty-Themen beschäftigt, kann um diesen Trend gar nicht herumgekommen sein. Gemeint sind mit dem, was man wahlweise als "Fuchsaugen" oder "sexy Augen" übersetzen kann, im Prinzip mandelförmige Augen und ein geöffneter Blick. Erreichen soll man das mit Methoden, die von Lidschatten, Eyeliner und Kunstwimpern über das Abrasieren (und neu Aufmalen) der Augenbrauen bis hin zur waschechten Lifting-OP reichen. Prominente Vorbilder sind unter anderem Kendall Jenner, Bella Hadid, Megan Fox und Emma Chamberlain.

Kendall Jenner in der für den"Fox Eye"-Trend typischen "Migräne-Pose"

Auf Instagram, TikTok and YouTube haben Menschen weltweit bereits an dem Trend teilgenommen. Auf TikTok gibt es sogar eine "Fox Eye Challenge", bei der sich mehrheitlich weiße User*innen teilweise einfach mit den Händen so die Augen verziehen, dass sie schräg oder länglich erscheinen. Eigentlich unglaublich, dass es das virale Video einer TikTok-Userin gebraucht hat, um die Insensibilität und den Rassismus, der in diesem Trend steckt, an die Oberfläche zu bringen.

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Denn das Problem ist: Viele Menschen mit Wurzeln im ostasiatischen Raum wurden und werden mit einer sehr ähnlichen Geste für die Form ihrer Augen degradiert und rassistisch beleidigt. Jetzt kommen auf einmal weiße Stars und Influencer*innen und erklären die mandelförmige Augenform zu einer neuen Erfindung namens "Foxy Eyes" und eignen sich so Eigenschaften einer marginalisierten Gruppe als Beauty-Trick an – Cultural Appropriation.

Die Merkmale, für die Menschen, die als ostasiatisch gelesen werden, seit Jahrzehnten rassistisch angegangen werden, sind auf einmal schön und erstrebenswert – nicht, weil diese Menschen jetzt auf einmal respektiert werden, sondern weil es jetzt Weiße sind, die die Merkmale tragen.

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"Jahre der Traumata, die so viele Asiat*innen durchgehen mussten"

Unter dem Titel "Meine Augen sind kein Trend" schreibt etwa die in Frankfurt lebende Künstlerin Chungi Yoo auf Instagram zu einer kritischen Illustration zum "Fox Eye"-Trend: "Ich muss ehrlich sein: Dieser Trend erinnerte mich unbestreitbar an die unzähligen Male, in denen ich von Menschen verspottet wurde, indem sie ihre Augen zurückzogen und mich 'Schlitzauge' nannten, und was weiß ich noch alles."

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"Dear Asian Youth", eine in Kalifornien ansässigen Organisation, schrieb in einem Instagram-Beitrag zum "Fox Eyes"-Trend: "Auch, wenn vielleicht keine bösen Absichten dahinter stecken, approbiert [der Trend] doch unsere Augen und ist ignorant gegenüber früherem Rassismus." Zu viele von uns sind damit aufgewachsen, dass unsere ethnischen Merkmale verspottet und lächerlich gemacht werden – woraus internalisierter Rassismus, Unsicherheit und Selbsthass entstand. Der "Fox Eyes"-Trend versäumt es, die Jahre der Traumata zu thematisieren, die so viele Asiat*innen durchgehen mussten."

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  • Quelle:
  • Noizz.de