Vermutlich aus der JVA-Tegel geflohen.

Nicht nur Häftlinge schaffen es, aus der ein oder anderen Strafanstalt zu fliehen. Irgendwie haben sich auch eine Handvoll Trends aus dem Knast in die Außenwelt geschlichen. Ob cool oder nicht – dass sich nicht jeder der kriminellen Herkunft seines neuen Lieblings-Fashion-Statements bewusst ist, ist irgendwie bedenklich.

Gebt es zu: Wie vielen dieser Trends seid ihr auch schon zum Opfer gefallen?

1. Das 3- oder 5-Punkte-Tattoo

Sie sehen ja wirklich mega cute aus, diese simplen Punkt-Tattoos. Doch anders als das minimalistische Statement eines trendigen Stick-and-Poke-Tätowierers hatten diese kleinen Punkte im Knast eine ganz andere Bedeutung.

Drei Punkte stehen für „Mi Vida Loca“, also „Mein verrücktes Leben“.

Fünf Punkte sind noch eindeutigeres Knast-Material. Angeordnet wie auf einem Würfel, stehen die äußeren vier Punkte für die inhaftierenden Wände, der innere Punkt für den Häftling.

2. Die Baggy-Pants

Dieser Hosentrend stammt daher, dass die Häftlinge in US-Gefängnissen ihre Hosen in einer Einheitsgröße bekommen haben. Gürtel waren aus Sicherheitsgründen verboten. Deswegen hingen damals die Hosen der Häftlinge tiefer. Aus Solidarität zu befreundeten Insassen trugen dann auch Männer in Freiheit ihre Hosen tiefer – und so schwappte der Trend auf den Hip-Hop über, der ihn („leider“) in der Gesellschaft etablierte.

3. Das Spinnennetz-Tattoo

Dieses Tattoo ist für jeden Knasti eine ausladende symbolische Metapher. Durch seine Inhaftierung ist er das im Spinnennetz gefangene Ungeziefer. Oder aber er musste so viel Zeit im Knast verbringen, bis sich auf seinem Körper Spinnenweben bildeten. Wie auch immer, mit Insektenliebe hatte dieses Tattoo ursprünglich jedenfalls nichts zu tun.

4. Schuhe ohne Schnürsenkel

Diesen Trend starteten vermutlich die Hip-Hop-Legenden von RUN-D.M.C., die ihre Adidas immer ohne Schnürsenkel getragen haben. In ihrem Track „My Adidas“ rappen die Jungs sogar, ihre Adidas bringen gute Nachrichten, denn sie sind keine „Insassen-Schuhe“:

„My Adidas only bring good news, / and they are not used as felon shoes.“

Selbstmord-gefährdeten Insassen wurden die Schnürsenkel in Gefängnissen genommen, um sie vor sich selbst zu schützen.

5. Das Tränen-Tattoo

Nein, das ist kein süßes Statement deines eminenten Weltschmerzes. Die Träne auf dem Wangenknochen kommt auch aus dem Knast und steht eigentlich für einen begangenen Mord, für bekannte Opfer eines Mordes oder einfach für eine sehr lange Haftstrafe.

Gut und gerne dürfen diese Fashion-Trends natürlich auch ohne Erlaubnis eines wirklich Inhaftierten getragen werden. Schließlich sind sie Teil der Fashion-Kultur geworden. Aber jetzt hast du die passende Small-Talk-Anekdote, sollte dich schon wieder jemand auf dein supercooles Punkte-Tattoo ansprechen.

Quelle: Noizz.de