Uns schwant nichts Gutes. Aber ...

Darüber, wie unerträglich die Kleider der spanischen Modemarke sind, haben sich viele, inklusive uns, bereits zur Genüge aufgeregt. Bis auf wenige Ausnahmen sind Pullover, T-Shirts, Mäntel, Kleider, Röcke, Hosen und Blusen von Desigual einfach nur eine Zumutung. Und trotzdem kaufen immer noch genug dort ein.

Allerdings hat das 1984 von einem Schweizer in Barcelona gegründete Label sein dezentes Imageproblem bei der jungen Zielgruppe registriert. Seit einiger Zeit startet die Marke eine Neukonzeptionierung, bei der die Stores umgebaut werden (wesentlich minimalistischer) und auch die Werbekampagnen und sogar einige Kollektionen werden schlichter.

Nichtdestotrotz würde ich niemals auf die Idee kommen, eine Desigual-Filiale zu betreten. Dafür ist die Masse einfach zu hässlich. Da ist es auch kein wirklicher Trost, dass die Marke sehr viel Wert auf nachhaltige Produktion legt.

Irgendwie läuft einem die „Ungleiche“, so die deutsche Übersetzung für „desigual“, dann doch über den Weg.

>> Hier könnt ihr eine Sammlung der schrecklichsten Kleidungsstücke sehen

Bei mir war es wieder einmal so weit, als ich unzählige Onlineshops nach Echtschmuck durchforstete – also nicht der richtig teure, fancy Scheiß mit Diamanten und so, sondern ein Level über billigem Modeschmuck. Oh Gott, ihr wollt nicht wissen, WIE groß die Auswahl wirklich ist. Sagen wir es mal so: Ihr seid sehr gut beschäftigt und fallt irgendwann in ein Blingbling-Koma.

Auf Markennamen schaut ihr dann eher nicht – vor allem nicht, wenn ihr auch noch hypoallergenen Schmuck, ohne irgendwelche Legierungen sucht. Alles was zählt ist: 100 Prozent Sterling-Silber. Und so erwischte ich mich dabei, wie ich ein Tab nach dem anderen im virtuellen Kaufhaus öffnete, mit Schmuckstücken des Hauses „Desigual“.

Schock bei mir – wie konnte es so weit kommen?

Ich erkläre es euch: Weil der Schmuck gar nicht mal so scheiße aussieht. Die Ohrringe und Ketten haben zwar ab und an verspielte Details (wie sollte es anders sein). Zum Aufpimpen eines eher schlichten Outfits sind sie aber genau das Richtige. Und viel naher am Zeitgeist als diese Mustermix-Folklore-Kleider. Geometrische Linienführung, Materialmix und Bi-Color-Elemente. Der Desigual-Schmuck ist voll okay.

Foto: Desigual
Foto: Desigual

Wie ich gesagt habe: Gar nicht mal so schlimm. Da könnten sich die Designer, die mit Stoffen arbeiten wirklich mal etwas abgucken! Vielleicht betrete ich dann ja mal eine Desigual-Filiale.

PS: Ich habe dennoch nichts davon gekauft. Fasziniert bin ich trotzdem.

>> Mehr aus der Fashionwelt: Chanel verbannt exotisches Leder und Pelz aus seinen Kollektionen

Quelle: Noizz.de