Zwischen Sneaker-Events und eigenem Streetwear-Label hat Christopher Blumenthal Zeit gefunden, um mit uns übers Bloggen zu reden.

Adidas oder Nike? Für jemanden, der sich seit mehr als fünf Jahren jeden Tag mit Sneakern beschäftigt, kann diese Frage nicht leicht zu beantworten sein. Dennoch hat Christopher Blumenthal sie uns am Ende beantwortet. Aber der Reihe nach.

Der 33-Jährige kommt aus Krefeld und betreibt den erfolgreichen Sneakerblog Dead Stock – Sneakerheads werden ihn kennen, alle anderen sollten ihm schleunigst folgen. Mittlerweile hat er sein eigenes Streetwear-Label namens Dead Stuff – und seit Neuestem einen extrem süßen Hund!

>> Versace und Kith machen gekonnt auf Edel-Streetwear

Wir haben mit Christopher übers Bloggen gesprochen und dabei natürlich nicht vergessen, ihn zu fragen, wie viel Paar Turnschuhe er besitzt.

NOIZZ: Christopher, wie viel Zeit deines Tages, nimmt das ganze Bloggen eigentlich ein?

Christopher Blumenthal: Ich war früher ja auch mal Angestellter und hatte einen ganz normalen 8 to 5-Job. Bei Dead Stock ist das nicht anders. Ich fange um 8 Uhr morgens an und arbeite bis 17 Uhr nachmittags durch. Oft sitze ich aber noch bis spät abends am Rechner, weil es einfach viel mehr zu tun gibt als noch vor ein paar Jahren.

Wie lange gibt es den Dead Stock-Sneakerblog denn nun eigentlich schon?

Christopher: Die Idee, einen Blog zu gründen, kam mir 2013. Anfang März hat es damals angefangen. Wir sind also jetzt im sechsten Jahr!

Christopher Blumenthal by Paul Sydow Foto: Paul Sydow

Was für einen Job hattest du davor?

Christopher: Ich war kaufmännischer Angestellter in meinem Ausbildungsbetrieb und bekam direkt nach meiner Ausbildung einen anspruchsvollen Job im Einkauf – mit Auslandsreisen, Fabrikbesuchen in Asien und später auch mit Assistentin sowie einem eigenen Azubi. Mir hat der Job schon echt viel Spaß gemacht, vor allem weil ich in jungen Jahren schon viel gesehen habe.

Wie bist du dann zum Bloggen gekommen?

Christopher: Ich hatte meine Abteilung damals gut unter Kontrolle und dementsprechend auch viel Zeit. Mir war langweilig, also habe ich mich dazu entschieden, den Blog zu gründen und noch ein Abendstudium hinzulegen. Die Dreifachbelastung war zwar irgendwann echt hart, aber ich hab es offenbar irgendwie geschafft, alles durchzuziehen. 

Jordan 1 Fragment by Paul Sydow Foto: Paul Sydow

Respekt! Nun die Standardfrage: Wie viele Schuhe nennst du dein eigen?

Christopher: Puh … Das ist echt schwer zu beantworten. Das ist so ein ständiges Kommen und Gehen. Ich schätze so um die 400 Paar. Tatsächlich werden es aber eher mehr als weniger ...

Deine neueste Errungenschaft ist aber kein Sneaker, sondern Toni, dein Hund ...

Christopher: Eigentlich gehört er meiner Mutter und mir. Meine geliebte Mama geht dieses Jahr in Frührente und hat dementsprechend wieder mehr Zeit, sich um einen Hund zu kümmern. Wir wollten seit Jahren einen großen Hund haben, und ich bin ja oft auch unterwegs. Jetzt, in dieser neuen Konstellation, fiel die Entscheidung zu dem Burschen also echt leicht. Toni wird eine richtige Maschine und ein verdammt guter Hund! 

Toni by Christopher Blumenthal Foto: Christopher Blumenthal

Bei den ganzen Sneaker-Events wird es doch irgendwann auch langweilig, oder? Hast du einen Ausgleich zu all dem Trubel?

Christopher: Na ja, ich wohne immer noch in Krefeld. Ich denke, einen besseren Ausgleich zu den ganzen Events gibt es nicht. 

>> 8 Fakten zum Off-White-Designer Virgil Abloh

Erkennen dich Sneakerheads manchmal auf der Straße und sprechen dich an?

Christopher: Auf der Straße eher selten, im Nachtleben und auf den einschlägigen Events schon öfter. Ich hab da aber kein Problem mit, solange sich alle benehmen. Meine Community ist cool, und ich mag die Leute sehr! Schade ist es eher, wenn sich die Leute nicht trauen, „Hallo“ zu sagen. Ich bin ja auch nur ein normaler Typ und meistens ähnlich aufgeregt wie der Fan selbst.

Zurück zum Thema Sneakers: Was ist dein absolutes Lieblings-Modell?

Christopher: Mein Adidas Spirit of the Games aus dem Jahr 1984. Ein geiles Teil, älter als ich selbst und verdammt selten. 

Der Adidas Spirit of the Games Foto: Dead Stock

Was war der Höhepunkt deiner bisherigen Blogger-Karriere?

Christopher: Ich glaube, der kommt erst noch dieses Jahr. Ich kann ja jetzt noch nicht zu viel verraten, aber es setzt sich mit dem Thema Streetwear auseinander und hat nichts mit meiner eigenen Brand zutun. Grundsätzlich bin ich aber echt stolz auf meinen allgemeinen Werdegang. Ich hätte nie damit gerechnet, dass sich der Blog mal so entwickeln würde.

Dead stuff by Kane Holz Foto: Kane Holz

Wie kamst du denn auf die Idee, ein eigenes Klamottenlabel Dead Stuff zu gründen und wer ist für die Designs verantwortlich?

Christopher: Ich wurde all die Jahre immer nach Merch von meinem Community gefragt. Das klassische Merch war mir aber zu simpel, also habe ich mich mit meinem Kumpel Holger Lamers zusammengetan, um richtige Klamotten zu produzieren. Mit eigenen Schnitten und allem, was dazu gehört. Wir machen die Sachen alle selber und veredeln auch teilweise in Krefeld. Das macht richtig Spaß, vor allem, weil alles in unserer Hand liegt. 

Was kommt bei Dead Stuff dieses Jahr noch?

Christopher: Wir arbeiten derzeit an einer neuen Kollektion und einigen Zwischendrops, die verteilt über das Jahr stattfinden werden. Unser neuer Jogger wird beispielsweise echt gut, das kann ich schon verraten.

Was gibt es sonst Neues bei deinem Blog?

Christopher: Es lohnt es sich, immer mal in unseren Kalender für aktuelle Sneaker-Releases reinzuschauen. Der kostenlose Whats-App-Newsletter, den wir letztes Jahr ins Leben gerufen haben und der seine Abonnenten über aktuelles aus der Sneakerwelt informiert, ist auch ein super beliebtes Tool bei uns.

Letzte Frage, die wir alle nicht einfach finden: Nike oder Adidas?

Christopher: Eigentlich immer Adidas. Aber Nike ist halt auch ein tolles Unternehmen mit unglaublich tollen Produkten – vor allem in den vergangenen zwei Jahren. Hard to say!

Quelle: Noizz.de