Sie bezeichnen es als Kunst.

Columbine, Virginia Tech, Sandy Hook, und Marjory Stoneman Douglas – die Namen dieser US-Schulen stehen für Terror. Für Amokläufe, bei denen junge Menschen getötet wurden, manche erst sechs Jahre alt. Ausgerechnet die Namen dieser Schulen hat die Klamotten-Marke Bstroy jetzt auf die Hoodies ihrer neuen Kollektion geschrieben – neben eingenähten Risse, die Einschusslöchern gleichen. Als das Brand Bilder der Pullis auf Instagram postete, braute sich ein Shitstorm zusammen.

"Grundschulkinder starben – was ist falsch mit euch allen", schrieb ein User beispielsweise unter das Bild des Sandy-Hook-Pulli. Ein anderer: "Es gibt produktivere Wege, einen Diskurs zu starten, als offensichtlich von dem Tod sechsjähriger Kinder zu profitieren." Auch Familienmitglieder der getöteten Kinder bezeichneten die Aktion der Marke in den Kommentaren als "absolut widerlich". Hier ist der "Sandy Hook"-Pulli:

Das Gleiche bei den anderen Pullis. Unter das Bild von Bstroys Pulli mit dem Namen der Marjory Stoneman Douglas Highschool, kommentierte eine Person, die laut eigener Aussage den Amoklauf 2018 überlebte: "Meine toten Klassenkameraden sollten kein verf****** Mode-Statement sein." Andere berichteten von Traumata, die sie durch Amokläufe erlitten hätten und die durch die Pullis getriggert würden.

Hier sind die Instagram-Bilder der anderen Amoklauf-Hoodies:

Einer der Marken-Gründer, Brick Owens, teilte auf seinem eigenen Account ein Foto mit einer Notiz, die sich offensichtlich auf die neue Kollektion bezieht.

"Manchmal kann das Leben schmerzhaft ironisch sein", steht dort. "Wie die Ironie, gewaltvoll an einem Ort zu sterben, den du als sicher und kontrolliert gesehen hattest, wie die Schule. Wir werden an die Zerbrechlichkeit des Lebens, an seine Kürze und Unvorhersehbarkeit, sowie sein unendliches Potenzial erinnert. Nirvana ist das Ziel, das wir hoffen, durch Meditation und gesunde Übungen erreichen wollen", geht es weiter. Im Hinblick auf die Opferzahlen und das Trauma der Überlebenden erscheint eher diese Notiz ironisch. Nicht die Tötung von Schülerinnen und Schülern.

Duey Catorze, der Bstroy mit gründete teilte einen Screenshot seiner Antwort auf die Kritik. "Super scheiße," schrieb ein Instagram-User ihm. "Soll es cool sein, den Ort eines Amoklaufs auf seinem Hoodie zu tragen?". Catorzes schlichte Antwort darauf: "Kunst". Kritikern entgegnete er ebenfalls: "Wir wollten (mit der Kleidung) Waffengewalt und die Art von Gewalt kommentieren, der präventiv entgegengewirkt werden muss und außerdem die Überlebenden durch das Storytelling mit den Klamotten bestärken."

Geklappt hat das wohl nicht unbedingt. Ob Bstroy tatsächlich die Überlebenden bestärken wollte oder einfach nur Aufmerksamkeit, sei dahingestellt.

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Quelle: Noizz.de