So überleben sie die kalte, nasse Jahreszeit.

Grauer Schneematsch, aggressives Streusalz, Blitzeis: Die Wintermonate stellen uns Sneakerheads ganz schön auf die Probe. Denn wer will sich seine liebsten Kicks schon mit ekligen Schneerändern versauen oder – superunangenehm – plötzlich mit nassen Füßen dastehen, weil das Mesh-Material des Lieblingsschuhs dann doch nicht so wasserfest war wie gedacht?

Wir haben ein paar nützliche Tipps und Tricks für euch, mit denen ihr eure Sneaker auch von November bis Februar rocken könnt, ohne das Modell im Anschluss komplett in die Tonne kloppen zu müssen.

1. Wähle das richtige Modell

Generell gilt für den Winter: High-Top-Modelle statt Low-Top wählen – dann schimpft Mama auch nicht über Blasenentzündung wegen nackter Fußknöchel. Dicke Gummi-Sohlen mit Profil oder Plateau à la Triple S halten die Füße wärmer als die hauchdünnen Sohlen deiner abgetragenen Stan Smith's. Und je dicker die Sohle, desto mehr Platz zwischen nasser Straße und dem empfindlichen Obermaterial deines Schuhs.

Nächster Punkt: der Colorway. Klar, ist es geil, kurz vor Einbruch der dunklen Monate freshe, knallweiße Sneaker zu kaufen – aber ist es sinnvoll? Spätestens wenn die ersten grauen Schneematschspritzer auf deinem reinweiß strahlenden Thunders landen, wirst du dich ärgern – ich spreche aus Erfahrung. Lasst sie lieber voller Vorfreude bis (mindestens) März im Schrank stehen und gönn' dir einen Winter-Sneaker in gedeckter Farbe, auf dem der ein oder andere Fleck nicht direkt auffällt.

2. Achte auf die Materialien

Je robuster und dicker das Material, desto besser. Heißt: Finger weg von Mesh-Stoffen, die nicht nur Wind, sondern auch Feuchtigkeit durchlassen. Gleiches gilt für Sneaker mit Wildleder-, Seiden oder Leinenanteil: Diese Naturmaterialien verstehen sich weder mit dem Streusalz, das jetzt überall tonnenweise rumliegt, noch mit Schnee oder Regen. Dickes Glattleder kann die rauen Wetterbedingungen deutlich besser ab, optimal ist wasserabweisendes Obermaterial aus Synthetik.

3. Pflege nicht vergessen!

Das Material deiner Sneaker kann noch so gut sein, ohne richtige Pflege wird selbst das beste Leder brüchig. Gönn' ihnen eine regelmäßige Putzsession und ordentliches Lederfett. Auch wenn die Meinungen zu Imprägnierspray stark auseinandergehen, würde ich es im Winter immer, wirklich immer empfehlen: Es lässt Feuchtigkeit und Schmutz an deinen Schuhen abperlen und sorgt für trockene Füße. Leider enthalten diese Sprays superviel schädliche per- und polyfluorierte Chemikalien. Achte also darauf, das Zeug nicht einzuatmen, deine Schuhe am besten nur draußen zu imprägnieren (oder danach ausgiebig zu lüften) und übertreibe nicht mit dem umweltschädigenden Chemiecocktail. Eine kleine Menge reicht.

4. Kauf die Schuhe eine Nummer größer

Je kleiner der Schuh, desto weniger Platz für deinen Fuß. Klar, aber was hat das mit Kälte zu tun? Zum einen kannst du deine Füße nicht gut bewegen – eine ordentliche Durchblutung ist aber wichtig, um deine Zehen von innen raus warm zu halten. Zusätzliche Luft im Schuh sorgt außerdem als Isolationsschicht. Und ein bisschen Raum für wärmende Einlagen und dickere Socken brauchst du auch (Siehe Punkt 5 und 6).

5. Besorg' dir Thermoeinlagen ...

Die in meinen Augen wohl sinnvollste Erfindung seit Anbeginn der Menschheit (okay leicht übertrieben): Kuschelige Einlegesohlen, die einen nicht unwichtigen Teil dazu beitragen, meine Füße regelmäßig vor dem Erfriertod schützen. Eine Aluschicht an der Unterseite der Einlegesohle hält die Kälte ab, die von der Straße in deine Schuhe zieht, auf der Oberseite sorgt eine Thermoschicht für zusätzliche Wärme. Besonders babo sind Einlagen aus Schurwolle oder Lammfell – für Veganer gibt's aber auch super Mikrofasersohlen.

6. ... und die richtigen Socken

Knapp geschnittene Sneakersocken aus dünner Baumwolle werden deine Füße nicht warmhalten, die kannst du direkt im Schrank lassen. Dickere, hochgezogene Statement-Socken sind dagegen eh angesagt, du kannst also ohne Angst vor der Fashionpolizei auf die selbst gestrickten Modelle deiner Oma umsteigen. Kommt hotter (haha) als bibbernd und zitternd von einem Bein aufs andere zu hüpfen. Pro-Tipp: Wenn du nur für ein paar Minuten im Kalten unterwegs bist (beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit), empfiehlt es sich, ein paar dünnere Socken mitzunehmen. Du willst schließlich keine Fußsauna, wenn du den Rest des Tages im überheizten Großraumbüro verbringst.

7. Bei Glätte: mit Spikes auf den Ugly-Sneaker-Trend setzen

Protzig, kettenbehangen, hässlich – der aktuelle Ugly-Sneaker-Trend ist alles andere als minimalistisch oder elegant. Was das mit Schneeglätte zu tun hat? Ganz einfach: Je auffälliger und hässlicher der Schuh, desto weniger fällt es auf, wenn ihr euren Kicks im Winter noch ein kleines Gimmick hinzufügt.

Anklemmbare Schuhspikes fungieren im Winter wie Schneeketten oder Stollen an Fußballschuhen – sie geben euch auf rutschigem Boden mehr Halt. Wer bei Blitzeis schon mal auf die Fresse gefallen ist, weil die Sneaker gegen die eisglatte Straßenoberfläche rebelliert haben, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Also lieber mal kurz scheiße aussehen, so tun, als sei es sehr gewollte Anti-Fashion (der Trick bei allem) und dafür heil ankommen.

Quelle: Noizz.de