Ein Text für alle, die den neuen Marvel-Film nicht sehen, aber trotzdem wissen wollen, was passiert.

Der neuste Marvel-Streifen geht zweieinhalb Stunden, lässt sich aber viel schneller zusammenfassen. Die große Frage ist: Schnipst er oder schnipst er nicht? Denn mehr muss Bösewicht Thanos nicht tun, um das halbe Leben im Universum auszulöschen. Nun gut, vorher muss er natürlich die sechs Infinity-Steine finden und in seinen dafür geschaffenen Handschuh einsetzen.

Thanos braucht die sechs Steine im Infinity-Handschuh Foto: Disney

Gleich zu Beginn des Films händigt ihm Loki den Tesserakt (Raumstein) aus, wofür Thanos ihn zum Dank kurzerhand umbringt. Richtig gehört: Das Heldensterben beginnt in den ersten fünf Minuten, wobei Loki die Avengers ja eh immer nur unterstützte, wenn er selber davon profitierte. Die Trauer um den Frostriesen wird sich also in Grenzen halten.

Auch sein Adoptivbruder Thor wurde von Loki immer wieder betrogen. Dass er die Ermordung machtlos aus unmittelbarer Nähe mitansehen muss, macht den Donnergott trotzdem fertig. Nur wenige Momente später scheint Thor auch hops zu gehen, als sein Raumschiff samt ihm in die Luft gesprengt wird. Aber keine Sorge, der Ase landet wenig später auf der Frontscheibe der Guardians of the Galaxy und wird dort aufgepäppelt.

Den Macht- und Realitätsstein sammelt Thanos ebenfalls recht easy ein. Eine deutlich größere Herausforderung stellt der Seelen-Stein da. Dessen Aufenthaltsort war bisher unbekannt. Es stellt sich jedoch heraus, dass Thanos seine Tochter Garmora einst beauftragte, den Stein zu lokalisieren, was ihr auch gelang. Sie will es ihrem Vater nur nicht verraten, bis dieser ihre Schwester Nebula beinahe zu Tode foltert.

Danach geht es ab zum Planeten Vormir, wo dem Schurken erklärt wird, dass er ein geliebtes Wesen opfern muss, um an den Seelen-Stein zu gelangen. Garmora lacht ihn daraufhin aus, weil sie sich sicher ist, dass Thanos nichts und niemanden liebt. Doch Thanos lacht zuletzt oder halt eher nicht. Denn mit Tränen in den Augen stößt er seine Tochter die Klippe herunter.

An den Zeit-Stein gelangt der lila Riese, weil Doctor Strange ihn ihm bereitwillig übergibt. Was auf den ersten Blick verwirrt, scheint jedoch Teil eines größeren Plans zu sein. Schließlich hat der Magier zuvor alle 14 Millionen möglichen Szenarien für den Ausgang des Kampfes gegen Thanos vorausgesehen. Nur einer dieser Wege führte zum Sieg und der beinhielt wohl, dass Strange den Stein direkt übergibt.

Bleibt noch der Gedankenstein, der eigentlich aus Visions Stirn herausoperiert werden sollte, um diesen am Leben zu lassen. Doch dafür geht den Avengers die Zeit aus, weshalb Scarlet Witch ihr Versprechen einhält und den Stein sowie Vision zerstört. Blöd nur, dass Thanos mit seinem fast vollständig besetzten Infinity-Gauntlet die Zeit zurückdrehen kann und so doch an den Klunker kommt.

Eine letzte Chance haben die Avengers aber noch: Thor eilt mit dem Stormbreaker, den er sich als Ersatz für seinen kaputten Hammer mal eben selbst geschmiedet hat, zur Hilfe und scheint Thanos im letzten Augenblick am Ausführen seines Plans zu hindern. Doch der sagt nur folgenden Satz, als Thor ihn mit der Axt in der Brust trifft: „Du hättest auf den Kopf zielen sollen.“ Im gleichen Atemzug schnipst er und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Weltweit lösen sich Menschen scheinbar zu Staub auf. Davon bleiben auch die Helden nicht verschont. Bucky, Black Panther, Spiderman, Scarlett Witch, Falcon, Doctor Strange und alle Guardians of the Galaxy bis auf Rocket segnen das Zeitliche. Sind sie für immer verloren? Das werden wir wohl erst kommendes Jahr im finalen Teil erfahren. Am Ende des Films steht in jedem Fall nicht wie sonst „Avengers will return“ sondern „Thanos will return“.

In der Post-Credit-Szene ist zu sehen, wie Nick Fury, bevor auch er sich auflöst, Captain Marvel um Hilfe bittet. Ob sie im zweiten Teil von Infinity-War an Bord sein wird, ist noch unklar. Am 8. März 2019 kommt in jedem Fall ihr Solofilm ins Kino. Es wird Marvels erster Blockbuster mit einer Frau in der Hauptrolle sein.

Quelle: Noizz.de