Dass die Pornowebsite weiß, wie man für Publicity sorgt, ist längst bekannt. In der Coronakrise widmet sich Pornhub nun sogar der Kulturszene. Nachdem YouPorn dem Filmfestival in Cannes Unterstützung angeboten hatte, will Pornhub nun das Oldenburg Filmfestival mit potenter Streamingpower versorgen für die diesjährige Festivalausgabe.

Es gibt viele Verlierer in der weltweiten Coronakrise – einige Angebote hingegen boomen mehr denn je. Pornhub zum Beispiel hat keine Probleme – Webpornos im Stream sind eben krisensicher und in Zeiten, wo alle eh zuhause bleiben, gönnt sich der ein oder andere wohl mal eher einen Porno. Dementsprechend gut zu nutzen wusste die kanadische Website die aktuellen Umstände: Nachdem Pornhub eine Website zum sexy Händewaschen gelauncht hat, Coronapornos auf der Plattform zum Suchhit wurden, widmet sich der Pornoplatzhirsch im Netz nun der Hochkultur.

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So verkündetet Pornhub via Twitter, man wolle gerne das Oldenburg Filmfestival streamen. Das Internationale Filmfest Oldenburg richtet sich an Indie-Filme und findet seit 1994 immer in der zweiten Septemberwoche statt. Vergangene Woche gab das Festival bekannt, dass man aufgrund der Coronapandemie in diesem Jahr auf einen Festivalhybrid aus Vor-Ort-Events und Streams setzen möchte. Pornhub scheint den digitalen Part nur zu gerne übernehmen zu wollen.

Hier gibt's das Statement auf Twitter:

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Das Angebot kommt von niemand Geringerem als Pronhubs Vizechef Corey Price. Fragt sich nur, wie Pornhub auf die Idee kommt, ausgerechnet dieses eher unter Kennern bekannte deutsche Filmfestival zu supporten. Gegenüber dem Branchenblatt "Variety" betonte Corey, man soll noch einmal betonen, das Pornhub ein kreativer Partner und Unterstützer aller Kunstformen sei. Vielleicht spielt auch mit rein, dass Schauspielerin und Neu-Pornomacherin Bella Thorne schon einmal beim Oldenburg Filmfestival am Start war. Sie wurde mit dem Pornhub-Award ausgezeichnet.

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Seit einiger Zeit nutzt Pornhub andere Medienumgebungen, wie die Musik- oder konventionelle Filmindustrie, um Werbung in eigener Sache zu machen. 2018 produzierte Pornhub mit dem Film "Shakedown" von Regisseurin Leilah Wienraub den ersten Nicht-Porno. Der Inhalt des Films passte aber: Der Streifen erzählt die Geschichte eines lesbischen Strip-Clubs in Los Angeles während der Nullerjahre.

Und was sagt das Oldenburg Filmfestival zu Pornhubs Angebot?

Die Ästhetik passt schon mal zu Pornhub, wie dieses Filmplakat des Oldenburg Filmfetsivals von 2018 beweist.

Die Idee, dass eine Pornosite ein Filmfestival supportet, ist hingegen nicht ganz so neu: Im März hatte YouPorn dem renommierten Filmfestival in Cannes eine Streaminglösung angeboten. Cannes hat sich nie zu dem Angebot geäußert. Im "SPIEGEL" äußerte sich der Oldenburger Festivaldirektor Torsten Neumann zu Pornhubs ungewöhnlichem Angebot. Er ist zumindest nicht so abgeneigt wie die Kollegen in Cannes.

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So sagt er in dem Interview mit dem SPIEGEL: "Ich finde den Gedanken toll, Filmen, die sperrig und abseitig sind, die jenseits des Mainstreams liegen, eine solche Plattform zu bieten. (...) Wir wollen unser Festival im September auf jeden Fall stattfinden lassen, darum müssen wir eine digitale Alternative neben dem Kino entwickeln und werden uns also anders als Cannes dieses Angebot genau anschauen." Zudem betonte er, dass man bereits mit Pornhub kooperiert habe, als man den Kurzfilm von Bella Thorne mit ins Programm aufgenommen habe, den Pornhub produziert hatte.

Also, vielleicht heißt es im September tatsächlich "Oldenburg Filmfestival x Pornhub".

  • Quelle:
  • Noizz.de