Kann Makoto Shinkai den Erfolg von "Your Name" wiederholen?

Wenn Tokio in Regen versinkt, sieht die sonst aufregende Millionenmetropole ganz schön trist aus. Zwischen Juni und Juli ist in Japan Regenzeit, in der Hauptstadt sind den Einwohner dann nur wenige Sonnenstunden vergönnt. Das kann schon mal aufs Gemüt schlagen. Und wie uns allen klar ist, begünstigt der weltweite Klimawandel Extremwetterlagen nicht unbedingt.

Genau darum geht es auch in Makoto Shinkais neustem Werk "Weatheirng With You – Das Mädchen, das die Sonne berührte" – naja zumindest, unterschwellig. Wie viele Gesellschaftskritiken in japanischen Animés und Mangas, wird das Thema in die naturreligiöse Mystik eingebettet. Aber eins nach dem anderen. Shinkai gilt als neues Wunderkind der japanischen Animé-Szene. Mit "Your Name" hat er 2016 den erfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten geschaffen, der den bis dahin erfolgreichsten Titel, "Chihiros Reise ins Zauberland" von Altmeister Hayao Miyazaki, abgelöst hatte.

Klar, dass alle gespannt sind, was danach kommt. In Japan lief der Film bereits im Juli an, passend also zur Regenzeit – und konnte "Your Name" zwar nicht überholen, war aber erfolgreich. Das liegt wohl auch an den beeindruckend schönen Bildern, die der Animé liefert. Eine Liebeserklärung an Tokio, die die drohende Apokalyse des Klimawandels fast zu schön darstellt.

Hier gibt's den Trailer:

Aber worum geht es überhaupt?

Der Oberschüler Hodaka braucht einen Tapetenwechsel: Wie so viele junge Japaner zieht es ihn von der Einöde in das pulsierende Tokio. Dort ist das Leben aber nicht nur aufregend, sondern leider auch ziemlich teuer. Sein Alltag ist zunächst geprägt von Einsamkeit – die japanische Sprache hat dafür sogar ein eigenes Wort: Hikikomori.

Schließlich gelingt es Hodaka, Redakteur bei einem fragwürdigen Okkultismus-Magazin zu werden. Als wäre der Start in der Großstadt nicht kompliziert genug, regnet es seit seiner Ankunft auch noch unaufhörlich. Tokio versinkt förmlich in Wasser, die Bewohner drohen in eine tiefe Depression zu fallen.

Doch eines Tages begegnet er in der quirligen Großstadt einem Mädchen, das sein Leben nachhaltig auf den Kopf stellen wird: Er verliebt sich in Hina. Sie lebt alleine mit ihrem kleinen Bruder Nagi zusammen. Hina hat besondere Fähigkeiten: Sie kann allein durch ein Gebet den Himmel aufklaren und die Stadt im wunderschönen Sonnenlicht funkeln zu lassen.

Doch bald offenbart sich, dass diese mysteriöse Gabe auch ihre Schattenseiten mit sich bringt – je öfter, sie die Stadt zum Strahlen bringt, desto mehr wird sie selbst eine Regenwolke und verschwindet nach und nach aus unserer Realität.

Ähnlich wie "Your Name" grast Shinkai in seinem neuen Werk viele Probleme unserer heutigen Zeit auf einmal ab: Vereinsamung in der Großstadt, finanzielle Ungerechtigkeit und eben auch, welche Opfer der Klimawandel mit sich bringt – nämlich das wir nach und nach verschwinden werden. Wer es nicht schafft "Weathering With You" im Kino zu sehen, der kann sich zumindest mit "Your Name" auf Netflix trösten.

Offiziell läuft "Weathering With You – Das Mädchen, das die Sonne berührte" nur noch am 19. Januar in ausgewählten Kinos. Eine DVD und Blue-Ray-Veröffentlichung ist angekündigt.

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Quelle: Noizz.de