Die "Stranger Things"-Schauspielerin wird aktuell für ihr Outfit kritisiert.

Letzten Montag den 20. Januar kam mal wieder ganz Hollywood zusammen: Die SAG Awards standen an und es schoben sich wie üblich alle die Rang und Namen haben über den Roten Teppich. Unter ihnen auch der Cast der erfolgreichen Netflix-Serie "Stranger Things". Seither zerreißen sich alle auf Twitter und in den Medien ihr Maul. Grund des Anstoßes: US-Schauspielerin Millie Bobby Brown und ihr weißes Louis Vuitton Outfit.

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Die 15-Jährige scheint der Allgemeinheit nicht jung genug auszusehen. Der Twitter-User Alex Fernandez etwa schreibt, dass Millie furchtbar aussieht. Er sagt, sie würde aussehen, als sei sie 40 Jahre alt und legt noch mal extra Betonung darauf, dass Brown doch noch ein Kind ist.

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Der Twitter-Account Red_CarpetQueen beendet seinen diskreditierenden Tweet dazu, dass Bobbie Brown aussähe, als sei sie 30 Jahre alt mit dem Appell "Be young! Look young!"

An sich wäre es ja schon schlimm genug, dass sich hier einige berufen fühlen, zu bewerten, wie alt oder jung nun eine Schauspielerin aussieht. Ist vielen aber nicht genug: Das angeblich erwachsene Styling der Eleven-Darstellerin ruft in einigen sofort die Moral-Polizei auf den Plan. Sie würde durch ein so erwachsenes Styling ja total sexualisiert werden, so die öffentliche Meinung.

Bei der ganzen Hetze fällt uns immer wieder eine Redewendung ein: "Nur getroffene Hunde bellen." Damit ist so viel gemeint wie: Alle, die sich ertappt fühlen, müssen am lautesten schreien. Kann es also sein, dass sich bei den wortgewandten Kritikern das Unbehagen regt? Unbehagen, weil sie aufgrund eines 15-jährigen Mädchens in einem weißen Hosenanzug mit geschmackvollem Ausschnitt und dezentem Make-up eher nicht jugendfreie Gedanken in den Sinn bekommen? Ist Millie Bobbie Brown ihnen zu gefährlich und ihnen ihre eigene Fantasie nicht geheuer? Und wenn dem so ist: Mit wem ist hier dann was falsch? Mit dem Outfit und dem Körper einer jungen Frau oder den Betrachtenden, die sie sofort zu einem Objekt degradieren, das nicht ihren Vorstellungen entspricht?

Eine Jugendliche dafür zu kritisieren, dass sie sich zu erwachsen, oder zu klassisch kleidet, weil die Öffentlichkeit aufgrund ihres Auftretens Sex-Fantasien in den Sinn bekommt, ist lupenreines Victim Blaming. Es ist, als würde man den zu kurzen Rock an einer Frau für eine Vergewaltigung verantwortlich machen. Und es zeugt einmal mehr davon, dass Menschen glauben, sie hätten grundsätzlich ein Recht dazu, das Aussehen von Frauen zu bewerten.

Und an alle, die Millie Bobbie Brown so besorgt zurufen, sie solle doch jung sein und sich bitte jung kleiden: Wer zur Hölle hat euch zur Klamotten-Polizei für unter 20-Jährige gemacht? Wer bestimmt eigentlich, wie ein Teenager auszusehen hat und ab wann ein Outfit einem gewissen Alter gerecht ist?

Wir wissen ja nicht, was ihr stylingtechnisch so gemacht habt, als ihr 15 Jahre alt wart. Bei einigen von uns sah es Mitte der Teens allerdings so aus: selbst gepierct, viel zu viel pastellfarbener Lidschatten und ziemliches Unbehagen zwischen langsam erwachsen werdendem Körper und dem unbedingten Willen in eine zu kleine Hüftjeans zu passen. Das alles war schlimm genug. Noch schlimmer wäre gewesen, dass alles der Öffentlichkeit ausgesetzt zu erleben und mit großkotzigen und ungefragten Kommentaren umgehen zu müssen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de