Es wird langsam unübersichtlich.

Seit der Hollywood-Mogul und Produzent Harvey Weinstein Anfang Oktober im Rahmen einer ausführlichen Berichterstattung der „New York Times“ der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde, ist die Branche in Aufruhr.

Harvey Weinstein (r.) mit Leonardo Di Caprio Foto: Getty Images Europe Andreas Rentz / Getty Images International Ltd

Seitdem wenden sich immer mehr Opfer an die Öffentlichkeit: Allein gegen Weinstein erheben mehrere Schauspielerinnen Vorwürfe der sexuellen Belästigung bis hin zur Vergewaltigung – unter ihnen Angelina Jolie.

Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie Foto: Invision Jordan Strauss / AP The Associated Press GmbH

Die Übergriffe sollen in den vergangenen Jahrzehnten auch unter Mitwissen von Managern, Crew-Mitgliedern und männlichen Kollegen wie etwa Produzent Quentin Tarantino („Inglourious Basterds“) stattgefunden haben.

Weinstein (l.) mit Kumpel Quentin Tarantino Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA KEVIN WINTER / AFP Agence France-Presse GmbH

Der Fall Weinstein hat eine Welle des Aufschreis losgetreten, mit der vor allem namenhafte männliche Schauspieler und Produzenten untergehen.

Und die Konsequenzen schwappen über Hollywood hinaus – auch in der Politik und in der Modelbranche werden mächtige Männer für ihre strafbaren Taten an den Pranger gestellt. Fernab der Branchen teilen Frauen aus der ganzen Welt unter dem Hashtag #metoo ihre Erfahrungen mit sexueller Nötigung und Gewalt.

Der Hashtag für Opfer von sexueller Belästigung und Gewalt Foto: Mihai Surdu / Unsplash

Täglich scheinen mehr Anschuldigungen gemacht und mehr Entschuldigungen veröffentlicht zu werden, die dem Anschein nach lediglich den Ruf retten sollen, aber nicht dementieren. Da kann man mittlerweile den Überblick verlieren.

Deshalb haben wir nochmal recherchiert und zusammengetragen, wer die vermeintlichen Täter und die vermeintlichen Opfer sind. Wer beschuldigt wen mit was? Und: Welche Folgen hat das?

1. Die Opfer

Die Oscar-Preisträgerinnen Angelina Jolie, Gywneth Paltrow, Lupita Nyong'o und auch das Model Cara Delevingne gehören zu den Frauen, die nach eigenen Angaben in jungen Jahren den Übergriffen von Harvey Weinstein ausgesetzt gewesen sein.

Gywneth Paltrow (Mitte) mit Weinstein (l.) Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA STEPHEN LOVEKIN / AFP Agence France-Presse GmbH

Weinstein wollte die 22-jährige Gywneth Paltrow zwingen, ihn zu massieren. Sie flüchtete, und ihr damaliger Ehemann Brad Pitt machte Weinstein eine Ansage. Daraufhin bedrohte der Produzent die Nachwuchsschauspielerin. Sie fürchtete um ihre Rolle in seinem Film „Emma“.

Lupita Nyong'o („12 Years A Slave“) Foto: AP Images / dpa picture alliance

Die Masche mit der Massage probierte Weinstein 2011 auch bei der Oscarpreisträgerin Lupita Nyoong'o.

Die damalige Schauspielstudentin war alleine und wehrlos, flüchtete aber, als er seine Hose öffnete, um seinen Penis rauszuholen. Bei diversen Filmfestivals danach drohte er ihr, „wenn sie erfolgreich in Hollywood werden wolle, müsse sie solche Situationen wie bei ihm zu Hause über sich ergehen lassen“.

Ashley Judd („Die Bestimmung“) war eine der ersten Frauen, die sich traute, über Weinsteins „Sex-Fallen“ zu reden. Sie habe ihm in einer Situation Sex angeboten, aus Angst, er würde sie vergewaltigen. Ein Deal, der sie vor weiteren Übergriffen schützen sollte.

Die Details über die schreckliche Erfahrung erzählte Judd in einem emotionalen Interview mit der amerikanischen TV-Journalistin Diane Sawyer.

Rose McGowan sollte schweigen Foto: AP Paul Sancya / AP The Associated Press GmbH

Die „Charmed – Zauberhafte Hexen“- Schauspielerin Rose McGowan veröffentlichte Postings auf Twitter, in denen sie Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigte und den Amazon Studios vorwarf, ihre Beschwerden ignoriert zu haben. Ihr wurden 75.000 Dollar Schweigegeld angeboten. Die zweite Summe schlug sie aus.

Auch auf die jüngsten Vorwürfe gegen „House Of Cards“-Star Kevin Spacey und sein missglücktes Outing reagierte McGowan, die sich seit Jahren für Frauenrechte einsetzt, mit einem Tweet:

Der „Star Trek: Discovery“-Serienstar Anthony Rapp sagt in einem Interview mit „Buzzfeed“, Kevin Spacey habe ihn vor 32 Jahren sexuell belästigt. Spacey – damals 26 Jahre alt – habe sich nackt ausgezogen und sich auf Rapp gedrängt, der damals erst 14 Jahre jung und damit minderjährig war.

Update: 10. November 2017

Die US-Komödiantin Rebecca Corry hat in der Zeitung „The New York Times“ über einen verstörenden Vorfall mit US-Komiker Louis C.K. (siehe Täter) berichtet. Er habe vor ihr masturbieren und sich dafür komplett nackt ausziehen wollen, aber sie habe ihn abgewehrt, ihn an seine Frau und seine Töchter erinnert. Daraufhin soll er gesagt haben: „Ich habe Probleme.“ Doch es soll nicht bei diesem einmaligen Fehlverhalten geblieben sein.

Die amerkanische Comedienne Rebecca Corry Foto: Agency People Image USA / Agency People Image API

Zu den weiteren möglichen Opfern gehört das Comedienne-Duo Julia Wolov und Dana Min Goodman und zwei weitere Mitarbeiterinnen der „The Chris Rock Show“, die aus Selbstschutz anynom bleiben wollen.

2. Die Täter

Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein gehen nach jüngsten Entwicklungen zurück bis in die 70er Jahre.

Der Oscar-Produzent wird heute als „Monster“ betitelt Foto: Invision Jordan Strauss / AP The Associated Press GmbH

Seit dem Artikel vom 5. Oktober 2017, in dem acht Frauen berichten, dass Weinstein sie mit Vereinbarungen zum Schweigen gebracht hat, haben 56 Frauen den Produzenten der Belästigung, Nötigung und drei von ihnen auch der Vergewaltigung bezichtigt.

Die Liste ist anscheinend noch länger. In seinem Statement entschuldigte er sich für seine Unbekümmertheit, behauptet jedoch weiterhin, jeder Sex mit ihm sei freiwillig gewesen. Er habe sich in Therapie begeben.

„House Of Cards“- Star Kevin Spacey Foto: AFP NICOLAS ASFOURI / AFP Agence France-Press GmbH

Vor 32 Jahren soll auch Kevin Spacey – Star der ersten eigenen Netflix-Produktion „The House Of Cards“ – den noch minderjährigen Schauspielkollegen Anthony Rapp (siehe Opfer) belästigt haben – NOIZZ.de berichtete. Spacey schockierte seine Fans mit seinem Statement:

Seine Ausrede: Er sei betrunken gewesen und könne sich nicht erinnern. Er äußerte in dem Tweet auch Bedauern, verkündete im nächsten Satz aber, schwul zu sein. Das Timing seines Outings wurde als taktlos und widerlich bezeichnet, auch die schwule Szene und langjährige Fans zeigten sich entrüstet.

Spacey als Francis Underwood Foto: imago stock&people David Giesbrecht / Netflix / imago

Seitdem haben acht weitere Männer ihre Erfahrungen gegenüber „CNN“ geäußert; allesamt arbeiteten mit Spacey am Set von „House Of Cards“.

Ein ehemaliger Produktionsassistent sagte dem Sender: „Es war ein vergiftetes Umfeld für junge Männer aus Reihen der Crew, des Casts und der Statisten, die mit ihm zu tun hatten.“ Unsittliche Berührungen seien an der Tagesordnung gewesen; seine Übergriffe wirkten „routiniert“. Update: Stand 4. November 2017 belasten 14 Männer den Schauspieler der sexuellen Belästigung.

Dustin Hoffmann wird beschuldigt Foto: Getty Images International Ltd

Dustin Hoffman ist seit seiner Rolle in „Die Reifeprüfung“ eine Legende im Filmgeschäft. Doch die Fassade bröckelt: Die US-Autorin Anna Graham Hunter schreibt in ihrer Kolumne, der Schauspieler habe sie 1985 im Alter von nur 17 Jahren mehrfach sexuell belästigt, als sie als Praktikantin für seinen Film „Tod eines Handlungsreisenden“ arbeitete.

Dustin Hoffman habe anzügliche Bemerkungen an sie gerichtet, etwa: „Ich habe ein hartgekochtes Ei in meiner Hose ... und eine weichgekochte Klitoris“ und soll sie mehrfach begrabscht haben.

Hoffman reagierte auf die Vorwürfe mit einem dürftigen Statement: „Ich habe den größten Respekt vor Frauen und ich fühle mich schrecklich, dass ich etwas getan habe, was sie in diese Situation gebracht hat. Es tut mir leid. Es spiegelt nicht den Menschen wieder, der ich eigentlich bin.“

Jetzt gibt es innerhalb weniger Stunden weitere neue Vorwürfe von der Schauspielerin Wendy Riss Gatsiounis.

Regisseur James Toback Foto: Invision Richard Shotwell

Rund 200 Frauen werfen dem Drehbuchautor und Regisseur James Toback sexuelle Belästigung vor. Selbstbefriedigung vor Schauspielerinnen, Versuche der Nötigung bei Vorsprechen sind unter den Anschuldigungen.

Selma Blair (l.) und Rachel McAdams Foto: AP Uncredited / dpa picture alliance

Blair soll er zum Sex gedrängt haben. Seine Reaktion auf ihre Abwehr: „Das ist okay. Ich kann in meiner Hose kommen. Ich muss mich gegen dein Bein pressen.“

Der Stil seiner Fotos ist raw, mitunter als sexistisch verschrien und hat einen Touch von Pornografie. Trotzem – oder gerade deshalb – arbeitet der Modefotograf Terry Richardson mit allen wichtigen Zeitschriften zusammen wie Vogue, Vice und dem Männermagazin GQ sowie Labels wie Levi's, Supreme und Hugo Boss. Er lichtete Stars wie Lady Gaga, Miley Cyrus und 50 Cent in freizügigen Posen ab.

So lang wie seine Karriere, die durch das Markenzeichen der voyeuristischen Fotos befeuert wurde, sind auch die Vorwürfe des Missbrauchs von minderjährigen Models und der Ausnutzung von abhängigen jungen Frauen. Seine Schulmädchen-Kampagne für „American Apparel“ bestärkte diesen Verdacht.

Der US-Comedian Louis C.K. Foto: Invision/AP Chris Pizzello / dpa picture alliance

Update 10. November 2017:

Der amerikanische Komödiant Louis C.K. wird im Rahmen einer weiteren Recherche der „New York Times“ (Artikel vom 9. November 2017) der sexuellen Belästigung beschuldigt. In seiner Stand-Up-Comedy machte C.K. sogar immer wieder explizite Witze über Masturbation in der Öffentlichkeit und Frauen, die er nur sturzbetrunken ins Bett bekommen konnte, die nüchtern offensichtlich keinen Sex mit ihm wollten. Doch es soll nicht bei reinem Entertainment geblieben sein.

Fünf Frauen beschuldigen den Komiker jetzt, dass er vor ihren Augen seinen Penis ausgepackt und masturbiert habe, oder in die Offensive ging und sie gedrängt habe, dass er sich vor ihnen nackt ausziehen und selbstbefriedigen wollte. Er habe das auch wiederholt hörbar am Telefon gemacht.

Der Vorfall der mit Comedienne Rebecca Corry wurde bereits von den Zeugen Courteney Cox and David Arquette bestätigt. Bislang gibt es jedoch kein Statement von C.K. und seinem Management.

Männer, die ihre Macht missbraucht haben sollen Foto: AP Photo / dpa / AP The Associated Press GmbH

Doch systematische sexuelle Belästigung aus mächtigen Positionen heraus ist nicht nur in Hollywood und in der Modelbranche verbreitet. Auch in der Politik häuften sich in den vergangenen Monaten und Wochen die Vorwürfe.

Der britische Politiker Michael Fallon trat jetzt wegen den Vorwürfen nach einem Geständnis als Verteidigungsminister zurück.

Ex-Verteidigungsminister Michael Fallon Foto: Hannah Mckay / Reuters / Reuters / Thomson Markets Deutschland GmbH

Der britische Außenhandelsstaatssekretär Mark Garnier hat seine Sekretärin mit dem Kauf von Vibratoren für private Zwecke beauftragt. Laut Medienberichten gibt es eine Liste mit 40 Namen britischer Abgeordneter, die sexuelle Vergehen auf dem Gewissen haben.

Und der einstige US-Präsident George Bush senior soll Schauspielerinnen und Autorinnen bei Fototerminen aus seinem Rollstuhl heraus befummelt haben.

Die Galerie der Sextäter ist ein Portfolio der Schande – und des Schweigens. Denn die Kandidaten waren bereits länger bekannt; es soll ein offenes Geheimnis gewesen sein, wer aufdringlich wurde und solche Neigungen hatte.

3. Die Mitwisser

„Batman“-Darsteller Ben Affleck soll gleichzeitig Mitwisser und Täter sein. Nach den Vorwürfen gegen Harvey Weinstein distanzierte sich der Schauspieler zunächst öffentlich:

Daraufhin bezeichnete ihn Rose McGovan – Anklägerin in Weinsteins Fall – öffentlich als „Lügner“. Er habe Bescheid gewusst, sein Bedauern sei Heuchelei und Hohn.

Oscargewinner Ben Affleck Foto: Imaginechina / dpa picture alliance

Daraufhin tauchten belastende Videos von Affleck auf, in denen er Moderatorinnen gegenüber wiederholt aufdringlich wird. „One Tree Hill“-Serienstar Hillary Burton beschuldigte ihn, sie befummelt zu haben. Er entschuldigte sich bei ihr.

Quentin Tarantino wusste Bescheid Foto: EPA Peter Foley / dpa picture alliance

Der Kult-Regisseur Quentin Tarantino gab in einem Interview mit der „New York Times“ zu, von Vorfällen mit Weinstein gewusst zu haben. Sogar Tarantinos eigene Freundin Mira Sorvino war betroffen.

Doch Weinstein glaubte an Tarantino, als es keiner tat. Der Produzent war verantwortlich für die Finanzierung und Produktion von „Pulp Fiction“ – der Durchbruch für Tarantino. Dementsprechend eng befreundet waren die beiden über die Jahre.

Wenige Wochen vor dem Skandal richtete Weinstein sogar Tarantinos Verlobungsfeier aus.

Amazon-Chef Jeff Bezos hat vertuscht Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA ALEX WONG / AFP France-Press GmbH

Rose McGowan veröffentlichte mehrere Tweets direkt an Amazon-Chef Jeff Bezos und beschuldigte ihn: „Ich habe dir gesagt, dass ich von HW vergewaltigt wurde. Immer und immer wieder. Du sagstest: Das ist nicht bewiesen. Ich sagte dir: Ich bin der Beweis!

Amazons Ex-Unterhaltungschef Roy Price soll außerdem eine Mitarbeiterin sexuell belästigt haben.

Matt Damon (l.) und George Clooney (r.) Foto: Agency People Image / Agency People Image USA

Auch George Clooney und der „Marsianer“-Star Matt Damon gaben zu, von den Vorwürfen gegen Weinstein und seinen Vergehen schon früher gewusst zu haben – unter anderem von Kollegin Gywneth Paltrow.

Damons Karriere begann mit Weinsteins Hilfe. Damon erklärte, dass den meisten Menschen innerhalb weniger Minuten mit Weinstein klar wurde, dass er zu Mobbing, Belästigung und Nötigung in der Lage war – und die Macht und die Mittel hatte, Druck auszuüben.

4. Die Unterstützer

Doch es gibt auch unwissende Stars und Politiker, die sich klar distanzieren und sich auf die Seite der Opfer stellen.

Darunter sind der Komiker und Schauspieler Seth Rogen und die „Girls“-Produzentin Lena Dunham. Auch Barack Obama und Hillary Clinton äußerten sich solidarisch, zeigten sich „schockiert und angewidert“. US-Moderator Trevor Noah thematisierte den Skandal in seiner Show:

Update, 10. November 2017:

Der amerikanische Stand-Up-Comedian Judah Friedlander stellte sich auf Twitter öffentlich auf die Seite der Frauen, die den Comedian Louis C.K. der sexuellen Belästigung belasten.

5. Die Folgen

Die Anschuldigungen brechen gerade mit einigen Tabus. Die Aktivistin Tarana Burke startete die weitreichende Netzbewegung mit dem Hashtag #metoo. Lady Gaga und Reese Witherspoon machten mit.

Das Topmodel Cameron Russell ließ sich Erfahrungen von Models schicken, um mehr Aufmerksamkeit auf die Systematik von sexuellem Missbrauch in der Modelbranche zu lenken. Es gab Hunderte Rückmeldungen. Die Opfer – oft minderjährig – wurden von Fotografen belästigt, genötigt, gedemütigt, vergewaltigt.

Für Harvey Weinstein haben seine Taten auch berufliche Konsequenzen: Seine eigene Produktionsfirma „The Weinstein Company“ feuerte ihn. Schauspieler Channing Tatum hatte eine Romanverfilmung mit Weinstein geplant, kickte ihn aber aus dem Projekt und zeigte Solidarität mit den weiblichen Opfern:

Auch Quentin Tarantino trennte sich von seinem Best Buddie: In einem Interview distanzierte er sich öffentlich von seinem Freund. Für seinen neunten Film kündigte er außerdem den Vertrag mit Weinsteins Produktionsfirma.

Außerdem gibt es strafrechtliche Konsequenzen: Gegen Harvey Weinstein läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung in Los Angeles, London und New York.

Die hochgelobte Serie setzt aus Foto: dpa Rolf Vennenbernd / dpa picture alliance

Auch für Kevin Spacey haben die Vorwürfe mehrerer Opfer weitreichende Folgen: Am 20. November 2017 hätte der Schauspieler eigentlich den „International Emmys Founders Award“ bekommen sollen. Das Gremium zieht die Entscheidung aufgrund der Vorwürfe jedoch zurück.

Die Aberkennung des Preises war nur der Anfang. Netflix richtet nach eigenen Angaben Hotline für Betroffene ein. Die aktuellen Dreharbeiten für „House Of Cards“ wurden ausgesetzt. Nur ein Tag nach den Vorwürfen soll der Streamingdienst sogar beschlossen haben, die Serie nach nur sechs Staffeln plötzlich einzustellen.

Der britische Regisseur Ridley Scott hat bekannt gegeben, alle Szenen mit Kevin Spacey in seinem Geiseldrama „Alles Geld der Welt“ rauszuschneiden, neu zu drehen und Spacey mit seinem Schauspielkollegen Christopher Plummer zu ersetzen.

Regisseur Ridley Scott Foto: PA Wire Ian West / dpa picture alliance

Außerdem fordert ein Australier auf der Plattform change.org, die Serie „House Of Cards“ weiterzuführen und Spacey durch einen anderen Schauspieler zu ersetzen – NOIZZ.de berichtete. Die Petition hat bereits über 40.000 Unterschriften.

Die jüngsten Anschuldigungen gegen den erfolgreichen amerikanischen Komödiant Louis C.K. haben den Sender HBO dazu veranlasst, C.K. die Teilnahme an ihrem Benefizkonzert „Night of Too Many Stars: America Unites for Autism Programs“ am 18. November zu verweigern.

Corey Feldman will auspacken Foto: API (c) FameFlynet / Agency People Image API

Und die Hollywoodgrößen dürften weiter zittern: Denn der Kinderstar Corey Feldman („Gremlins“, „Die Goonies“) will sechs weitere Namen nennen, die in den vergangenen Jahrzehnten ihn und andere minderjährige Jungs sexuell belästigt und missbraucht haben sollen. Pädophilie sei in der Branche weiter verbreitet, als Hollywood zugeben mag, so Feldman.

Zwei Namen – unter anderem Jon Grissom – nannte Feldman jetzt in einer Show, rief das „Los Angeles Police Department“ an, um die ersten Täter anzuzeigen. Schon lange sprach der Schauspieler darüber, als Kinderstar sexuell missbraucht worden zu sein. Seit Herbst 2017 sammelt er Geld für eine Doku über Pädophilie in Hollywood und für Anwälte, die sein Leben schützen sollen – aus Angst vor den Folgen seiner Enthüllungen.

Karikatur Harvey Weinstein Foto: PA Wire Gareth Fuller / dpa picture alliance

Eine riesige Skulptur der Künstlern Frank Shepherd (l. unten) und Andrea Deans (l. oben), die Harvey Weinstein verspottet, steht seit dem 1. November 2017 in Kent (Großbritannien). Sie wird bei einem Feuerwerk der Edenbridge Bonfire Society verbrannt.

Quelle: Noizz.de