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[Dieser Text kann Spuren von Spoilern enthalten]

ES IST SO WEIT: Netflix hat heute (18.) endlich die zweite Staffel des Serienhits „Tote Mädchen lügen nicht“ hochgeladen. Seit einem Jahr rätseln Serienjunkies und Fans: Wie werden die Macher die Geschichte weiterdrehen? Auch weil der Plot jetzt eben nicht mehr auf der Buchvorlage von Jay Asher basiert, sondern aus der Feder der Netflix-Produzenten stammt und viele das Gefühl hatten, dass die Story um Hannah längst auserzählt ist.

Kurz und Knapp

Der Trailer hat bereits verraten, dass die Kassetten nicht das Ende sind. Fünf Monate nach Hannahs Suizid tauchen plötzlich Polaroids auf, die für Unruhe an der Liberty High sorgen. Außerdem startet auch der Prozess gegen die Schule, in dem die Protagonisten aus Staffel 1 aussagen müssen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht aber vor allem eins: Wie werden die Charaktere mit Hannahs Tod und ihrem neuerlangten Wissen fertig? In der zweiten Hälfte geht es dann vor allem darum, den Opfern in der Gegenwart zu helfen.

NOIZZ hat sich die zweite Staffel schon reingezogen. Hier sind drei Gründe, warum es sich definitiv lohnt, die neuen Folgen zu binge-watchen!

1. Geschichte wird komplexer

In Staffel 1 konnten wir uns vor allem von Hannahs Perspektive ihres Selbstmordes überzeugen lassen. In Staffel 2 werden viele Geschichten wiederholt, was die ersten Folgen relativ redundant erscheinen lässt, allerdings haben jetzt auch die anderen Charaktere die Möglichkeit ihre Perspektive zu erzählen – zum Beispiel als Zeugen vor Gericht. Dabei kommen ein paar Dinge raus, die in der ersten Staffel nicht mal ansatzweise beleuchtet wurden. Das macht die Charaktere komplexer. Weg von Hannahs Schwarz-Weiß-Perspektive, rein in die Grauzone. Hannah war schon in Staffel 1 nicht nur das tragische Opfer, sie hat auch häufig provoziert oder überreagiert. In der zweiten Staffel kommen weitere Charakterzüge hinzu, die sie menschlicher, aber auch unsympathischer machen.

Selten bekommt man die zwei Seiten eines Charakters so fein filetiert auf dem Silbertablett präsentiert, wie in dieser Serie. Und das Schöne ist: Diese Charakterentwicklung gilt nicht nur für Hannah, sondern vor allem auch für Courtney, Jessica, Zach, Alex und auch für Clay.

2. Weitere Geheimnisse sorgen für WTF-Momente

Es kommen Geheimnisse ans Licht, mit denen wirklich keiner gerechnet hat! Die erste Staffel der Netflix-Serie hat viel Kritik abbekommen: Nicht nur, weil sie den Suizid von Hannah so explizit zeigt und thematisiert, sondern auch weil es einige Ungereimtheiten bezüglich Hannahs Geschichte gibt. Schon in der ersten Staffel gab es Hinweise darauf, dass ihre Storys auf den Kassetten nicht alle stimmen. Die aktuelle Staffel zeigt: Die Fans lagen mit ihrer Vermutung nicht ganz falsch. Tatsächlich kommt heraus, dass Hannah auch wichtige Stellen weggelassen hat und das sorgt ab und zu für echte WTF-Momente!

Gerade die Geschichte rund um Zach Dempsy kam den Fans spanisch vor. In Staffel 2 kommt heraus, dass Hannah und Zach noch eine weitere Geschichte haben, von der bisher niemand wusste [WIRKLICH NIEMAND!]. Auch Clay und Hannah teilen ein weiteres ziemlich krasses Geheimnis.

3. Staffel 2 ist tragisch real

Auch wenn das jetzt niemanden überraschen wird: Das traurige und gleichzeitig stärkste an Staffel 2 ist die Erkenntnis, dass Hannah Baker tatsächlich tot ist und sich das auch nicht ändern wird. In Staffel 1 will man verstehen, warum Hannah sich umgebracht hat und das sorgt für Spannung. In Staffel 2 ist der Hauptplot allen bekannt, deshalb fehlt die Spannung, die uns in der ersten Staffel dazu gebracht hat, eine Folge nach der anderen zu suchten. ABER das ist gleichzeitig auch der Vorteil von Staffel 2! Denn die Charaktere müssen lernen, dass es niemals mehr so sein wird, wie es vor Hannahs Tod war und das ist verdammt realistisch. Die Verzweiflung der einzelnen Charaktere zu sehen und als Zuschauer selbst zu realisieren, wie endgültig und beschissen schmerzhaft ihr Tod ist, trägt vor allem die erste Hälfte der Staffel.

Ab der 6. Folge rückt Hannahs Geschichte immer weiter in den Hintergrund, weil man langsam checkt, was es eigentlich mit den Polaroids auf sich hat und die ersten WTF-Geheimnisse ans Licht kommen. Worauf die Geschichte am Ende hinausläuft, kann man am Anfang nicht abschätzen: Zwar gibt es ein paar offensichtliche Dinge, wie die Entscheidung im Prozess, aber eben auch neue Entwicklungen die wirklich mindblowing sind.

Quelle: Noizz.de