Eine Serie daraus machen? Niemals!

Martin Scorsese ist bekannt für seine monumentalen Filme. "The Aviator", "Taxi Driver", "Wolf of Wallstreet" – alle um die drei Stunden lang. Bei Scorsese gewinnt das Wort "Überlänge" eine neue Bedeutung. Sein bis dato letzter Film, "Silence" aus dem Jahr 2016, hatte eine Laufzeit von gut zwei Stunden und 40 Minuten. Immerhin eine Stunde kürzer, als sein jetziges Meisterwerk für den Streaming-Giganten Netflix. "The Irishman" geht fast vier Stunden lang. Ein Filmmarathon.

Das ist ganz entgegen der derzeitigen Sehgewohnheiten der meisten Zuschauer auf Netflix. Klar, dass der ein oder andere sich fragt, wieso zum Teufel Scorsese daraus nicht einfach eine leichter verdauliche Serie gemacht hat. Aber: Der Regisseur hat Gründe und die sind vor allem filmästhetischer Natur, wie der dem Magazin jetzt "Entertainment Weekly" erklärte:

"Ich habe noch nie daran gedacht. Denn der Punkt bei diesem Film ist die Fülle an Details. Es handelt sich um einen kumulativen Effekt, der bis zum Ende des Films durchgezogen wird. Das bedeutet auch, dass man es sich von Anfang bis zum Ende anschauen kann, wenn man dem denn zugeneigt ist."

Ganz gegen Serien ist der Altmeister aber nicht. " Eine Serie kann wunderbar sein, du kannst Charaktere entwickeln und ganze Handlungsstränge sowie ganze Welten rekreieren." Für "The Irishman" würde dieses Konzept aber nicht aufgehen. Wer weiß also, vielleicht kriegen wir dann demnächst eine andere Scorsese-Serie auf Netflix.

Der Trailer zum Monumentalwerk "The Irishman":

Und mal ganz ehrlich: Wer sich die vier Stunden nicht auf einmal geben kann, kann ja jederzeit Pause machen. Wir streamen ja und sitzen nicht im Kino. Außerdem, wenn wir mal ganz ehrlich sind: Macht es jetzt echt einen Unterschied, ob ich mir vier Folgen "The Crown" à 45 Minuten hintereinander gebe oder eben mir einen Scorsese-Film in der gleichen Länge reinziehe? Eben.

In seinem Netflix-Meisterwerk, das wohl durchaus Oscar-Chancen hat, spielen Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci die Hauptrollen in einer epischen Saga über das organisierte Verbrechen im Nachkriegsamerika. "The Irishman" wird aus Sicht von Frank Sheeran erzählt, einem Veteran des Zweiten Weltkriegs, der als Drogendealer und Auftragsmörder an der Seite der berühmt-berüchtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts tätig war.

Der über mehrere Jahrzehnte spielende Film widmet sich einem der größten ungelösten Rätsel der US-amerikanischen Geschichte: dem Verschwinden des legendären Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Er liefert außerdem einen monumentalen Einblick in die versteckte Maschinerie des organisierten Verbrechens – von den internen Abläufen über Rivalitäten bis hin zu Beziehungen in weite Kreise der Politik.

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Quelle: Noizz.de