Der Hype um den ersten Teil der Buchverfilmung war groß. Kann der zweite Teil um die Liebesgeschichte von Lara Jean Covey (Lana Condor) und Peter Kravinzki (Noah Centineo) mithalten? Oder sollte man diesen Valentinstag lieber nutzen, um den ersten Teil auf Netflix zu rewatchen?

Sich aus der eigenen Realität verabschieden um in der zuckersüßen und bisweilen ziemlich komplikationslosen Feelgood-Welt von Lara Jean und Peter verschwinden?! Hell yeah! Kein Wunder, dass der erste Teil von "To All The Boys I Loved Before" ein solcher Erfolg war: Eigentlich handelt es sich um eine recht handelsübliche Teen Rom-Com. Es war einmal ein Mädchen, die traf einen Jungen, beide finden sich gut aber durch verschiedenste – mehr oder weniger glaubwürdige – Hindernisse bekommen sie sich erst am Ende des Films. Hinzu kommt hier aber das sehr überzeugende Spiel unserer Hauptdarsteller. Lana Condor und Noah Centineo haben echte Chemie – und nicht nur, weil es das Drehbuch so will. Sie stellen ihre Charaktere herrlich leichtfüßig und wahnsinnig sympathisch dar und diese sind sogar etwas mehrdimensionaler als in Filmen dieses Genres sonst so üblich. Die Nebendarsteller sind ebenfalls perfekt gecastet. Unser Liebling: Natürlich John Corbett als Dr. Covey, Vater von Lana.

Lara Jean ist jetzt Girlfriend – und muss erst mal üben

Die Ausgangssituation von Film eins erklärt auch die Grundsituation (und -konflikt) von Teil zwei: Lara Jeans Schwester Kitty (Anna Cathcart) verschickt Liebesbriefe, die Lara Jean nur für sich und sehr heimlich verliebt im Laufe ihres Lebens geschrieben hat. Einer davon ist an Peter adressiert, der erst gar nichts von Lara Jean will, aber sich darauf einigt, mit selbiger seine eigene Ex-Freundin eifersüchtig zu machen. Natürlich verlieben sich die beiden und entscheiden sich am Ende von Teil eins, eine Beziehung zu starten.

Genau hier geht es nun auch weiter: Lara Jean ist jetzt Girlfriend und muss vor allem noch mal üben, wie das eigentlich funktionieren soll – Freundin sein. Sie ist konfrontiert mit den üblichen Unsicherheiten: Bisschen Eifersucht – immerhin ist ihr Boyfriend der Schwarm der ganzen Schule, die Frage danach, wie und ob es jetzt dann auch Zeit für das erste Mal Bettgymnastik ist und wie man eigentlich mit der Ex-Freundin des neuen Freundes umgeht. So weit, so unspektakulär.

Kittys Briefträger-Aktion bringt aber noch einen weiteren jungen Mann auf den Plan: John Ambrose (Jordan Fisher). Den fand Lara Jean als Kind schon toll und wie es das Drehbuch so will, treffen sich die beiden bei ihrer Freiwilligenarbeit im Altenheim wieder – wie romantisch. Die beiden verstehen sich super und schon erfolgt dasselbe Spiel wie schon mit Peter im ersten Teil: Blicke, die eigentlich ein paar Sekunden zu lange dauern, ein bisschen zuckersüßes Flirten, das ganz blass gefärbte Schmetterlinge im Bauch freisetzt und mellow Liebesdrama, das keinem wehtut.

Währenddessen veranstaltet auch Lara Jeans Papa ein bisschen Lovestory und bandelt mit seiner Nachbarin an. Gönnt man ihm.

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Feelgood oder belanglos?

Insgesamt passiert hier herrlich wenig Drama und alles ist hübsch unaufgeregt. Ganz konsequent werden alle Stärken des ersten Films auch hier wieder auf die Leinwand gezaubert. Das ist einerseits schön für alle Fans des ersten Teils. Aber gleichzeitig auch, ja wir sagen es jetzt einfach mal, langweilig.

Denn obwohl es ja ganz wunderbar ist, dass Lara Jean eine so zugängliche Protagonistin ist, die mit ihren Zweifeln, ihrer Geekyness und ihrer Art jedem völlig bezaubernd das Herz wärmt, Peter ein ziemlicher Traumtyp von erstem Boyfriend ist und die beiden zusammen einfach den perfekten Cast abgeben – die Frische und der Effekt des Neuen geht dem Ganzen natürlich abhanden. Es wurde sich aber auch wenig Mühe gegeben, hier irgendetwas Unvorhersehbares zu bieten. Und zwischendurch nervt es auch ein bisschen, dass Noah Centineo mittlerweile ziemlich genau weiß, welche Gesichtsausdrücke, welche Art zu reden und zu schauen ihn zum Teenie-Schwarm der Zuschauer*innen machte – und dieses Wissen in jede mögliche On-Screen-Zeit peinigt. Wir haben es verstanden, Noah, du bist so cute wie ein Golden Retriever – Welpe, let it go!

So richtig überraschend ist an "To All The Boys I Loved Before 2" halt wirklich nichts – aber die Frage ist auch, ob das überhaupt sein muss. Es gibt ja nicht wenige, die die Suppe vom Vortag total gerne noch mal aufwärmen oder sich ganz entspannt auf ein bewährtes Rezept verlassen möchten. Das funktioniert hier allemal. Wer also einen ereignislosen Filmabend möchte, oder wem die Realität derzeit schon rasant und dramatisch genug ist, dem sei gesagt: Schaut euch diesen Film an. Alle anderen sind mit etwas anderem vielleicht besser bedient. Unser Endfazit: Kann man machen, muss man aber nicht.

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  • Quelle:
  • Noizz.de