„Masters of Dance“-Jurorin erklärt im NOIZZ-Interview, was zum Tanz-Geist dazugehört.

Nach der Absetzung der Tanz-Sendung „Got to Dance“ im Jahr 2016 kehrte ProSieben dieses Jahr mit einem neuen Tanz-Format zurück. Die Casting-Show heißt „Masters of Dance“ und rückt den Juror mehr in den Mittelpunkt als „Got to Dance“. Der muss sich nämlich seine eigene Company mit den Tänzern der Sendung aufbauen und mit ihnen zusammen spannende Shows gestalten.

„Brauchen wir wirklich noch eine Casting-Show?“

Das kann man sich schon Mal fragen, wenn schon wieder die Rede von Buzzern, Kandidaten, und Juroren ist. Dennoch bieten Casting-Shows nicht nur für ihre Teilnehmer einen Hoffnungsschimmer, der den Schein des erreichbaren Ruhmes und Reichtum durchblitzen lässt – auch als Zuschauer darf man naiv nebenbei rumträumen. Und auch wenn Casting-Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ sonst nichts außer Anrufe für 50 Cent aus dem deutschen Festnetz bieten, verbreiten sie wenigstens das: positive Vibes.

Jurorin, Tanz-Ikone und Gute-Laune-Kanone Nikeata Thompson erzählt uns im NOIZZ-Interview, warum diese Casting-Show eigentlich doch was kann, warum die Tänzer-Szene manchmal frustriert, und wie ihr Kindheitstraum wahr geworden ist.

Das NOIZZ-Interview mit Nikeata Thompson: „Das Tanzen wird immer meine große Liebe bleiben.“

NOIZZ.de: Du warst 2013 Jurorin bei „Got To Dance“. Wie unterscheidet sich „Masters of Dance“ von „Got To Dance“?

Nikeata Thompson: Ein grundlegender Unterschied ist, dass man selbst aktiv werden muss. Es geht also nicht nur um die pure Entscheidung „gefällt mir etwas oder nicht“. So war es ja bei „Got to Dance“. Es erfordert hier vor allen Dingen Strategie, um eine gute Company zusammenstellen, und viel kreativen Input vom Master [Anm. d. Red.: Der Juror]. Von Requisiten bis hin zu LED Content, Musikauswahl, Kostüm und Choreografie – es wird alles vom Master und seinem Co-Choreografen gestaltet. Im Anschluss wird dann gebattelt. Dann hat man auf einmal einen starken Siegeswillen.

Wie kannst du das Juror-sein vereinen mit deiner eigentlichen Beschäftigung des Tanzens? Nehmen Medien-Auftritte mehr Zeit in Anspruch, als dir lieb wäre?

Nikeata Thompson: Es stimmt, dass ich mich im letzten Jahr choreografisch etwas zurückgehalten habe, aber das Tanzen wird immer meine große Liebe bleiben. Ich gehe immer noch regelmäßig und auch ohne Auftrag in den Tanzraum und tanze mir viel von der Seele, weil es mich einfach glücklich macht. Die Medienauftritte stören mich da aber überhaupt nicht. Wenn es etwas gibt, dass ich unbedingt selbst choreografieren möchte, dann sage ich auch Veranstaltungen gerne ab.

Was frustriert dich an der Tänzer-Szene?

Nikeata Thompson: Es ist schade, dass es kein richtiges Miteinander gibt. Ich würde es toll finden, wenn sich beispielsweise die größten Tanz-Agenturen zusammentun, um eine Art Tänzer-Vereinigung ins Leben zu rufen, wo Arbeitsbedingungen, Mindesttagessätze und andere Dinge in einen geregelten Rahmen gesetzt werden. Ich möchte, dass diese Berufsgruppe ernst genommen und respektiert wird.

Von was hast du als Kind geträumt?

Nikeata Thompson: Durch Erzählungen meiner Mutter weiß ich, dass ich schon seit Kindertagen gerne im Mittelpunkt stand. Ob es Tanz-Wettbewerbe in der Familie gab, wo man ein Pfund gewinnen konnte oder ich an Weihnachten auf den Tisch gestiegen bin und getanzt und gesungen habe. Irgendwie wollte ich auf jeden Fall Entertainment und Menschen glücklich machen.

Von was hast du heute Abend geträumt?

Nikeata Thompson: Ich träume leider selten, aber wenn ich mir etwas aussuchen dürfte, dann wäre es eine Reise nach Jamaika und 14 Tage ohne Social Media und irgendwelche Verpflichtungen mit gutem Essen und guter Musik an einem weißen Sandstrand. Wenn dann noch ein gutaussehender netter Mann neben mir wäre … das wäre ein schöner Traum.

„Masters of Dance“ läuft immer donnerstags auf ProSieben – für die von euch, die noch einen Fernseher besitzen.

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Quelle: Noizz.de