Wir stellen euch die Highlights vor – und sagen, was hinter den Storys steckt.

Ab Februar gibt es die schönsten Animes der Welt auf Netflix: Die Produktionen von Studio Ghibli und dem weltbekannten Regisseur Hayao Miyazaki, der die Märchen- und Sagenkultur Ostasiens mit seinen Zeichentrick-Filmen für die gesamte Welt in zeitlose Kunst getunkt hat.

Streaming-Riese Netflix hat tief in die Tasche gegriffen und ganze 21 der bekanntesten Werke Ghiblis eingekauft. Im Februar, März und April werden nun jeweils sieben davon online verfügbar sein. 21 Filme in drei Monaten sind natürlich eine Ansage und vielleicht hat nicht jeder die Zeit für sämtliche Veröffentlichungen seit 1986.

Deshalb haben wir euch für den Februar eine Top 3 zusammengestellt, die ihr unbedingt sehen solltet. Hier sind sie, die drei schönsten Filme von Studio Ghibli, die ihr diesen Monat auf Netflix sehen könnt:

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Das Schloss im Himmel (1986)

Der erste Wurf: 1986 erscheint "Das Schloss im Himmel" und gibt einen Vorgeschmack auf die zauberhaften Welten, in die uns Ghiblis Filmemacher in den kommenden 20 Jahren entführen werden. Der Film ist eine Hommage an "Gullivers Reisen" von Jules Verne. Im Zentrum der Geschichte stehen die Waisenkinder Sheeta und Pazu, die auf der geheimnisvollen, fliegenden Insel "Laputa" große Abendteuer erleben.

Thema des Films ist die Verbindung von Mensch, Natur und Technik. Durch die Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Japan enorm viel Natur zerstört. Als Folge davon hat sich das Land in den 1980er Jahren zum internationalen Vorbild in Sachen Naturschutz emporgeschwungen. Im Film glückt die Einheit aus Mensch, Natur und Technik nicht. Der Verlauf der Handlung bringt zusätzlich eine grundsätzliche Kritik an technologischen Waffen zum Ausdruck und macht darauf aufmerksam, dass der Gebrauch von Technik und Industrie sehr sorgsam geschehen muss, da er sonst die natürliche Umwelt des Menschen zerstört.

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Mein Nachbar Totoro (1988)

Heute ein Klassiker und wahrscheinlich auch der bekannteste Film der ersten sieben, die diesen Monat online gehen. Gerade mal zwei Jahre nach "Dem Schloss im Himmel" erzählt "Mein Nachbar Totoro" die Geschichte einer gewöhnlichen Familie – bestehend aus einem Vater und zwei Töchtern – die in ein altes, klappriges Haus zwischen Reisfeldern und Wäldern zieht. Die Mutter der Familie liegt schwer krank im Krankenhaus und ihr möglicher Tod liegt wie ein Schatten über der Geschichte.

Im Wald stoßen die beiden Schwestern Satsuki und Mei auf den Waldgeist Totoro – eine überdimensional großen Mischung aus Eule und Katze. Totoro und seine kleinen Geisterfreunde helfen den Mädchen durch die schwere Zeit.

Eine niedliche Geschichte – oder? Tatsächlich gibt es eine verbreitete Theorie unter Fans, dass Totoro gar nicht der Gott des Waldes, sondern ein Todesgott ist, der den beiden verstorbenen Schwestern den Weg ins Todesreich zeigt. Etliche Details im Film geben Hinweis darauf, dass das tatsächlich so sein könnte, zum Beispiel die Tatsache, dass die beiden Mädchen ab der Hälfte des Films keine Schatten mehr haben – wie Geister.

Studio Ghibli streitet dieses Interpretation ab – es soll schließlich ein harmloser Kinderfilm bleiben. So oder so: Die Geschichte basiert auf Miyazakis Vergangenheit. Als kleiner Junge erkrankte seine Mutter an Tuberkulose, wodurch er und sein Vater eine schwere Zeit hatten.

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Porco Rosso (1992)

Ein kleiner Stilbruch mit den bisherigen Werken und damit ein kleiner Einblick in eine Faszination von Miyazaki abseits fantastischer Märchenwelten: Flugzeuge und Kriege. "Porco Rosso" spielt in 1920er Jahren zur Zeit des italienischen Faschismus. Der schweinsköpfige Pilot Porco Rosso ist Veteran aus dem Ersten Weltkrieg und verdingt sich mittlerweile als Kopfgeldjäger damit, fliegende Piraten abzuschießen.

Die Stimmung des Films ist grandios und vereint sowohl Miyazakis Liebe für Technik und Luftschiffe als auch seine Kritik an faschistischen Regimen und Kriegen. Die Brücke vom Zeichenstil eines Animes über die schwere Thematik von Krieg und Unterdrückung bis hin zu rein ästhetischen Szenen, die sich als romantische Liebeserklärung an das Pilotensein lesen, hat etwas ganz Eigenes und macht Lust auf ein Crossover-Genre, dass der Regisseur mit seinem Meisterwerk "Wie der Wind sich hebt" im Jahr 2013 perfektioniert hat.

Hayao Miyazaki

Hayao Miyazaki hat sich mit seinem letzten Film "Wie der Wind sich hebt" im Jahr 2013 eigentlich in den Ruhestand verabschiedet – und befindet sich aktuell trotzdem wieder in der Produktion eines kompletten Spielfilms. "How Do You Live?" ist für Sommer 2020 geplant, ein offizielles Release-Date gibt es allerdings noch nicht.

Neben den drei vorgestellten Filmen könnt ihr im Februar folgende Filme von Studio Ghibli auf Netflix sehen: "Kikiks kleiner Lieferservice" (1989), "Tränen der Erinnerung" (1991), "Flüstern des Meeres" (1993) und "Die Chroniken von Erdsee" (2006).

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  • Quelle:
  • Noizz.de