Der Regisseur ist okay, der Cast höchst dubios. Reinste Stangenware der Filmindustrie!

Bei Filmen wie „Asphalt Gorillas“ kommt bei mir persönlich immer wieder die Frage hoch: Was denkt die deutsche Filmindustrie eigentlich vom Zuschauer? Dass er so anspruchslos ist, dass ein bisschen Geballer und Til-Schweiger-Witze reichen, um voll zufrieden gestellt zu werden?

Anscheinend ja, denn sonst würden nicht Filme entstehen, die das Film-Pendant zu Max Giesingers Industriemusik zu sein scheinen.

Zwar ist „Asphalt Gorillas“ noch nicht draußen, doch der Trailer bestätigt schon jeglichen Verdacht: Der Clip besteht aus Waffenschüssen, blutigen Faustkämpfen und ... ein bisschen platten Dialog („Diese Geschichte handelt von einer Freundschaft“).

Dabei scheint der Streifen auf den ersten Blick – aber wirklich nur auf den ersten – vielversprechender als manch anderes Stück deutschen Filmguts (Grüße an die Macher von "Hot Dog"!): Regie führt Detlev Buck, die Hauptrollen spielen einige ehrgeizige Jungschauspieler. Die Handlung basiert auf einer Kurzgeschichte des Bestseller-Autors Ferdinand von Schirach.

Doch nach zehn Sekunden ist klar: Hier geht es um nichts anderes als mit möglichst viel Effekthascherei und einem recht unkreativen Plot massig Geld zu machen.

Fäuste, Geld, Puff.

Grob geht es um Crime-Berlin. Um (Falsch-)Geld. Um Drogen. Diese Kombination führt – Überraschung – zu Chaos und Krieg mit der Unterwelt. Sonst werden auch alle anderen Actionfilm-Klischees erfüllt: Frauen sind mal wieder Opfer, die Hilfe vom Mann brauchen, am besten noch Prostituierte. Die Quoten-Asiatin, die ein paar coole Kampfmoves draufhat, und das coole Buddy-Girl (gespielt von Ella Rumpf) sind auch dabei.

Es wird generell ganz viel geprügelt und geschrien, mit Zeitlupe, alles unter billigem Neonlicht, ein bisschen geklaut vom Hollywood-Streifen „Atomic Blonde“. Platte Gangsta-Witze dürfen nicht fehlen.

Platte Witze = Erfolg?

Der Hauptdarsteller Samuel Schreiber sieht aus wie Frederick Lau für Anspruchslose. „4 Blocks“-Schauspieler Kida Khodr Ramadan spielt den arabischen Mafia-Obergangster, der AfD-alle-Ausländer-sind-Kriminelle-Herzen höher schlagen lässt.

Das absolute Highlight ist aber die Star-Besetzung Stefanie Giesinger (die vermutlich anhand des Rollennamens „Oxana“ eine osteuropäische Zwangsarbeiterin spielt) und Julia Engelmann. Besonders Zweitere scheint in die pseudodüstere Atmosphäre nicht wirklich reinzupassen. Fängt sie dann irgendwann an zu sagen „Ich wünschte ich wäre ne Muschel, ganz nah ans Meer rangekuschelt“ und plötzlich haben sich alle lieb?

Vielleicht täuschen wir uns und es der Film hat doch ein bisschen mehr künstlerischen Wert. Der Trailer setzt die Erwartungen jedoch schon mal sehr tief.

Ein Kassenschlager wird „Asphalt Gorillas“ trotzdem, denn schließlich hat man die Fans von Stefanie Giesinger und Julia Engelmann – und die werden den Streifen schon etwa so erfolgreich machen wie „Fack Ju Göhte“ und Co. Ab dem 30. August 2018 könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

Quelle: Noizz.de