Nach 136 Folgen geht die zweitbeste Sendung der Welt in den Showhimmel – und es war grandios.

Seit 2009 blödeln der lange Lulatsch mit der Brille und der kleine Streberjunge über unsere Mattscheiben. Was mit „MTV Home” begann, hört jetzt endgültig auf. Aus und vorbei. Nach vier Jahren „Circus Halligalli” auf Pro7 ist jetzt Schluss mit Joko und Klaas.

Eine ganze Jugendgeneration haben die beiden bespaßt. „Buddy Tach” , Porno Ping Pong – was Joko und Klaas machten, fanden wir alle super witzig und haben es abgefeiert bis zum geht nicht mehr. Ich selber fühle mich, als wäre ich mit ihnen groß, ja erwachsen geworden.

Die beiden Ulknudeln haben es außerdem geschafft, das fast schon totgeglaubte Live-On-Tape-Format wieder mit Leben zu füllen. Was kann man also von einer aller-aller-aller-letzten Folge der „Joko und Klaas-Show” schon erwarten?

Wenn wir ehrlich sind: ziemlich viel. Und das liegt eben einfach an den acht Jahren Dauerbespaßung mit teils kongenialen Einfällen. Joko und Klaas haben Grenzen überschritten, mit Normen gespielt und die deutsche Fernsehwelt herausgefordert. Das Duo hat sich bewährten MTV-Mitteln bedient und ein bisschen Jugendzauber zuerst zum öffentlich-rechtlichen mit „neoParadise” auf ZDFneo und dann in das private Fernsehen mit „Circus Halligalli” gebracht.

Ein Neo Magazin Royale würde es wahrscheinlich nicht geben, wenn es nicht neoParadise gegeben hätte (und darüber ist sich Jan Böhemrmann mit all seinen Joko-und-Klaas-Spitzen durchaus bewusst.)

Was gab es dann also wirklich zu sehen?

Casper hat nach gefühlt hundert Jahren sich doch noch dazu entschlossen, eine Single seines neuen Albums „Lang lebe der Tod” herauszubringen – bei Halligalli. „Sirenen” ist ein verwirrendes Machwerk, das aber konsequent zu Halligalli passte. Von Metallica bis Pete Doherty versammelte sich bei Joko und Klaas die Musikelite. Das hat natürlich etwas mit ihrer Musikfernsehenvergangenheit zu tun und ist auch ein Teil ihres Erfolgsgehimnisses.

Ein kleines, popkulturelles Wunder zum Abschied. James-Blunt-singt-Kritiken als Evergreen darf natürlich auch nicht fehlen. Denn schließlich liebt jeder James Blunt.

Noch mehr Hip-Hop gab es, als die nervige Putzfrau Sabine Zigaretten holen ging. Alle haben sich sich versammelt um auf Wiedersehen zu sagen. Aber seht selbst:

Und noch ein Geheimnis wurde gelüftet: Wer ist Halligallino? Es ist Rekord-Dauergast Matthias Schweighöfer. Der war bereits schon acht Mal zuvor auf der Couch.

Vielleicht kommt der Abschied aber doch zur rechten Zeit: Bei der vorletzten Sendung, ein Special von Rock am Ring, gab’s ein Quotentief für Joko und Klaas. Gerade ein mal 6,5 Prozent Marktanteil bei den 14 bis 49-Jährigen.

War aber alles egal bei der letzten Folge. Es gab noch einmal eine Portion von allem, was diese Sendung ausmachte. Highlight: Betrunkene skripten die letzte Halligalli-Folge. Besser als das, kann keine reale Sendung werden.

Stellt sich die Frage: Was bleibt?

Joko und Klaas wollen sich in Zukunft wohl eher der Formatentwicklung widmen. Wie Pro Sieben Sendechef Daniel Rosemann mitteilte, habe der Wahnsinn mit den beiden kein Ende: „Joko und Klaas werden auch die nächsten Jahre gemeinsam TV-Geschichte schreiben. Wir freuen uns auf 'Die beste Show der Welt' und 'Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt'. Zusammen entwickeln wir außerdem weitere neue Shows für ProSieben.”

Für alle, die in Tränen versinken und sich fragen, was sie jetzt ohne Halligalli machen sollen: Alle Folgen am Stück gucken würde stolze vier Tage, 16 Stunden und 30 Minuten dauern. Reicht also für einen langes-Wochenende-Marathon.

Aber zurück zur letzten Folge ...

Beinahe hatte man befüchtet, es endet mit dieser Umarmung und einen flennenden Joko. Denkste! Wie Klaas schon sagte, es ist eine „Mischung aus Beerdigung und Silvester.” Halligalli hat das verdiente epische Ende bekommen: Ein Flurgang durch das Kuriositäten-Kabinett der Halligalli-Familie. Und da taucht zwischen allen auch Olli Schulz auf. Ohne den alles von Joko und Klaas nur halb so schön gewesen wäre.

So bleibt am Ende nur eines zu sagen: Danke, Joko und Klaas für dieses Ende!

Quelle: Noizz.de