100.000 Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

Chatten, posten, liken: Ständig hängen wir in sozialen Netzwerken ab – oft zu lange, das wissen wir selbst! Doch bei vielen Kindern und Jugendlichen nimmt die Social-Media-Nutzung mittlerweile krankhafte Züge sind.

Rund 100.000 Kinder und Jugendliche sind laut einer Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Netzwerken. "Die Ergebnisse sind alarmierend", erläutert DAK-Boss Andreas Storm. Denn damit zeigen 2,6 Prozent der Teenarger ein Suchtverhalten nach sozialen Netzwerken. Doch zu den Folgen gehören nicht nur Schlafmangel, Realitätsflucht und Stress mit den Eltern.

Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen erklären, dass ständiges Denken an die Netzwerke oder Messenger-Dienste auch während Schule oder Lehre ein entscheidendes Sucht-Signal sei. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn Handy oder Computer nicht in der Nähe sind.

Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Sie verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys, lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung, riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.

Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs - Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Jungen mit 151 Minuten. Am häufigsten nutzen die Befragten WhatsApp, vor Instagram und Snapchat. Nur zwei Prozent der Befragten waren noch auf Facebook unterwegs.

Sechs Prozent der Befragten streiten sich wegen ihrer Social-Media-Nutzung häufig mit ihren Eltern. Je jünger die Jungen und Mädchen sind, desto häufiger kracht es. 14 Prozent der 12- und 13-jährigen nutzen soziale Medien deshalb mittlerweile heimlich.

Während Netflix-Nächte für unsere Generation dazugehören, schlägt sich der Nachwuchs die Nächte wegen Chats, Posts und Likes um die Ohren: Jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung zu wenig zu schlafen.

Und das kann zu ernsthaften Konsequenzen führen: Acht Prozent der Befragten zeigten Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

Quelle: Noizz.de