Nach Tyga, Cardi B und Bella Thorne hat nun auch Chris Brown einen OnlyFans-Account. Schadet er damit Sex-Arbeiter*innen?

Am 12. November offenbarte Chris Brown, dass nun auch er sich einen OnlyFans-Account eingerichtet habe. OnlyFans: eine Art Porno-Instagram, auf dem Nutzer*innen ihren Content gegen Abschluss eines zahlungspflichtigen Abos anbieten können. Innerhalb weniger Tage hat der Sänger schon drei Fotos gepostet und 2.600 Likes gesammelt. Doch nun hagelt es Kritik gegen den "Ayo"-Sänger – nimmt er mit seinem OnlyFans-Account Geld von den Sex-Arbeiter*innen auf der Plattform weg?

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Chris Brown ist auf OnlyFans – was sucht er da?

@chrisbrownofficial heißt der OnlyFans-Account, ein Monatsabo kostet 20 US-Dollar. Ein ganz schön steiler Preis dafür, dass es von dem Musiker wohl kaum mehr als ein paar Song-Promos geben wird. Andere müssen da weitaus mehr bieten, um Abos für einen solchen Preis zu gerechtfertigen: Sex-Arbeiter*innen. Denn für sie ist OnlyFans einer der einzigen Wege, momentan Geld zu verdienen.

Chris Brown verprügelte 2009 seine damalige Freundin Rihanna

Schon Bella Thorne und Schauspieler Tyler Posey bekamen Kritik von Sex-Arbeiter*innen, die ihre Existenz durch die OnlyFans-Accounts der Stars bedroht sehen. Der Vorwurf: Die berühmten Stars würden sich OnlyFans-Konten nur einrichten, um Werbung für ihre neuen Singles oder Filme oder Projekte zu machen. Dadurch würden sie aber Marktanteil von Menschen wegnehmen, die von OnlyFans-Einnahmen abhängig sind – und das sind Sex-Arbeiter*innen.

OnlyFans ist eine wichtige Einnahmequelle für Sex-Arbeiter*innen

Besonders wegen der Pandemie-bedingten Auflagen wurde OnlyFans im Laufe des Jahres zu einer wichtigen Einnahmequelle für viele Menschen im Sex-Business. Zuletzt machte Schauspielerin Bella Thorne negative Schlagzeilen, als sie verkündete, innerhalb von einer Woche zwei Millionen Dollar verdient zu haben. Diese exorbitanten Einnahmen brachten OnlyFans dazu, eine Art "Preis-Deckel" für Abos, Pay-per-Views und Privatnachrichten einzuführen – ein Move, der für viele Sex-Arbeiter*innen schadete, da sie nun weniger Geld mit OnlyFans verdienen konnten – da natürlich nicht jeder so viele Fans hat wie Bella Thorne. Der Ärger der Sex-Worker-Community richtete sich in Angesicht der neuen Regelung gegen Bella Thorne, die als Schuldige gesehen wurde – doch auch gegen alle anderen reichen Stars, die auf OnlyFans zahlungspflichtige Abos anbieten. Der Neueste im Bunde nun Chris Brown.

Chris Brown war als Straftäter schon mehrfach vor Gericht – und auch im Knast

Chris Brown – kann man ihn noch unterstützen?

Chris Brown, den man sowieso nicht mehr unterstützen sollte, seitdem er im Jahr 2009 seine damalige Freundin Rihanna verprügelte. Dafür bekam er eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren auf Bewährung.

Seitdem hat sich sein sozialer Ruf aus unerfindlichen Gründen wieder etabliert. Er brachte Hits mit Top-Rappern wie Tyga, Drake und Lil Wayne raus, die halbe Welt scheint vergessen zu haben, dass er seine Freundin misshandelte.

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Auf Twitter äußern Nutzer*innen ihren Missmut über Menschen, die den Musiker auf OnlyFans supporten. "Als ob dieser Gewalttäter ein OnlyFans macht und Menschen ihn wirklich unterstützen", so eine Twitter-Userin.

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"Vergessen wir, dass er ein Gewalttäter ist?", fragt eine Andere.

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Ob Chris Brown mit OnlyFans einen neuen Karrierezweig gefunden hat, bleibt allerdings fraglich.

lmh

  • Quelle:
  • NOIZZ.de