Ist sie verschwunden, weggelaufen oder entführt worden?

Das fragt sich ein verzweifelter Vater im neuen Thriller „Searching“ von Sev Ohanian und Aneesh Chaganty. Denn David Kims 16-jährige Tochter Margo taucht nicht wieder auf. Klar, der Teeanger hat Geheimnisse und ist nicht mehr so anhänglich wie früher, aber immer pflichtbewusst und verlässlich.

Als er sich auf die Suche nach Hinweisen macht, wo sie stecken könnte, wird ihm klar, dass er eigentlich nichts über Margo zu wissen scheint.

Sie ist weder so beliebt, wie sie ihm immer erzählt hat, noch so glücklich. Kaum einer redet mit ihr, sie isst am Mittagstisch in der Schule alleine und die Hobbys, von denen sie geschwärmt hat, pflegt sie auch nicht mehr.

Dann sind da noch all die Sachen, die er auf Social Media findet und auf ihrem Laptop. Sie chattet mit Fremden, scheint einsam gewesen zu sein, hat Geld gestohlen.

Der Vater schätzt die Chance, seine Tochter zu finden, besser ein, wenn er sich da reindenkt, wo sie sich die meiste Zeit aufhält – hinter dem Smartphone und vor dem Computer, also online. Aber: So, wie sich Margo auf Social Media dargestellt hat, ist sie in Wahrheit überhaupt nicht gewesen …

Der Film wird, was den Nervenkitzel betrifft, von Kritikern bereits mit den Meisterwerken vom britischen Filmregisseur Alfred Hitchcock („Psycho“, „Vögel“) verglichen – ein Ritterschlag.

Nach der Premiere auf dem Sundance Filmfestival war das Publikum begeistert. Sony Pictures hat die Rechte für fünf Millionen Dollar an Fox Searchlight verkauft, dabei ist „Searching“ ein Debüt!

Vor allem die innovative Art, die Vermisstengeschichte ausschließlich über die Bildschirme und Plattformen zu erzählen, die wir nonstop im heutigen digitalen Zeitalter nutzen, begeistert.

Das bedeutet, wir sehen dem Vater bei der Vermisstensuche im Wechsel aus der Perspektive der Computerkamera zu – wie er fassungslos mit der Polizei telefoniert, im Zimmer auf und ab geht, aber auch durch seine Augen, die an den Bildschirm gefesselt sind, auf der Suche nach Spuren in dem digitalen Leben seiner Tochter – Youtube-Videos, Chats und Transaktionen, E-Mail-Verläufe, Online-Kalender-Einträge. FaceTime, SMS, GPS.

Wer wissen will, ob Margot gefunden wird oder der Dad was mit dem mysteriösen Verschwinden zu tun hat, kann sich den Thriller seit Donnerstag in den deutschen Kinos anschauen.

Quelle: Noizz.de