Sie rappt, sie strippt und sie schlägt auch gerne zu.

Schwester Ewa und ein gewaltiger Flow – das passt zusammen wie die Faust aufs Auge. Die Rapperin und frühere Prostituierte mit polnischen Wurzeln war seit ihrer Jugend selbst Gewalt ausgesetzt.

Und die Spirale aus Armut, Prügeleien und Drogen führt die selbsternannte „Schwätza“ trotz ihrer erfolgreichen Singles wie „Realität“ und „60 Punchbars“ weiter nach unten.

Ewa hat eine illegale Escortagentur betrieben, ließ ihre jungen weiblichen Fans für sich anschaffen. Als Belohnung gab es auch mal Schellen und Schläge. Dafür droht ihr jetzt das Gefängnis – sie wurde im Juni zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Körperverletzung, Steuerhinterziehung und Förderung der Prostitution sin die Anklagepunkte, in denen die Schwester schuldig gesprochen wurde.

In ihrem ersten Interview seit der Verurteilung mit dem Magazin „Stern“ verteidigte sich Schwester Ewa so: „Denen habe ich eine verpasst, damit sie wieder in die Spur kommen. Nicht aus Boshaftigkeit. Ich habe die ja gemocht.“

Die Gegenseite beeindruckt das nicht. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre und drei Monate und ging in Revision, weshalb der Fall Ewa jetzt vor dem Bundesgerichthof in Karlsruhe (Baden-Württemberg) landet.

Schwester Ewa hat sofort ein Statement abgegeben. In dem Live-Video beleidigt sie die Anwälte, sagt ihren Fans: „Ich hab' Angst vor dem BGH, weil diese Bastarde von der Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht zufrieden sind und vier Jahre Knast fordern, weil die sich daran aufgeilen.

Ihre Fans stehen weiter zu ihrer Lieblingsrapperin. Ewa erzählte in dem ersten öffentlichen Auftritt von ihrer Kindheit. Die sei das Gegenteil von behütet gewesen: „Meine Mutter hat mich geschlagen, ich habe andere geschlagen.“ Gewalt wurde ihre Waffe: „Wenn ich andere Kinder geschlagen habe, habe ich Respekt bekommen.“ Mit 16 dealte sie, hatte kurz darauf ihren ersten Zuhälter. Die Mädchen in ihrem illegalen Ring waren selbst teils noch minderjährig.

Quelle: spiegel.de