Die Jury hat verdammt HARTE Anforderungen an dich …

Für viele Männer klingt es wie ein Traumjob. Pornodarsteller dürfen regelmäßig mit schönen Frauen schlafen – und werden dafür auch noch bezahlt.

Kein Wunder, dass sich deshalb viele Kerle bei Porno-Castings bewerben.

Doch was läuft da eigentlich ab?

Wer in Internetforen sucht, stößt auf die irrsten Gerüchte. Beispielsweise müsse man eine Mindestschwanzgröße von 20 Zentimetern haben, schreibt der User „carnageeleven“ auf Reddit. Außerdem solle man innerhalb von 30 Sekunden eine Erektion bekommen können – ohne Stimulation.

„Du musst auf Befehl kommen können. Und du solltest mit Dingen klarkommen, die dir zunächst als schwul erscheinen“, schreibt „carnageeleven“ weiter.

Mindestschwanzgröße? Orgasmus auf Knopfdruck? Wirklich? NOIZZ wollte wissen, was an den Gerüchten dran ist.

Einer, der sich im Porno-Geschäft auskennt, ist Mario Meyer (41). Er ist Geschäftsführer der Produktionsfirma Eronite Movie Productions und veranstaltet in unregelmäßigen Abständen Porno-Castings in ganz Deutschland.

NOIZZ: Herr Meyer, wie läuft so ein Casting bei Ihnen ab?

Mario Meyer: Unsere Bewerber warten bis zu ihrem Einsatz erst einmal an der Bar. Pro Runde werden dann drei bis vier Leute ans Set gebeten, wo eine professionelle Pornodarstellerin auf sie wartet. Dann wird gevögelt.

Wie? Alle Bewerber gleichzeitig?

Meyer: Das kann sowohl gleichzeitig als auch hintereinander sein. Wichtig ist, dass du dich nicht von den anderen Kandidaten zurückdrängen lässt und selbst dafür sorgst, dass du zum Einsatz kommst.

Heißt, Schüchternheit ist ein No-Go am Set?

Meyer: Richtig. Andererseits solltest du auch nicht einen auf dicken Macker machen. Solche Leute gehören häufig zu den Kandidaten, die schon nach 25 Sekunden zum Orgasmus kommen …

Wie lange sollte man denn durchhalten können?

Meyer: Im Schnitt ist es schon okay, wenn man 10 bis 20 Minuten schafft. Immerhin ist es eine Casting-Situation, und die Leute sind nervös. Wichtig ist aber auch, dass sie danach schnell genug kommen können.

Das Gerücht vom Orgasmus auf Knopfdruck ist also wahr?

Meyer: Na ja, nicht ganz. Aber wenn der Produktionsleiter die Stoppuhr rausholt und dir sagt, dass du noch eine Minute Zeit hast, solltest du das schon schaffen.

Und wie viele schaffen das?

Meyer: Etwa 30 Prozent. Problematisch wird es vor allem für Leute, die sich vor dem Casting noch einen runterholen, um länger durchzuhalten. Erstens ist dann schon die ganze Soße verschossen, was miserabel für die Cumshot-Szene ist. Man sollte schon etwas sehen können. Und zweitens kriegen viele Bewerber dann beim eigentlichen Casting nur noch sehr schwer eine Erektion.

Wie schnell muss ein Bewerber denn eine Erektion bekommen können?

Meyer: Vorgaben gibt es keine. Die meisten kriegen nach zwei bis drei Minuten einen hoch. Wer es danach nicht schafft, schafft es aber grundsätzlich auch nach zehn Minuten nicht …

Wird dann mit Viagra nachgeholfen?

Meyer: Nein, auf keinen Fall. Obwohl oft danach gefragt wird. Andere wollen sogar wissen, ob es Koks am Set gibt oder ob sie welches mitbringen können. Das geht natürlich gar nicht. Unsere Bewerber müssen nüchtern, gewaschen und ausgeschlafen sein.

Und was muss ein Bewerber noch mitbringen? Stichwort Penislänge …

Meyer: Eine Mindestlänge gibt es grundsätzlich nicht, das ist ein Gerücht. Viel wichtiger ist das Gesamtpaket, also wie gut sich der Bewerber vor der Kamera gibt.

Wirklich? Es gibt gar kein Mindestmaß?

Meyer: Na ja, ein Mikro-Penis geht natürlich wirklich nicht. In dem Fall müssen wir dem Bewerber leider absagen.

Haben Sie noch einen Ratschlag für künftige Bewerber?

Meyer: Der Job ist verdammt hart. Man sollte sich also gut überlegen, ob es das Richtige für einen ist. Wir verlangen ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und ein Bewusstsein dafür, dass es sich hier um Arbeit handelt. Der Drehort kann ungemütlich sein und die Sex-Partnerin entspricht nicht immer den Wunschvorstellungen. Sie kann auch 60 Jahre alt und dick sein. Aber ich sage immer: Ein guter Darsteller vögelt alles. Dem kannst du auch ein Hühnchen hinwerfen.

Quelle: Noizz.de