Doch der Regisseur ist inzwischen umstritten.

Quentin Tarantino hat für seinen kommenden Film noch keine einzige Minute gedreht, allerdings ist Hollywood seit gestern in Aufruhr: Der Filmemacher hat in Las Vegas erste Details seines neuen Projektes verraten.

Nachdem sich der 55-Jährige mit seinen letzten beiden Filmen „Django Unchained“ und „The Hateful Eight“ dem Western widmete, wird er sich mit seinem kommenden Werk mehr an seinen Anfängen orientieren: Der Film soll „Once upon a Time in Hollywood“ heißen und in Los Angeles im Jahre 1969 spielen.  „Es wird vermutlich der Film sein, der „Pulp Fiction“ am ähnlichsten ist“, sagte der Regisseur. Ein besonderer Fokus soll neben der aufkommenden Hippiebewegung auch die Mordserie um den Sektenführer Charles Manson spielen.

Auch zwei Hauptdarsteller wurden bekanntgegeben: Das Duo Brad Pitt und Leonardo DiCaprio sollen im Zentrum der Handlung stehen. Für DiCaprio, der gemeinsam mit dem Filmemacher in Las Vegas anwesend war, soll es eines der besten Drehbücher sein, das Tarantino je geschrieben hat.

Pitt und DiCaprio sollen in dem Film „das aufregendste, dynamische Star-Duo seit Paul Newman und Robert Redford“ sein. Beide waren schon in den letzten Filmen des Regisseurs zu sehen: DiCaprio arbeite in Django Unchained mit dem 55-Jährigen zusammen, Pitt war in „Inglorious Basterds“ zu sehen.

Die Doppelbesetzung ist in der Tat eine Parallele zu Tarantino’s Meisterwerk „Pulp Fiction“: In dem Film standen 1994 die Schauspieler Samuel L. Jackson und John Travolta als Killerduo im Zentrum der Handlung. Bis heute gilt der Film als die beste Arbeit des Regisseurs.

Bei der Euphorie um den neuen Film gerät fast in Vergessenheit, dass Tarantino in den letzten Monaten stark in die Kritik geraten war: Der Filmemacher arbeitete jahrelang eng mit dem Skandalproduzenten Harvey Weinstein zusammen. Als bekannt wurde, dass der Produzent jahrelang Frauen belästigt und vergewaltigt haben soll, schwieg Tarantino lange zu den Vorwürfen, ehe er zugab, von einigen Vorkommnissen gewusst zu haben.

In Folge des Skandals wurden auch Details zu seiner eigenen Arbeitsweise bekannt. Schauspielerin Uma Thurman sprach darüber, wie Tarantino sie bei Dreharbeiten unter anderem bespuckt und gewürgt haben soll.

Der Filmemacher entschuldigte sich später für sein Handeln, irritierte danach aber erneut mit Äußerungen zu Regisseur Roman Polanski. Der Regisseur hatte 1977 sexuellen Missbrauch an einem minderjährigen Mädchen vor Gericht zugegeben. Tarantino hatte in einem Interview gesagt, das Mädchen habe einvernehmlich Sex mit Polanski gehabt. Daraufhin entschuldigte sich Tarantino erneut.

Das Image des Filmemachers scheint in Hollywood nach den Vorfällen keinen Schaden genommen zu haben: Filmstart von „Once upon a Time in Hollywood“ soll der 9. August 2019 sein – dem 50. Todestag der Schauspielerin Sharon Tate, die damals durch die Mordserie der Mansonsekte ums Leben kam.

Quelle: mit dpa/AP