Es ist eigentlich eine Glaubensfrage – und trotzdem versucht man, eine rationale Entscheidung zu treffen: Im November kommen die beiden Spielekonsolen der neuen Generation endlich auf den Markt, und schon jetzt zerbreche ich mir den Kopf darüber, welche ich mir zulegen soll.

Ich bin wirklich keine Hardcore-Gamerin. Aber es macht mir sehr viel Spaß, ab und zu ein paar Games durchzuzocken und mich in andere Welten entführen zu lassen. Das war als Kind schon so (damals totales Nintendo-Kid, ständig am Gameboy Pocket) und gipfelt heute, wo ich in der privilegierten Situation bin, nicht nur 20 Euro Taschengeld im Monat zusammensparen zu müssen, in einem Wohnzimmer mit PlayStation 4 und Nintendo Switch.

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Mein absolutes Lieblingsspiel auf der Playstation ist "Little Big Planet 3" – ja, ich weiß, viele werden jetzt laut aufächzen und denken: "War ja klar, Sackboy ist so ein Mädchen-Spiel." Klar, da steh ich auch zu. Ich liebe die fantasievolle Welt, und Jump-and-Run-Games sind meine absoluten Favourites. Noch dazu muss man bei "Little Big Planet" nicht hirnlos durch die Gegend rennen, sondern richtige Rätsel lösen. Also, ihr seht: Ich bin schon angefixt, was die Gaming-Welt angeht.

Im November 2020 ist es soweit

So viele Möglichkeiten!

Wenn ich mich nicht selbst bremsen würde, hätte ich wohl ein ziemliches Suchtproblem, bin nun aber auch keine "Doom"-Zockerin. Durch Los Santos in "GTA V" cruise ich auch nur dann, wenn mich mein Freund dazu überredet. Trotzdem liebe ich unsere Spielekonsole sehr. Und zwei Termine in diesem merkwürdigen Jahr 2020 gehen mir deswegen auch nicht aus dem Kopf: der 19. und der 10. November. An diesen beiden Tagen sollen nämlich die PlayStation 5 und die Xbox Series mit den beiden Modellen X und dem günstigeren Einstiegsmodell S endlich auf den Markt kommen.

Der Hype ist real: Schon jetzt, wo man die Konsolen lediglich vorbestellen kann, sind bei allen Händler*innen die Konsolen von Sony und Microsoft ausverkauft. Kein Wunder, schließlich mussten Gaming-Fans ganze sieben Jahre auf eine neue Generation warten. So viel an technischen Innovationen, dass sich seitdem verändert hat! Die geplante Neuanschaffung ist über kurz oder lang auch für mich so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber schon jetzt bereitet mir die Entscheidung, welche der beiden Konsolen es denn sein soll, schlaflose Nächte.

Ob man sich eine Xbox oder doch eher eine PlayStation zulegt, ist eigentlich eine Glaubenssache – und hängt ein bisschen davon ab, welche Spiele du geil findest. Das von mir nämlich so wertgeschätzte "Little Big Planet" gibt es nur für die Playstation. Wer auf "Halo" steht, braucht hingegen eine Xbox. Und wer beides nice findet – ja, die Antwort kannst du dir wohl denken.

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Die Technik macht's ... ähm, ja

Bis jetzt bin ich eine Playstation-Anhängerin, ganz klare Sache. Im Moment tendiere ich auch eher zu einer PS5, aber jedes Mal, wenn Microsoft und Sony neue Details ihrer Innovationen bekannt geben, komme ich ins Grübeln. Neunmalkluge, ganz pragmatische Technike-Game-Nerds kommen jetzt natürlich mit dem Argument: Das lässt sich doch ganz objektiv entscheiden. Nimm einfach das Teil mit der besseren Leistung.

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Aber ganz ehrlich: So einfach ist das nicht. In Wirklichkeit unterscheiden sich beide Konsolen nur ganz minimal voneinander. Wo die Xbox Series X einen Vorteil auf dem Papier hat in seiner Ausstattung, punktet die PlayStation 5 an anderer Stelle. Eigentlich gilt auch hier die Devise: Kommt drauf an, was dir beim Gaming wichtig ist und auch, welche Art von Spielen du so durchsuchtest.

In Sachen Auflösung nehmen sich beide nix: 8K ist drin, 4K mit bis zu 120 Frames per Second. Oh Gott, mir wird schlecht, wie verdammt geil einige Spiele einfach aussehen werden. Das benötigt natürlich auch eine krasse Rechenleistung – schließlich will keiner ruckelnde Sequenzen durchspielen und sich zu Tode ärgern. Beide Konsolen setzten sowohl bei der CPU, also dem eigentlichen Computer-Prozessor, als auch GPU, dem Grafik-Prozessor, auf Chip-Modelle von AMD, sie wurden aber jeweils speziell für die jeweilige Konsole angefertigt. Bei der reinen Rechenleistung hat die Xbox Series X die Nase leicht die Nase vorn. Die Taktung ist etwas höher.

Bei der Grafik ist es etwas komplizierter: Die Xbox setzt zwar auf mehr Recheneinheiten, dafür aber auf eine niedrigere Taktrate. Die PS5 arbeitet hingegen an dieser Stelle mit weniger Recheneinheiten, ist aber höher und variabel getaktet. Wie die Vorteile in der Praxis aussehen, wird sich aber erst noch zeigen – außer den Mitarbeiter*innen von Sony und Microsoft durfte bisher nämlich noch keiner die heißerwarteten Teile testen.

Nur die neuen Kontroller hatten einige E-Sport-Influencer und -Vlogger bereits in ihren Händen. Da scheint aber auch Sony mehr Neuheiten zu bieten: So soll der neue Dualsense-Controller ein haptisches Feedback haben, was dein Gaming-Erlebnis noch realer erscheinen lassen könnte. Auch die Akkulaufzeit soll verbessert worden sein, das Touchpad soll akkurater reagieren. Dafür ist der neue Controller auch etwas teurer: Für einen zweiten muss man 70 Euro hinlegen statt wie bisher 64 Euro. Der Controller der Xbox Series X sieht kaum verändert aus.

Beim Speichermedium hingegen liegt Sony vorn. Die verbaute SSD ist zwar etwas kleiner als die der Series X, bietet dafür aber klare Vorteile in Sachen Lesegeschwindigkeit – zumindest auf dem Papier. Ihr seht also: Es ist ausgeglichen.

Dann ist vielleicht der Preis ausschlaggebend?

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Nope. Beide kosten eigentlich gleich viel. Die PS5 mit Laufwerk sowie die Series X werden für 499,99 Euro zu haben sein, ohne Laufwerk wird es die PS5 für 399,99 Euro geben, hinzukommen dann die Cloud-Speicher-Kosten. Ich brauche ein Laufwerk, weil ich – nennt mich oldschool – meine schicke Konsole, egal welche es sein wird, auch als Blu-ray-Player benutze. True Story.

In Sachen Preis könnte die Xbox Series hingegen bei preissensibleren Nutzern wohl punkten: Mit einer abgespeckten Series S gibt es eine Xbox der neuen Generation, die wesentlich weniger Leistung mitbringt, also eher etwas für Gelegenheits-Gamer ist, die keine hohen Performance-Ansprüche haben, dafür aber deutlich billiger ist als die PS5 oder die große Schwester Series X. Gerade einmal 299,99 Euro wird sie kosten, hat aber auch kein Laufwerk.

Vielleicht können mir die Games bei der Entscheidung helfen ...

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Ein sehr guter Punkt, aber auch hier komme ich in einen Zwiespalt. Vorab haben Microsoft und Sony einige Hits angekündigt, die exklusiv zum Konsolen-Release kommen werden. Zum Beispiel ein neues Sackboy-Spiel. Punkt für die PlayStation. Aber auch "The Ascent", ein Cyberpunk-Action-Rollenspiel, das sich allein sowie zu viert im Koop-Modus bestreiten lässt und es exklusiv für die Xbox geben wird, klingt interessant. Andererseits Achtung!, Nostalgie-Alarm: Für die PS5 wird es auch ein "Hogwarts Legacy"-Game geben. OMG! Ich kann mich nicht entscheiden.

Wer auf seine alten Xbox-Game-Schätze steht, sollte auch weiterhin die neue Xbox favorisieren: Sie ist abwärtskompatibel bis hin zur Xbox One. Ich habe kein einziges Xbox-Spiel, dafür ist ein neues Detail bei der PS5 umso entscheidender für mich: Zum ersten Mal gibt es bei Sony eine Abwärtskompatibilität. Zwar nur für PS4-Games, aber das ist doch was.

Dann aber das Design!

Die PS5 hat eindeutig das besser Design!

Okay, you got me. Tatsächlich ist das die einzige Sache, bei der ich mir mittlerweile nach anfänglichen Zweifeln ziemlich sicher bin: Die PS5 macht das Rennen. Ihr futuristisches Design sieht aus, als sei es einem Manga entsprungen. Da macht es auch fast gar nichts, dass sie weiß statt schwarz ist. Die Series X sieht hingegen aus wie ein Jenga-Klotz – oder aber ein Tower-Rechner, auf dem noch Windows 98 aufgespielt ist.

Am Anfang fand ich die weißen Kurven der PS5 seltsam, aber je öfter ich sie sehe, sehen sie einfach nur schick aus und werden sich perfekt in meinem weißen Regal machen. Ja, ich weiß, es gab so viele Memes über das Design der PS5, sie sehe zum Beispiel aus wie ein Staubsauger. Aber ehrlich mal: Diese Konsole sieht in einem Wohnzimmer tausend Mal stylischer aus als dieser Rechenklotz von Microsoft. Ich kreise mir mal den 19. November 2020 ein.

  • Quelle:
  • Noizz.de